22.03.2021 - 14:19 Uhr
NürnbergSport

Erik Shuranov – der halbe Derbyheld des 1. FC Nürnberg

Dem 1. FC Nürnberg konnte man in den vergangenen Spielen kaum zuschauen. Jetzt setzt anscheinend ein Umdenken ein. Die Jugend bekommt eine Chance – wie Erik Shuranov im Derby gegen Greuther Fürth.

Erik Schuranow jubelt über seinen Treffer zum 2:1.
von Josef Maier Kontakt Profil

Diese Aktion war völlig überflüssig: Club-Oldie Manuel Schäffler schüttelte den Kopf, lachte und streckte auch noch belustigt den Daumen nach oben. Sein Sturmkollege Erik Shuranov hatte im Übereifer nach einer halben Stunde den Ball ins Leere gespielt, entgegen Schäfflers Laufrichtung.

Fehler machte der Jungspund Shuranov später auch noch, aber der 19-Jährige war dennoch einer der Besten bei seinem Startelf-Debüt – ausgerechnet im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth, das am Sonntag 2:2 endete. "Diesen Tag werde ich mit Sicherheit nie vergessen", sagte der junge Angreifer nachher mit leuchtenden Augen. "Und es gibt nichts Geileres, als im Derby ein Tor zu schießen." Dieses 2:1 eine Viertelstunde vor Schluss war Ausdruck der starken zweiten Hälfte des Clubs. Und es war kein Zufall, dass es ausgerechnet Shuranov schoss. Trainer Robert Klauß hatte schon vorher das Gefühl, dass "Erik etwas reißen" könnte, weil er schon aus Jugendzeiten Derbys kenne.

Der Spielbericht zum fränkischen Derby

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Seit elf Jahren spielt der in Bamberg geborene Deutsch-Ukrainer beim Club. Der bullige Angreifer durchlief alle Jugendmannschaften. Eigentlich ist er noch für die A-Jugend spielberechtigt, aber dort ruht coronabedingt der Spielbetrieb. "Erik ist ein außergewöhnliches Talent und in seinen Aktionen immer Richtung Tor orientiert", hatte Michael Wiesinger, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, vor einigen Wochen in der "Bild" gesagt. Das sah man auch bei Shuranovs Führungstor gegen die Fürther. Da hatte er nur den Kasten im Blick. Nur an Wettkampfhärte müsse er noch zulegen, ergänzte Wiesinger. Die holt sich die Nummer 44 des Clubs nach und nach. Trainer Klauß gab ihm zuletzt immer wieder ein paar Spielminuten.

Shuranov steht auch für den Weg, den die Nürnberger wegen Geldmangels künftig wieder einschlagen müssen. Hanno Behrens' Vertrag wird nicht verlängert, Lukas Mühl braucht eine Luftveränderung, Georg Margreitter ist keine Option für die Zukunft. Der Club braucht ein anderes Gesicht, eine Auffrischung, so wie vor drei, vier Jahren, als Leute wie Mühl, Patrick Erras, Cedric Teuchert, Eduard Löwen oder auch Dennis Lippert den Kader aufpeppten. Mit Tim Latteier und Linus Rosenlöcher drängen jetzt weitere Talente in die erste Mannschaft.

Am weitesten ist Shuranov. Der war nach dem späten Ausgleich der fußballerisch besseren Fürther am Sonntag auch geknickt: "Sehr schade, dass wir das Ding am Ende nicht gewonnen haben", knurrte er. "Aber mit der Leistung heute können wir sicher zufrieden sein." Er besonders.

"Diesen Tag werde ich mit Sicherheit nie vergessen."

Erik Shuranov, Derby-Torschütze des 1. FC Nürnberg

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