München
07.11.2024 - 17:34 Uhr
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Zwei neue Flügel und ein Köpfchen bringen den FC Bayern gegen Benfica in Schwung

Dem FC Bayern München hat beim 1:0-Sieg gegen Benfica Lissabon in der Fußball-Champions-League eine Durchschnittsleitung gereicht. So richtig gut drauf war eigentlich nur Leroy Sane und ein zuletzt oft kritisiertes Duo.

Jamal Musiala zeigt es an: Seht her, ich habe es mit Köpfchen gemacht. Bild: Matthias Schrader/dpa
Jamal Musiala zeigt es an: Seht her, ich habe es mit Köpfchen gemacht.

Als der Nebel und die Regengischt in die Allianz-Arena krochen, hätte alles noch viel dichter sein können. Die Fans hätten trotzdem nicht viel verpasst, wenn sie nichts gesehen hätten. Sie hätten allenfalls einen manchmal planlos anrennenden FC Bayern und mit Haut und Haaren verteidigende Portugiesen verpasst. Alle Statistiken sprachen für die Bayern, doch recht viel Vernünftiges kam in den ersten 45 Minuten nicht heraus. „Es ist aber wichtig für uns, dass wir mal so gewinnen“, sagte Vincent Kompany ganz nüchtern nach der Partie.

Mit 1:0 (0:0) hatte der FC Bayern München gerade gegen Benfica Lissabon sein zweites Champions-League-Spiel siegreich gestaltet. Ein Pflichtsieg eher, den aber auch Jamal Musiala einzuordnen versuchte: „Wir können nicht jedes Spiel mit vier oder fünf Toren Unterschied gewinnen, manchmal muss eben auch ein 1:0 reichen.“ Es reichte, so dass die Bayern mit sechs Punkten nach vier Spielen weiter auf die direkte Achtelfinal-Qualifikation hoffen dürfen.

„Ein Brustlöser“

Diese Partie vom Mittwochabend wird ganz gewiss nicht in die Historie der bayerischen Champions-League-Geschichte eingehen, dabei hatte diese Begegnung vorher durchaus enormes Unruhepotenzial. Ein Unentschieden nur und die direkte Achtelfinal-Quali hätten die Bayern wohl abschreiben können. „Deswegen ist das jetzt auch mal ein Brustlöser“, atmete Thomas Müller, der erst in der Nachspielzeit eingewechselt wurde, durch.

Dass das gegen Benfica kein großes Vergnügen werden würde, wussten sie in München von Anfang an. Die Portugiesen standen tief und nervten immer wieder nicklig. Konrad Laimer hatte von der rechten Verteidigerposition einen guten Blick übers Spielfeld. In einigen Phasen sei man einfach zu ungenau gewesen, meinte er. „Das wissen wir auch.“ Aber: „Wir haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen und haben es immer weiter probiert.“ So lange probiert, bis eine der vielen Flanken und Schüsse etwas brachte: Flanke Leroy Sané, Kopfballvorlage Harry Kane, Kopfball Jamal Musiala – so fiel das 1:0 (67.). „Ich weiß auch nicht, was gerade mit meinen Kopfballtoren los ist“, scherzte Musiala. Normalerweise hat der junge Nationalspieler seinen Kopf nur, um sich die nächsten Tricks auszudenken. Der Treffer gegen Benfica war schon der dritte per Kopf nach den Toren in Bochum und Mainz.

Sané für Olise

Alle waren sie geduldig geblieben bei den Bayern. Diese Coolness trotz des lange andauernden Nullnummer war schon enorm. Immer in dem Wissen: „Wenns nicht klappt, ist die Hölle los.“ Aber wohl auch mit dem Wissen: „Einer geht schon rein.“ Dass es so weit kam, war auch einer Einwechslung zu verdanken. Leroy Sané kam nach 56. Minuten für den dieses Mal schwachen Michael Olise. „Er hat das Spiel für uns gedreht“, freute sich Kompany über seinen oft launischen Außenstürmer, der nach seiner Operation immer besser in Form kommt. Eigentlich war er gegen Benfica schon in der Startelf erwartet worden. Als Kompany nach 70 Minuten auch noch Kingsley Coman für den schwachen Serge Gnabry brachte, hatten die Bayern zwei neue Flügel, die Schwung brachten.

Dass die Bayern so ruhig blieben, hatte auch mit der Abwehrarbeit zu tun. „Also, was die beiden wegverteidigen, ist schon Wahnsinn“, lobte Joshua Kimmich das Innenverteidigerpärchen Dayot Upamecano und Min-Jae Kim. Natürlich hatte Kimmich etwas übertrieben, weil die Gäste jetzt wahrlich kein Offensivspektakel veranstalteten. Aber das oft kritisierte Duo ließ erst gar nichts aufkommen. „Beide sind sehr, sehr stark im Zweikampf und beide haben auch ein gutes Tempo“, ergänzte Kimmich. Das müssen sie aber auch gegen Gegner anderen Kalibers beweisen.

„Es fehlt die Leichtigkeit“

Auch Kim und Upamecano sorgten dafür, dass die Bayern jetzt in der Champions-League wieder in der Spur sind. In knapp drei Wochen ist Paris St. Germain zu Gast. Da darf es dann durchaus etwas mehr sein. Auch von dem, von dem Konrad Laimer sprach: „Insgesamt hat heute etwas die Leichtigkeit gefehlt.“ Das war aber am Mittwoch am Ende weder für Fans, Verantwortliche auch die Spieler selbst ein großes Problem.

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