Wird noch rechtzeitig alles gut? Beim Bundesliga-Torrekord des FC Bayern auf St. Pauli nahm Jamal Musiala mit einem Kopfballtor und einer Torvorlage eine Hauptrolle ein. Die beste Leistung seit seinem Comeback war zugleich die beste Antwort auf die von Ex-Bayern-Chef Oliver Kahn ausgelöste WM-Debatte um Musiala, die auch den Fußball-Nationalspieler irritiert hatte.
Das „sehr gute Gefühl“ vom 5:0 in Hamburg nimmt Bayerns Zehner auf dem beschwerlichen Weg zum früheren Leistungsvermögen und der von ihm fest anvisierten Teilnahme an der Fußball-WM in Amerika erst einmal mit in diese Woche mit dem großen Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid.
Musiala kann Thomas Müller übertreffen
Am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) könnte Musiala in der Allianz Arena zum 50. Mal in der Champions League auflaufen. Es wäre ein besonderes Jubiläum im Alter von 23 Jahren und 48 Tagen. So jung erreichte vor ihm kein deutscher Spieler diese Marke. Sein früherer Bayern-Kollege Thomas Müller, der den Rekord noch hält, war bei seinem 50. Königsklassen-Einsatz 24 Jahre und 53 Tage alt.
Für Musiala geht es aber aktuell nicht so sehr um persönliche Rekordmarken, sondern nach dem 2:1 vor einer Woche in Madrid vor allem ums Weiterkommen mit dem Verein. Schaffen es seine Bayern gegen Real? „Unser Mindset muss positiv sein - ja“, antwortete Musiala voller Zuversicht.
Aber wie ist es um seine eigene Denkweise bestellt nach dem folgenschweren Beinbruch bei der Club-WM im vergangenen Sommer in den USA? Wie geht es ihm, körperlich und auch mental?
„Auf jeden Fall will ich zur WM“
Mit seiner Leistung in den 84 Einsatzminuten am Millerntor war er selbst „zufrieden“. Er brauche jetzt weiter Rhythmus und Minuten. „Ich habe gesehen, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Mein Fuß fühlt sich viel besser an als vor einem Monat.“ Am Anfang sei es schwierig gewesen für den Kopf, „ein gutes Gefühl zu haben, Vertrauen in den Fuß“. Musiala wird freier.
Kahns Ratschlag, besser auf die WM zu verzichten, lehnte er ab. „Nein, auf jeden Fall will ich zur WM“, antwortete Musiala deutlich. Bundestrainer Julian Nagelsmann gibt den 26-köpfigen Turnierkader am 12. Mai bekannt. „Mein Fokus ist jetzt auf Bayern gerichtet. Ich will der Mannschaft helfen, alles zu gewinnen“, sagte Musiala. „Und dann ist mein Fokus, dem Land und der Nationalmannschaft zu helfen.“ Er hat noch einiges vor im Juni und Juli.
Der Offensiv-Zauberer kann mit seinen Dribblings, seinen Toren, seinen Vorlagen immer ein Trumpf sein. Auch als Joker. Diese Rolle dürfte er auch im Heimspiel gegen Real zunächst wieder einnehmen. Trainer Vincent Kompany baut ihn behutsam auf. Rückschläge wie eine Schmerz-Reaktion am operierten Fuß im vergangenen Monat werden vom Coach einkalkuliert.
„Die Verletzung ist nicht so einfach aus den Knochen zu schütteln. Es bedarf Zeit“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Gegen Pauli habe Musiala beim Kopfball zum 1:0, bei einem Pfostenschuss, bei der Vorlage auf Nicolas Jackson zum 4:0 „genau die Momente gehabt, die er braucht, um wieder in seinen Flow zu kommen“, befand Eberl.
DFB-Kapitän Kimmich: Jamal wird positiver
DFB-Kapitän Joshua Kimmich erlebt täglich den Comeback-Kampf seines Kollegen. „Es ist nicht einfach. Jamal kommt aus einer langen Verletzung, aus einer für ihn schwierigen Phase. Man merkt, wenn er kontinuierlich bei uns im Training dabei ist und seine Spiele bekommt, hat er auch immer seine Scorer“, schilderte Kimmich.
„Natürlich ist es noch ein Weg, um beständig alle drei Tage diese Leistungen bringen zu können“, weiß der 31 Jahre alte Vielspieler mit Blick auf extrem anstrengende Wochen, erst im Saisonendspurt mit dem FC Bayern und dann bei der XXL-WM in Amerika. „Aber ich merke, dass Jamal gerade einen Change im Mindset hat. Er wird jetzt positiver. Ich hoffe, dass er sieht, dass es in die richtige Richtung geht“, sagte Kimmich. Gegen Real soll das auch so sein,
© dpa-infocom, dpa:260413-930-937866/1














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