Ob er da schon eine Vorahnung hatte? Club-Coach Robert Klauß jedenfalls raunzte auf der Pressekonferenz vor dem Jahresauftakt-Heimspiel in der 2. Fußball-Bundesliga einen Journalisten an, der es doch tatsächlich gewagt hatte, noch den Ambitionen der Nürnberger in der zweiten Saisonhälfte zu fragen. "Direkt die zweite Frage im neuen Jahr nach dem Aufstieg, das interessiert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht", entgegnete der 37-jährige Jung-Cheftrainer. Und zur Verdeutlichung schob er noch einmal seine Prioritäten-Rangliste hinterher: Zuvorderst zähle die Leistung, danach das Ergebnis und erst ganz zum Schluss dessen Auswirkung auf die tabellarische Konstellation.
Sven Michel entscheidender Faktor
Legt man diese Bewertungsschablone über die 1:2-Pleite des 1. FC Nürnberg gegen den SC Paderborn, so bleibt festzuhalten, dass die Leistung zumindest vor der Pause nicht dazu ausreicht, um im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg noch ein Wörtchen mitreden zu können. "Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen, hatten in der ersten Halbzeit wenig Zugriff und Druck auf den Ball. Das 0:1 ist aus meiner Sicht vermeidbar. Und dann so schnell das zweite Gegentor zu kriegen, darf uns nicht passieren", beschrieb Mittelfeldmann Fabian Nürnberger die spielentscheidenden drei Minuten direkt vor dem Pausenpfiff, als der Club gleich zwei Kröten zu schlucken hatte. Erst überlupfte Paderborns 14-Tore-Mann Sven Michel Club-Keeper Christian Mathenia (41.), danach bediente er Sturmpartner Felix Platte per Flanke, der aus kurzer Distanz einnickte (44.).
"Das 0:2 vor der Pause ‚killt‘ uns ein bisschen. In der zweiten Hälfte hätten wir durchaus mehr holen können, wenn wir nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gehen", sagte Cheftrainer Klauß nach der Partie auf der Pressetribüne in einem Interview für die BR-Kult-Radiosendung "Heute im Stadion". Tatsächlich hatte er mit drei personellen Wechseln sowie einer taktischen Feinjustierung dafür gesorgt, dass der Club noch einmal zurück ins Spiel kam. Mehr als der Anschlusstreffer durch Mats Moeller Daehli sprang aber nicht heraus (61.) – auch weil Eric Shuranov und allen voran Asger Sörensen hochkarätige Möglichkeiten nicht verwerten konnten. "Wie wir in der zweiten Halbzeit reagiert haben, war gut. Wir hatten Chancen, um das zweite Tor zu schießen. Das sind unglückliche Situationen, solche Tore müssen wir einfach machen."
Nur zwei Zähler hinter Rang 3
Bliebe nach den Klauß'schen Kriterien noch die Auswirkung der "So la la"-Leistung und des Missergebnisses auf die Tabelle. Dort steht zwar ein Abrutschen auf den 9. Rang, doch der Abstand auf den Relegationsplatz 3 beträgt weiterhin nur mickrige drei Zähler. Also geht doch noch etwas in Richtung Aufstieg? "Wir sind eine junge Mannschaft, und deswegen wollen wir einfach den nächsten Schritt in der Saison gehen. Wir sind erst 16. geworden, letztes Jahr sind wir 11. geworden. Da darf man nicht vergessen, wo wir herkommen."
Aber gerade die Heimniederlage gegen Paderborn habe gezeigt, dass für den ganz großen Angriff doch noch etwas fehlt. "Unser Anspruch ist natürlich, dass wir in die Bundesliga aufsteigen wollen. Aber das ist kein Ziel, das wir für dieses Jahr ausgegeben haben", schloss Klauß, ehe er die Pressetribüne im bitterkalten und (fast) menschenleeren Max-Morlock-Stadion wieder verließ.
"Das 0:2 vor der Pause ‚killt‘ uns ein bisschen. In der zweiten Hälfte hätten wir durchaus mehr holen können, wenn wir nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gehen."























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