Schluss, Aus, vorbei?! Das war's dann wohl! Den ganzen Tag über schien die Sonne über München, am Abend zogen dunkelste Wolken im Norden auf. Der FC Bayern hat am Samstagabend wohl den Meistertitel verspielt, ist jetzt für noch ein paar Stunden mit einem Punkt Vorsprung der wohl frustrierteste Spitzenreiter der Bundesliga-Geschichte. Die Dortmunder können mit einem Sieg am Sonntag in Augsburg vorbeiziehen.
Nach dem 1:3 (1:0) gegen RB Leipzig waren die Bayern-Spieler und Fans komplett in Schockstarre. Dabei hatten die Münchener zur Pause noch 1:0 geführt, doch in den zweiten 45 Minuten bot der Rekordmeister eine mehr als unterirdische Leistung. Die Leipziger drehten die Partie. Es gab Pfiffe von den Rängen, zehn Minuten vor dem Ende verließen die Bayern-Fans die Arena in Scharen. Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Thomas Müller – von den selbst ernannten Anführern war nichts mehr zu sehen.
Die Bayern waren zunächst zwar überlegen, doch sie mussten sich die Dominanz auch erarbeiten. Wenn zunächst etwas Torgefahr entstand, dann über rechts und über Kingsley Coman. Der Führungstreffer (25.) war dann doch der Lohn für das Anlaufen. Der starke Joao Cancelo nahm auf links Thomas Müller mit, der legte in den Lauf von Serge Gnabry und dessen Schuss von der Strafraumkante küsste noch den Pfosten, ehe der Ball im Netz zappelte.
Wo war Leipzig? Leipzig war plötzlich da und hatte nach gut einer halben Stunde drei gute Chancen im Minutentakt: Doch Dominik Szoboszlai, Christopher Nkunku und Dani Olmo scheiterten allesamt an Yann Sommer. Die dickste Chance hatten aber wieder die Bayern. Coman hätte nach einer Cancelo-Flanke völlig freistehend per Kopfball das 2:0 machen müssen.
In der zweiten Hälfte begann vor den 75000 Zuschauern das Nervenspiel – und das unerklärliche Zittern der Bayern. Nach einer eigenen Ecke ohne Absicherung liefen sie in einen Konter. Über Umwegen kam der Ball zum künftigen Bayern Konrad Laimer, der den Ball aus 16 Metern zum 1:1 (64.) ins Tor hämmerte. Die Münchener waren wie gelähmt. Zwei von Nkunku und Szoboszlai verwandelte Elfmeter (76./85.) besiegelten die Blamage.









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