21.06.2020 - 17:44 Uhr
NürnbergSport

VfB Stuttgart vermöbelt den Club böse

Aus 6:0 mach 0:6: Eine Woche nach dem bejubelten Kantersieg bei Wehen Wiesbaden knallt der 1. FC Nürnberg hart auf den Boden der Tatsachen. Auch vor dem letzten Spieltag in der zweiten Liga müssen die Club-Fans um den Ligaverbleib zittern.

Der 1. FC Nürnberg geriet gegen den VfB Stuttgart böse unter die Räder. In dieser Szene kämpft Robin Hack (links) gegen Stuttgarts Orel Mangala um den Ball.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Die gute Nachricht vorneweg: Der 1. FC Nürnberg kann nicht mehr direkt in die 3. Liga absteigen. Allerdings bleibt für den Club nach der desaströsen 0:6 (0:3)-Niederlage im heimischen Max-Morlock-Stadion die bittere Erkenntnis: Der VfB Stuttgart ist nicht der SV Wehen Wiesbaden, wo der FCN vor Wochenfrist mit dem identischen Ergebnis gesiegt hatte. Während die Schwaben die Bundesliga-Rückkehr so gut wie sicher haben (drei Punkte und elf Tore vor Heidenheim), steht dem Club vor dem letzten Spieltag das Wasser bis zum Hals. Zwei Zähler liegt die Elf von Trainer Jens Keller vor dem Abstiegsrelegationsplatz, den der Karlsruher SC einnimmt. Wobei das Torverhältnis nach der Gegentorflut vom Sonntag jetzt sogar um ein Tor pro KSC spricht. Somit kommt es am letzten Spieltag zum Showdown: Der Club muss bei Holstein Kiel gewinnen, um die Liga aus eigener Kraft auf den letzten Drücker doch noch zu halten. Der KSC gastiert – und jetzt wird's spannend – bei der SpVgg Greuther Fürth. Nimmt man allein die Leistung der Nürnberger gegen den VfB Stuttgart als Maßstab, muss den Club-Fans vor dem finalen Spieltag himmelangst und bange werden, und sie sollten dem ungeliebten Nachbarn zur Sicherheit die Daumen drücken.

Die Analyse des Nürnberger Debakels gegen den VfB Stuttgart

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Über weite Strecken des Spiels trat ein Klassenunterschied zutage. Vor allem über die Flügel brachte der VfB viel mehr Tempo auf den Platz und stürzte die Heimelf von einer Verlegenheit in die nächste. Wenn Silas Wamangituka über rechts und Nicolas Gonzalez über links aufs Gaspedal drückten, kamen sich Georg Margreitter, Johannes Geis und Enrico Valentini vor, als überhole sie in ihrem klapprigen Kleinwagen ein schwäbisches PS-Ungetüm. Unter Druck produzierten die heillos überforderten Nürnberger eklatante individuelle Böcke, die fast zwangsläufig zu Gegentreffern führten. Vor dem 0:1 vertändelte Margreitter unnötig den Ball – Wamangituka sagte brav danke (11.). Beim zweiten Gegentreffer verursachte Tim Handwerker unbedrängt einen Eckball, infolge dessen Atakan Karazor einschießen durfte (26.). Noch vor der Pause ließ der wieselflinke Wamangituka den Club-Innenverteidiger Margreitter wie einen Jugendspieler stehen und bediente mustergültig Kalajdzic, der nur noch den Fuß hinhalten musste (41.).

Ein Kommentar zum Nürnberger Zittern um den Klassenerhalt

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Nach der Pause ging die Nürnberger Demontage weiter, der VfB zerlegte den Club in seine Einzelteile. Beim 0:4 von Gonzalez befand sich sein Gegenspieler Valentini noch im Tiefschlaf (51.), beim 0:5 durch Karazor versagte der Club bei einem Eckball im Kollektiv und verlor den Doppelpacker völlig aus dem Auge (63.). Als Handwerker wieder mal nur die Hacken von Gonzalez sah, war das halbe Dutzend voll (76.). Während nach Schlusspfiff die Stuttgarter ihren Quasi-Aufstieg frenetisch feierten, schlichen die Club-Spieler bedröppelt vom Platz. Verständlich, fühlte sich doch jedes einzelne Gegentor wie eine deftige schwäbische Watschn an.

Statistik:

1. FC Nürnberg – VfB Stuttgart 0:6 (0:3)

FCN: Mathenia – Valentini, Sörensen, Margreitter (56. Mühl), Handwerker – Nürnberger, Geis – Dovedan (64. Gnezda Cerin), Behrens (64. Zrelak), Hack (85. Heise) – Frey (85. Lohkemper)

VfB: Kobel – Kempf (61. Kaminski), Karazor, Stenzel – Gonzalez, Mangala, Endo, Klement (73. Klimowicz), Wamangituka (57. Mola) – Förster – Kalajdzic (57. Al Ghaddioui)

Tore: 0:1 (11.) Wamangituka, 0:2 (26.) Karazor, 0:3 (41.) Kalajdzic, 0:4 (52.) Gonzalez, 0:5 (63.) Karazor, 0:6 (76.) Gonzalez – SR: Matthias Jöllenbeck (Freiburg)

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