06.08.2019 - 13:40 Uhr
NürnbergSport

Ernüchterung beim Club

Das tat weh: Beim 0:4 gegen den Hamburger SV erfahren die Ambitionen des 1. FC Nürnberg bereits am zweiten Spieltag einen herben Dämpfer. Lediglich ein Neuzugang sorgt für vereinzelte Lichtblicke.

Nicht nur bei Patrick Erras (rechts) und Mikael Ishak war die Ernüchterung nach der herben 0:4-Klatsche des 1. FC Nürnberg gegen den Hamburger SV groß.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Wo nach dem 1:0-Sieg zum Saisonauftakt bei Dynamo Dresden noch so etwas wie der sanfte Anflug von Aufbruchstimmung auszumachen war, setzte am Montagabend bei den Anhängern des 1. FC Nürnberg große Ernüchterung ein. Zu chancenlos präsentierte sich der mit sechs Neuzugängen in der Startelf rundum erneuerte Bundesliga-Absteiger bei der 0:4-Klatsche gegen den Hamburger SV. "Wir waren heute in allen Belangen unterlegen", räumte ein enttäuschter Club-Trainer Damir Canadi ein. 45000 hoffnungsvoll gestimmte und fast schon wieder euphorisierte Zuschauer waren ins Max-Morlock-Stadion gepilgert und hatten dem ungeliebten Montagabendspiel im deutschen Unterhaus einen bundesligawürdigen Rahmen verliehen. Es war beileibe nicht so, dass die Gäste aus der Hansestadt die Nürnberger in Grund und Boden gespielt hätten. Eine diszipliniert arbeitende Defensive sowie ein ungemein effektiver Angriff genügten, um einen chancenlosen Club in die Knie zu zwingen. "Wenn man sich das heute anschaut, waren wir weit davon entfernt, um ganz vorne mitzuspielen", gestand Canadi. Große Lücken im Defensivverbund, fehlerhaftes Passspiel im Aufbau und kein Durchsetzungsvermögen zwangen den Österreicher schon früh dazu, seine ursprüngliche Taktik über Bord zu werfen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde holte Canadi den überforderten Lukas Jäger vom Platz, brachte Mikael Ishak fürs Sturmzentrum und beorderte Patrick Erras aus der Abwehrzentrale ins Mittelfeld. Da hieß es jedoch bereits 0:2.

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Die Umstellung von 3-4-3 auf 4-4-2 brachte zumindest in der Viertelstunde vor der Pause etwas mehr Schwung ins träge Nürnberger Spiel, der Hauch von Torgefahr entstand aber höchstens beim korrekterweise nicht gegebenen Abseitstreffer von Hanno Behrens. "Die Hamburger machen aus zwei Chancen zwei Treffer, das wirft eine Mannschaft natürlich zurück. Aber wir waren heute einfach nicht gut genug", räumte der Club-Kapitän im Anschluss ein. "Nach der Pause wollten wir noch einmal alles investieren, um ein schnelles Anschlusstor zu erzielen. Doch dann werden wir eiskalt ausgekontert und nach dem 0:3 war die Partie gelaufen", fuhr Behrens fort. Zwar trieb Canadi seine Truppe an der Seitenlinie wild gestikulierend nach vorne und legte sich mit dem Schiedsrichter an, doch der Club fand kein Mittel gegen die bärenstarken HSV-Innenverteidiger Rick van Drongelen und Gideon Jung. "Wir haben vielleicht ein oder zwei Tore zu hoch gewonnen, aber auf diesem Erfolg lässt sich aufbauen", freute sich Gästecoach Dieter Hecking über den Erfolg an seiner alten Wirkungsstätte. Diesem Umstand war sein Understatement wohl geschuldet, denn wenn sein HSV die zahlreichen Konter konsequenter zu Ende gespielt hätte, wäre eine noch deutlichere Abreibung für den Club möglich gewesen. "Ob es dann 3:0 oder 4:0 ausgeht, ist auch schon egal", wollte Behrens dem keine allzu große Bedeutung beimessen. Einziger Lichtblick aus Nürnberger Sicht: Iuri Medeiros feierte gegen den HSV sein Debüt. Der Portugiese verfügt über ein ganz feines Füßchen, was er am Montagabend gelegentlich aufblitzen ließ. Allerdings muss sich der 25-Jährige in Sachen Passgenauigkeit und Robustheit erst noch an die Gepflogenheiten in der zweiten Liga gewöhnen. Zumindest darauf dürfen die Club-Fans in naher Zukunft hoffen.

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