21.03.2021 - 18:35 Uhr
Sport

Verkehrte Welt im Frankenderby: Fürth stiehlt Club Punkte

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Der 1. FC Nürnberg aus der großen Stadt fährt als Außenseiter ins kleine Fürth zur dortigen SpVgg Greuther. Klar verteilte Rollen. Doch dann kommt alles etwas anders - inklusive einiger Auf und Abs.

Die Nürnberger Fabian Nürnberger (links) und Tim Handwerker sind frustriert.
von Josef Maier Kontakt Profil

Wär' das ein Spaß gewesen. Die Fans in einem ausverkauften Sportpark Ronhof wären durch etliche Gefühlswelten getaumelt. "Heute haben nur die Zuschauer gefehlt", sagte dann auch Dieter Hecking. Der Sportvorstand des 1. FC Nürnberg war nach den 94 Minuten im fränkischen Derby fix und alle.

2:2 (1:0) trennten sich die SpVgg Greuther Fürth und der Club am Sonntag im ältesten Fußballderby Deutschlands. Einen Gewinner gab es trotzdem: den Fußball. Nein, nicht der spielerischen Kunst wegen. Da gab es vor allem bei den Nürnbergern wieder Unzulänglichkeiten, aber was Leidenschaft, Einsatz und Wille in der zweiten Hälfte angeht, war das schon stark. Das sah auch Stefan Leitl, Coach der Fürther, so: "Es war ein sehr intensives Spiel. Es ging ordentlich zur Sache und war emotional." Für die favorisierten Gastgeber war der Punkt im Aufstiegskampf der 2. Liga zu wenig. Für die Gäste aus der großen Nachbarstadt fühlte sich diese Punkteteilung tatsächlich wie eine Niederlage an. "Wir hätten den Sieg so verdient gehabt", meinte Club-Kapitän Enrico Valentini frustriert. Aber dann segelte in der Nachspielzeit diese Flanke in den Club-Strafraum: Dickson Abiama wischte den Ball per Kopf ins Tor. "Vor allem für Dickson ist das, glaub' ich, ein sehr schönes Gefühl, im Derby ein Tor zu schießen", freute sich Kapitän Branimir Hrgota für den Nigerianer.

Die Fürther im Aufstiegskampf

Regensburg

Es gab einige Freudenmomente in diesem Derby: Etwa bei Havard Nielsen, der die Gastgeber schon früh (8.) in Führung gebracht hatte. Nichts deutete da darauf hin, dass auch die Nürnberger an diesem Tag Glücksgefühle entwickeln könnten. Aber dann drosch Enrico Valentini den Ball, der noch abgefälscht wurde, zum 1:1 (57.) in den Winkel. Und auch bei Startelf-Debütant Eric Schuranow purzelten nach seinem Führungstor (76.) Glückshormone.

Die Nürnberger waren nach mäßiger erster Hälfte wie verwandelt aus der Kabine gekommen. "Die zweite Hälfte war von der Intensität her sehr gut", meinte Valentini. Ein großes Plus war auch, dass die Nürnberger es geschafft hatten, den Fürther Torjäger Hrgota, der am Mittwoch noch beide Treffer beim Auswärtssieg in Regensburg erzielt hatte, aus dem Spiel zu nehmen.

Aber Hrgota hatte dann nach dem Ausgleich in der Nachspielzeit doch noch dieses große Glücksgefühl. Beim Club soll es noch kommen. "Eine Nacht drüber schlafen", empfahl Hecking. "Und dann auf dieser Leistung aufbauen."

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