28.04.2021 - 10:26 Uhr
NürnbergSport

Ausleihen und ausbilden: Strategie des 1. FC Nürnberg auch gegen Kiel erfolgreich

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Lange war es ein Schlingerkurs des 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga. Das 1:1 gegen Holstein Kiel vom Dienstagabend hat gezeigt, der Club ist endlich in der Spur. Das hat auch etwas mit RB Leipzig zu tun.

"Ich war's": Dennis Borkowski bejubelt sein Tor zum 1:0 für den 1. FC Nürnberg gegen Holstein Kiel.
von Josef Maier Kontakt Profil

Manchmal ist es ganz gut, seine ersten Gedanken zu verwerfen. "Ich habe mir schon überlegt, ob ich nochmal links oder rechts rausspiele." Dennis Borkowski und die Angst vorm Torschuss? Nein, der junge Stürmer des 1. FC Nürnberg machte einen Hüft-Wackler, ließ zwei Gegenspieler ziemlich blöd aussehen und traf mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0 (31.) gegen Holstein Kiel. Der 19-Jährige zeigte nicht nur am Dienstagabend in der Zweitliga-Partie gegen die Norddeutschen, welch' großes Potenzial er besitzt. Was ihn auch auszeichnet? Seine Ehrlichkeit: "Ich hatte beim Abschluss etwas Glück, weil ich weggerutscht bin."

Drittes Tor im 13. Spiel

Im Winter kam er als Leihspieler von RB Leipzig ins Frankenland. Dort soll er bei Trainer Robert Klauß, der ihn schon bei RB in diversen Jugendteams betreut hatte, weiter lernen. Gegen die Kieler erzielte der Mann aus Riesa schon sein drittes Tor im 13. Spiel. So forsch wie der schlaksige Angreifer auf dem Platz auftritt, so zurückhaltend ist er danach. Wenn er sagt: "Wir zeigen derzeit einfach, was wir draufhaben", dann ist das für ihn schon eine laute Aussage. Und bei seinem Tor lobte er zuallererst mal "den guten Pass von Valentini". Um dann aber doch noch anzumerken: "Es war schon ein gutes Tor." Auch wenn die Nürnberger dann in Hälfte zwei noch den Ausgleich gegen den Aufstiegskandidaten kassierten, sie haben derzeit eine für ihre Verhältnisse sehr gute Phase mit sieben Spielen ohne Niederlage. "Jetzt haben wir Ruhe nach hinten", merkte Borkowski zufrieden an.

Immer giftig

Dass es für Club-Verhältnisse extrem ruhig ist, liegt auch an Leuten wie Borkowski oder dessen Kumpel Tom Krauß, der schon ein halbes Jahr vor ihm aus Leipzig zum Club gekommen ist. Der Mittelfeldspieler mit den kurzen Nähmaschinenschritten, auch erst 19 Jahre alt, fand lange nicht so richtig ins Team. Der Druck war groß, viele sahen in ihm schon den Schlüsselspieler im Mittelfeld. Jetzt scheint er angekommen zu sein. Seine Leistung gegen die Kieler? Immer giftig (wieder mal Gelb), immer anspielbereit, immer mitdenkend. Auch Johannes Geis blüht neben Krauß auf: "Wir haben jetzt eine gute Formation gefunden, die von den Trainern gut einstudiert wurde", sagte Geis, der "Mann des ruhenden Balles".

Die Leihspieler von RB - beide auch U19-Nationalspieler - verleihen dem Club etwas Flügel. Weiter wird aber auch, schon aus finanziellen Gründen, auf den eigenen Nachwuchs gesetzt. Erik Shuranov (19), der Derbyheld von Fürth, kam auch gegen Kiel nach einer guten Stunde für Borkowski . Der bullige Stürmer ist richtig nah dran an der ersten Elf. Tim Latteier (20) bekam zuletzt gegen Heidenheim wieder ein paar Minuten.

Ausleihen und ausbilden - diese vier stehen exemplarisch für den Weg des 1. FC Nürnberg. Dorthin ist Krauß, der ebenso wie Borkowski bis Juni 2022 beim Club bleibt, auch gewechselt, um viel spielen und viel lernen zu können. "Joshua Kimmich hat für Leipzig in der 3. Liga gespielt. Jetzt ist er Champions-League-Sieger. So einen Weg will ich auch irgendwann gehen", meinte er im Sommer vergangenen Jahres vor seinem Wechsel nach Nürnberg in der "Bild"-Zeitung. Aber er sagte sogleich: "Das ist natürlich schwer." Zunächst will auch er wie Borkowski in Nürnberg den Weg der kleinen Schritte gehen - auch der führt oft nach oben.

Der Spielbericht zur Partie gegen Holstein Kiel

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