01.10.2020 - 10:19 Uhr
NabburgSport

HSG-Herren vorm Saisonstart: "Irgendwie ein mulmiges Gefühl"

Es wird natürlich nicht eine Saison wie jede Andere. Corona spielt mit, auch wenn die Herren der HSG Nabburg-Schwarzenfeld am Samstag starten. Der Trainer hat eine Vorahnung.

Martin Strejc (Mitte) kann seinen Vorderleuten Christof Gsödl (links) und Christian Schanderl keine Anweisungen geben. Der HSG-Torhüter und sein Bruder Jaroslav werden aus dem Risikogebiet Tschechiennicht einreisen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Eigentlich ist alles bestens: Die Vorbereitung ist gut gelaufen, trotz Corona ist seit einigen Wochen Training mit Körperkontakt möglich. Die zwei Testspiele gegen die lokale Konkurrenz aus Oberviechtach und Neunburg wurden gewonnen, die drei Neuzugänge sind integriert. Und doch sagt Christof Heiduk, Trainer der Herren der HSG Nabburg-Schwarzenfeld: "Ich sehe die Saison kritisch." Und schiebt eine Begründung hinterher: "Keiner von uns verdient seinen Lebensunterhalt mit Handball." Wenn Spieler mal wegen eines Spiels in Quarantäne müssten, könne man sich vorstellen, was deren Arbeitgeber davon halten würden.

Auch die HSG-Damen beginnen wieder

Nabburg

Dennoch geht es für den Bezirksliga-Meister und BOL-Aufsteiger aus Nabburg und Schwarzenfeld am Samstag los. Alle im Verein wollen sich strikt an die Regeln halten. Deswegen wurde auch beschlossen, dass zunächst keine Fans bei den Spielen sein werden. Wann wieder Fans in die Halle dürfen, hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab. Auch ohne Fans wollen die HSG-Herren am Samstag (19.30 Uhr) gleich mit einem Sieg in die Saison starten. Gegner SV Obertraubling spielte schon vergangene Saison gegen den Abstieg. "Das ist eine richtige Kampfmannschaft", stellt sich Trainer Heiduk auf ein intensives Spiel ein. Erstmals werden dabei auch die drei Neuzugänge in einem Pflichtspiel auflaufen. Tobias Jobst (Linksaußen) und Christian Bernhard (Rückraum links) folgten ihrem Trainer vom TV Wackersdorf zur HSG. Eine wichtige Rolle könnte auch Sebastian Hausner einnehmen, der in Burghausen schon BOL-Erfahrung gesammelt hat und jetzt in die Oberpfalz gezogen ist. "Wir haben jede Position doppelt besetzt und somit die Kaderbreite komplett ausgenutzt", freut sich der Trainer über seine Auswahlmöglichkeit.

Nicht dabei sein werden allerdings bis auf Weiteres die tschechischen Brüder und jahrelangen Stützen Martin und Jaroslav Strejc, der Torhüter und der gefährliche Rückraumschütze. Tschechien ist Corona-Risikogebiet, bei einer Einreise müssten die beiden jedes Mal einen negativen Test vorlegen. Es muss erst einmal ohne die Routiniers gehen. Auch solch ein Szenario gehört dazu, wenn Heiduk sagt, dass in dieser Saison wohl auch der sportliche Wettbewerb verwässert werde. Er denkt dabei sowohl an unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten, wenn etwa eine Halle wegen erhöhter Infektionszahlen in einer Region gesperrt werde, als auch an Spiele, bei denen Leute ausfallen, weil sie in Quarantäne seien. Deshalb bleibt Heiduks nüchternes Fazit: "Ich habe irgendwie ein mulmiges Gefühl."

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