20.01.2019 - 22:54 Uhr
NürnbergSport

Club verteidigt "extrem dumm"

Der 1. FC Nürnberg macht am Sonntag das Dutzend voll. Und das ist wahrlich kein Grund zum Feiern. Das 1:3 gegen Hertha BSC Berlin ist das zwölfte sieglose Spiel in Serie. Mut macht derzeit kaum etwas beim Club.

Nur selten konnte sich Nürnbergs Matheus Pereira (rechts, hier im Duell mit dem Berliner Doppel-Torschützen Ondrej Duda) gegen seine Gegenspieler durchsetzen. Der Club unterlag am Sonntag daheim mit 1:3 und geht schweren Zeiten entgegen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Nürnberg.Nicht nur draußen in der Natur ist es derzeit bitterkalt, auch beim 1. FC Nürnberg ist das Klima frostig. Und es wird immer eisiger. Der Bundesliga-Rückrundenauftakt gegen Hertha BSC Berlin am Sonntag sollte etwas Wärme ins Vereinsleben bringen, doch es drohen weitere Frost- und Frust-Wochen.

Mit dem 1:3 (1:1) gegen die Hauptstädter bleibt der Club Tabellen-Schlusslicht der ersten Liga. Der 1:1-Ausgleichtreffer von Hanno Behrens (42.) war viel zu wenig, die Berliner nahmen durch die Tore von Vedad Ibisevic (15. ) und den Doppelpack von Ondrej Duda (50./70.) verdient die Punkte mit.

Dardai gefällt's

Sie klammern sich derzeit an so ziemlich alles im Frankenland. "Die Mannschaft hat einen Riesenkampf gezeigt", rückte Trainer Michael Köllner die Einstellung und das Körperliche in den Vordergrund, wohlwissend, dass spielerisch beim Aufsteiger einiges im Argen liegt. Die robusten Berliner waren ball- und stafettensicherer. "Ein, zwei Ballkontakte, das hat mir gut gefallen", lobte Pal Dardai die Spielweise seiner Kicker.

Die Berliner hatten auch immer wieder ihre Durchhänger, doch so richtig Probleme hatten nur die Nürnberger. Das zog sich durch alle Mannschaftsteile. Köllner hatte den Brasilianer Ewerton an Stelle von Lukas Mühl in die Innenverteidigung beordert. Recht viel mehr Sicherheit konnte der Routinier der Club-Defensive auch nicht geben. "Wir haben in den entscheidenden Situation extrem dumm verteidigt", konstatierte dann Außenverteidiger Enrico Valentini. Exemplarisch dafür stand die Hertha-Führung. "Wir müssen die zwei gefährlichen Hertha-Stürmer weg vom Tor halten", hatte Köllner noch vor dem Spiel angemahnt. Und dann spielten Davie Selke und Ibisevic vor der Gästeführung einen simplen Doppelpass, den Ibisevic aus 14 Metern zum 1:0 abschloss. "Man kann nicht jede Aktion verteidigen", sagte der Oberpfälzer Club-Trainer zwar. Diese hätten die Nürnberger aber verteidigen müssen.

Behrens staubt ab

Bezeichnend bei den Gastgebern war vor gut 36 000 Zuschauern, dass die vor der Winterpause verletzten Hanno Behrens und Eduard Löwen noch am meisten Schwung brachten. Letzterer drosch kurz vor der Pause den Ball in den Sechzehner, der Club-Kapitän staubte zum 1:1 ab.

Nach dem gleichen Schema

Für Köllner waren zwei Situationen nach der Pause entscheidend. "Das war ein klarer Elfmeter", echauffierte er sich über die Szene in der 48. Minute, in der der ansonsten auf sich alleine gestellte Stürmer Mikael Ishak im Berliner Strafraum zu Boden ging. Schiedsrichter Guido Winkmann ließ weiterspielen, und nur zwei Minuten später legte Ibisevic für Duda auf, der die erneute Hertha-Führung markierte. Köllner war bedient: "Dieses 1:2 war eine schwere Hypothek." Fast nach demselben Schema legte der Slowake auch noch das 3:1 nach.

"Wenn du solche Tore kassierst, wird es in der Bundesliga sehr schwierig", klagte Valentini völlig verständnislos. Es wird verdammt schwierig für den Club.

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