22.09.2019 - 21:41 Uhr
NürnbergSport

Club versinkt im Mittelmaß

Der 1. FC Nürnberg zeigt beim Remis gegen den Karlsruher SC nur ansatzweise, wozu der Kader eigentlich zu leisten imstande sein müsste. Ständige personelle und taktische Rochaden hemmen die Spieler.

Viel Kampf, wenig Klasse: Nürnbergs Torschütze Johannes Geis (links) im Duell mit Marvin Wanitzek vom KSC.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Asger Sörensen, Patrick Erras, Georg Margreitter, Lukas Mühl und Lukas Jäger: Diese fünf Spieler bildeten in den bisherigen sieben Saisonspielen die zentrale Verteidigung des 1. FC Nürnberg. Mal als Duo in einer Vierer-Abwehrreihe, mal als Dreierverbund. Am Samstag gegen den KSC schickte Club-Coach Damir Canadi das Lukas-Duo Mühl und Jäger als zentralen Part einer Viererreihe aufs Feld, um während des zweiten Abschnitts wieder auf eine Dreierkette mit dem eingewechselten Erras als Fixpunkt umzustellen. Auch beim enttäuschenden 1:1 gegen den Aufsteiger, bereits das dritte Remis, blieb die Erkenntnis, dass Canadi bislang weder Personal noch taktische Ausrichtung gefunden hat, mit denen er den Club wieder ins Oberhaus führen will. "Unser Anspruch ist es schon - bei allem Respekt vor Karlsruhe - gegen einen Aufsteiger zu Hause zu gewinnen", zeigte sich Christian Mathenia, der Keeper blieb nach einigen Patzern diesmal fehlerfrei, schon einigermaßen ratlos. Spieler und Trainer müssten jetzt "intern knallhart analysieren", weswegen der Club zum dritten Mal in Folge eine Führung nicht über die Zeit brachte. Johannes Geis hatte Nürnberg per Strafstoß in Führung geschossen, doch noch vor der Pause gelang Manuel Stiefler der Ausgleich. "Wir müssen uns schon fragen lassen, warum wir nach dem Führungstreffer einbrechen. So bringen wir uns selbst um die Punkte."

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Eklatant war die Schwäche bei eigenem Ballbesitz. Die Innenverteidiger Mühl und Jäger waren als erste Aufbauspieler stets händeringend auf der Suche nach Anspielstationen, doch die als Gestalter vorgesehenen Geis und Hanno Behrens waren geschickt zugestellt worden - fielen aber auch nicht mit sonderlich viel Einsatz auf, sich der Deckung zu entziehen. So prägten viele Quer- und Rückpässe das Nürnberger Spiel. Besonders Mühl scheute jegliches Risiko und mit jedem Fehlpass stieg sichtbar seine Unsicherheit und Nervosität - eine Folge der ständigen Wechsel und fehlenden Eingespieltheit? "Offensiv machen wir das gar nicht so schlecht, verzeichnen in jedem Spiel über 20 Torschüsse. Aber hinten kassieren wir einfach zu viele Gegentore", nahm Mathenia sich und seine defensiven Mitstreiter in die Pflicht. Stoßstürmer Michael Frey, der gegen Daniel Gordon und David Pisot einen sehr schweren Stand hatte, legte den Finger dann auch in die tabellarische Wunde: "Wir müssen jetzt anfangen dreifach zu punkten, sonst können wir nicht vorne mitspielen." Der Schweizer hatte die größte Chance des zweiten Durchgangs, als KSC-Keeper Benjamin Uphoff seinen Seitfallzieher sehenswert über die Latte lenkte. Langsam droht aber auch auf den Rängen die Stimmung zu kippen. So mischten sich nach dem Schlusspfiff unter zaghaften Beifall unüberhörbar gellende Pfiffe und Unmutsäußerungen aus der Nordkurve, wo die treuesten Club-Anhänger beheimatet sind. "Die Tabelle sieht nicht gerade rosig für uns aus. Ich kann die Unzufriedenheit der Fans verstehen. Wir sind alle nicht zufrieden aktuell", sagte Torschütze Geis. Ein erster Schritt könnte mehr Konstanz bei Personal und Taktik sein. Dann wäre vielleicht auch eine Spielidee des neuen Trainers erkennbar.

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