28.06.2020 - 18:22 Uhr
NürnbergSport

Kommentar: Der 1. FC Nürnberg braucht endlich eine komplette Erneuerung

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Dieser Verein lässt nichts aus. Jetzt steht der 1. FC Nürnberg wirklich vorm Abgrund. In diesem Verein hat nicht nur die Mannschaft versagt, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

So frustriert standen Nikola Dovedan und seine Kollegen in dieser Saison öfter in der Gegend herum. Am letzten Spieltag schaffte der 1. FC Nürnberg den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Gut ist damit aber noch lange nichts.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Auf den Nachbarn Fürth brauchen sie nicht sauer zu sein, diese Situation haben sie sich in Nürnberg samt und sonders selbst eingebrockt. Vor der Saison hatten sie beim Club auch auf den Relegationsplatz geschielt, aber auf den in Richtung erste Liga. Jetzt droht der Absturz in die dritte Liga. Von solch einem Super-GAU würde sich der Altmeister wohl auf Jahre nicht mehr erholen.

Sie kriegen noch zwei Gnadenspiele gegen den Drittliga-Dritten. Danach muss Tabula Rasa gemacht werden. Es gilt ehrlich Verantwortlichkeiten zu klären - und sich diesen endlich zu stellen.

Ein Team stand bisher beim Aufstiegsmitfavoriten nur selten auf dem Platz. Gewiss haben Spieler und Trainer einen gewichtigen Teil der Schuld, aber dieser Schluss wäre zu billig. Für das Sportliche ist Robert Palikuca hauptverantwortlich. Die Neuzugänge waren bis auf Robin Hack keine Verstärkungen. Bei den Trainern lag er zwei Mal daneben. Und wenn die Neuen schon nicht helfen, dann sollte zumindest der eigene Nachwuchs Freude bereiten. Erras, Mühl, Teuchert, Sabiri, Löwen, vor drei, vier Jahren schoben Talente richtig an, machten den Etablierten Beine. Wo ist jetzt der Nachwuchs für die Profis?

1. FC Nürnberg steht nach 1:1 am Abgrund zur 3. Liga

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Um auch solche Fehlentwicklungen in einem Verein zu korrigieren, dafür gibt es Kontrollgremien. Der Aufsichtsrat beim FCN ist in großen Teilen ein Unternehmertreff, der die Finanzen sicher gut im Auge behalten kann. Aber es fehlt die fußballerische Kompetenz. Die einzige sportliche Komponente im Aufsichtsrat kommt von Maximilian Müller - der war mal Hockey-Olympiasieger. Der Club hätte so viele ehemalige Spieler, die genügend Fachwissen einbringen könnten. Aber wahrscheinlich will man das nicht.

Die Einzigen, die richtig abliefern, sind die Fans. Vor Corona waren sie nachsichtig wie seit Jahren nicht mehr. Nach dem Re-Start ließen sie sich auch von kläglichen Darbietungen nicht schocken. Das ist echte Liebe.

Das letzte Heimspiel des 1. FC Nürnberg

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