24.10.2020 - 19:27 Uhr
NürnbergSport

Fünf-Spiele-Bilanz: Dem 1. FC Nürnberg droht erneut eine Zittersaison

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Die Rettung erfolgte in letzter Sekunde. In der Zukunft sollte für den 1. FC Nürnberg alles besser werden. Nach dem KSC-Spiel sind die Zweifel wieder groß.

In dieser Saison läuft beim 1. FC Nürnberg auch nicht alles rund. Hier kann Torwart Christian Mathenia (rechts) den Ball gegen den KSC nicht richtig greifen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Weg damit! "Das mit der letzten Saison lassen wir mal", wurde Nürnbergs Kapitän Enrico Valentini forsch, als die Frage nach den Parallelen zur vorherigen Spielzeit kam. "Das ist vorbei." Ist es das wirklich?

Oberflächlich betrachtet ist das 1:1 des 1. FC Nürnberg am Freitag im Heimspiel gegen den Karlsruher SC ein Punkt, der das Konto auf einigermaßen gute sechs Zähler aufstockt. Die Elf von Trainer Robert Klauß hat von den fünf Saisonspielen bisher erst eines verloren - aber auch nur eines gewonnen. Nach fünf Spielen der Vorsaison, die fast im Desaster geendet hatte, hatte der FCN sieben Punkte gesammelt. Das Remis gegen den KSC befeuerte am Freitag die Befürchtungen, dass es in dieser Spielzeit nicht viel besser werden könnte als in der abgelaufenen. Es fehlt einfach die Phantasie, dass mit dieser Mannschaft Besseres gelingen kann. Nur in der ersten Hälfte war in Spurenelementen eine Struktur zu erkennen. "Wir haben aber das, was wir uns vorgenommen haben, nicht richtig nicht umgesetzt", begründete der Trainer den vor allem in der zweiten Hälfte oft blutleeren Auftritt.

Der Spielbericht zum KSC-Spiel

Nürnberg

Klauß kann minutenlang erklären, was schiefgelaufen ist: Dass seine seine Spieler nicht richtig in die "Box" (früher Strafraum genannt) gekommen sind, dass sie manche Überzahlsituation nicht clever ausgespielt haben, dass sie noch vom St.-Pauli-Spiel vier Tage vorher müde waren und dass sie nicht auf ihn gehört haben, als er auf die Karlsruher Kopfballstärke hinwies. "Und dadurch haben wir ja auch den Ausgleich kassiert."

Freilich gibt es auch Lichtblicke beim Club: Lukas Mühl ist wieder wichtig im Abwehrzentrum. Der Niederbayer aus Zwiesel hat den Durchhänger der Vorsaison abgeschüttelt. Auch Felix Lohkemper, der vergangene Spielzeit gar nicht zu sehen war, sorgte für etwas Belebung. Und das nicht nur mit seinem Führungstor gegen den KSC. Aber Manuel Schäffler, der endlich das zentrale Sturmproblem lösen soll, wirkte schwerfällig. "Er war schon fit", sagte Klauß zum Neuzugang aus Wehen. "Und ja, er wirkte müde." Deswegen habe er den Stoßstürmer aber nicht zur Pause rausgenommen. "Ich wollte ohnehin frische Stürmer bringen."

Gebracht hat es nicht mehr viel. Es fehlt dem Club in der Offensive weiter ordentlich an Qualität. Am besten drückt die Klauß'sche Einschätzung aus, wie es derzeit um den Club steht: "Wir sind nie komplett überlegen, wir sind nie komplett unterlegen." Das heißt: Der Club ist Durchschnitt. Oder wie es der Trainer formuliert. "Nach Schulnoten würde ich uns bisher ein befriedigend geben, eine Drei." Solch eine wohlwollende Zensur dürften viele Beobachter nicht verteilen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.