10.06.2021 - 16:42 Uhr
OberpfalzSport

Ganz viel Frankreich und ein Geheimfavorit: Die EM-Tipps der Sportredaktion

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Am Freitag startet die Fußball-EM 2021 – mit einem Jahr Verspätung. Wer wird Europameister? Wie schneidet das DFB-Team ab? Die Sportredaktion gibt Antworten – ohne Gewähr.

Holen die Franzosen nach der WM 2018 auch den Europameister-Titel? Die Sportredaktion jedenfalls hat Frankreich gleich mehrfach als Topfavoriten auf dem Zettel.
von Redaktion ONETZProfil

Eigentlich hätte die gesamte Sportredaktion zum Teufel gejagt gehört: Bei den WM-Tipps 2018 lagen unsere Sport-Experten vor drei Jahren sowas von daneben, dass fast zwangsläufig die Rote Karte fällig gewesen wäre. Niemand prognostizierte damals das peinliche Vorrunden-Aus für Jogi Löw und seine Truppe, Viertelfinale oder gar Halbfinale lauteten die durchgängig optimistischen Prognosen.

Nun, wir haben unsere dreijährige Sperre abgesessen und starten zur EM 2021 einen neuen Anlauf. ... aber erneut ganz ohne Gewähr.

Alfred Schwarzmeier

Alfred Schwarzmeier

Schottland oder Finnland Europameister? Vielleicht sogar Nordmazedonien? Kaum vorstellbar, dass einer der Underdogs das Rennen macht. Jubeln wird wohl wieder einer aus dem Kreis der üblichen Hauptverdächtigen wie Italien, Spanien, Niederlande oder Frankreich. Ich tendiere zur Equipe Tricolore. Der Weltmeister weiß, wie man Titel gewinnt.

Die WM 2018 war zum Gruseln. Wer nach diesem Schockerlebnis noch von Deutschland als Turniermannschaft redet, lebt in der Vergangenheit. Zum Glück fand die EM nicht 2020 statt, da wären wir sang- und klanglos untergegangen. Mittlerweile ist das Team ein Stück weit gefestigt. Erstmal die Gruppe überstehen, dann geht eventuell mit Glück etwas.

Christian Frühwirth

Christian Frühwirth

Mein Europameister der Herzen steht schon fest: Ungarn. In einer Gruppe mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und mit Deutschland - arme Gulacsis, Szalais und Szoboszlais! Portugal wird den EM-Pokal wieder abgeben müssen. An Frankreich, oder an England, vielleicht an Spanien oder Italien. Mein Geheimtipp ist aber Belgien. Der WM-Dritte hat eine extrem starke Offensive und wäre einfach mal dran.

Und Deutschland? Jogi wird sich nicht als Europameister verabschieden. Endstation ist spätestens im Halbfinale.

Fabian Leeb

Fabian Leeb

Nach dem gefühlsmäßigen Fehlgriff mit Brasilien als Weltmeister 2018 nehme ich diesmal die Statistik zu Hilfe: Italien wird erster pandemischer, oh sorry, paneuropäischer Europameister. Die "Fratelli d'Italia" sind seit sage und schreibe 27 Spielen ungeschlagen, mit zuletzt acht Siegen in Serie bei 25:0 (!) Toren. Dazu kommen die ersten Turnier-Heimspiele in Rom seit der WM 1990. Auch wenn es gewiss individuell stärker besetzte Teams gibt, die Mischung aus Jungspunden und Alten Herren funktioniert perfekt. In Rom erfolgt die Ouvertüre, im Wembley-Stadion singt Gianna Nannini zur Krönung von einer neuerlichen "Notti magiche".

Und Jogis Jungs? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Dieser unberechenbaren Truppe ist alles zuzutrauen, vom Vorrunden-Aus bis zum EM-Titel, wobei den ja Italien gewinnt.

Josef Maier

Josef Maier

Frankreich - wird's nicht! Klasse-Mannschaft, ja, aber da sind ja einige dabei, die beim FC Bayern nicht einmal einen Stammplatz haben. Die Spanier wären der große Favorit, nicht nur weil sie vor sechs Monaten Deutschland so richtig auf die Hörner genommen haben. Aber sie haben schon mit ihrem ersten Gegner mächtig zu kämpfen - Corona in den eigenen Reihen. Belgien? Wie immer gehypt, wie immer vorher draußen. Somit heißt es: "It's coming home" - "Prinz Harry (Kane)" und seine Gefolgschaft holen den ersten EM-Titel in Englands Fußballgeschichte.

Wer bietet mehr, heißt es bei der DFB-Elf. Keiner! Die Deutschen treten mit neun Champions-League-Siegern aus den vergangenen zwei Spielzeiten an. Die Jungs wissen, wie Europa geht. Vom Personal her gesehen, ist Jogis Team top. Aber das allein reicht nicht. Ohne Glück ist im Viertelfinale Endstation, mit Glück heißt es - Finale oho.

Florian Bindl

Florian Bindl

Eigentlich wäre es grob fahrlässig, Frankreich beim Thema Europameister außen vor zu lassen. "Les Bleus" verfügen auch drei Jahre nach ihrem Weltmeistertitel über eine Auswahl, die jeden Playstation-Spieler vor Neid erblassen ließe. Zu gut, zu schnell, zu schön, um wahr zu sein. Wenn N'golo Kanté sein Mittelfeld so dominiert wie im Finale der Champions-League und Kylian Mbappé, dieser Mensch gewordene Pfeil, in Form kommt... dann, ja dann, kann nur noch ein Virus die Franzosen stoppen. Corona dürfte bei dieser EM die große Unbekannte sein, die auch dem vermeintlich stärksten Team den Rasen unter den Füßen wegziehen kann. Dann stünden sicher die Engländer, die Belgier, vielleicht sogar die Niederlande bereit.

Und die Deutschen natürlich. Für Jogis Jungs wäre ein zweiter Platz in der Gruppe hinter Frankreich ein guter erster Schritt. Danach gibt es nur ein Ziel: Wembley.

Rudi Gebert

Rudi Gebert

An Frankreich wird bei dieser EM kein Weg vorbeiführen. Der amtierende Weltmeister hat sich in den neun Jahren unter Trainer Didier Deschamps ständig weiterentwickelt. Das Prunkstück der Equipe Tricolore ist die Offensive mit dem Top-Trio Kylian Mbappé, Antoine Griezmann und Karim Benzema. Sollte der Top-Favorit allerdings schwächeln, steht eine Reihe von Nationen parat, denen auch einiges zuzutrauen ist: Italien, England, Spanien, Belgien, vielleicht auch dem deutschen Team.

Für ein erfolgreiches Ende der Ära-Löw müsste aber schon alles passen. Seit der verkorksten WM 2018 gab es nur wenige positive Ausreißer. Die Rückholaktion von Thomas Müller und Mats Hummels war alternativlos, aber wohl zu spät, um noch eine richtige Harmonie reinzubringen. Die Generalprobe gegen Lettland gibt Hoffnung, überbewerten darf man das deutliche 7:1 gegen den Weltranglisten-138. aber nicht.

Das traut Sportredakteur Josef Maier der DFB-Elf zu

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