26.08.2018 - 23:13 Uhr
Sport

Oh Mann, Coman: Der Schock sitzt tief

Der Franzose des FC Bayern fällt mit einem Syndesmosebandriss lange aus. Karl-Heinz Rummenigge bezeichnet die harte Spielweise der TSG Hoffenheim als "Wild-West-Manier".

Gestützt von den Vereinsmedizinern wurde Bayerns Flügelflitzer in die Kabinen geführt. Kingsley Coman (Mitte) wird wegen eines Syndesmosebandrisses monatelang ausfallen.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

(fle) Der 3:1-Erfolg des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim geriet im Nachgang der Eröffnungspartie in der Mixed-Zone zur Nebensache. Joshua Kimmich trat vor die Mikrofone, ernster Blick und seinen Gegenüber fixierend: "Das ist natürlich ganz bitter für ihn. Er hat überragend gespielt und dann das. Ich war selbst schockiert, als ich ihn da liegen sah und hatte fast Tränen in den Augen." Der Schock über das Verletzungspech von Kingsley Coman saß beim Rechtsverteidiger der Münchener tief. Kurz vor dem Pausentee hatte sich der Hoffenheimer Nico Schulz gegen den wieselflinken Franzosen nicht mehr anders zu erwehren gewusst, als ihn auf Höhe der Eckfahne wegzutreten. Der weinende Coman signalisierte sofort: "Off! Off!" Bis zu dieser verhängnisvollen 42. Minute war "Speedy Gonzales" der beste Münchener, die Hoffenheimer fanden keine Mittel gegen den unwiderstehlichen Antritt des Franzosen - zumindest keine legalen.

"King" - wie ihn seine Mitspieler rufen - kennt den Schmerz, wenn das Syndesmoseband reißt. Bereits im Februar hatte der 22-Jährige die selbe Verletzung erlitten, musste operiert werden und verpasste wegen der Folgen gar das Weltturnier in Russland. Er dürfte sich sonst Weltmeister nennen. "Es sieht nicht sonderlich gut aus", befürchtete Sportdirektor Salihamidzic bereits unmittelbar nach dem Spiel eine lange Ausfallzeit. Angesprochen auf die rustikale Spielweise der Hoffenheimer, vermied "Brazzo" anfangs eine Antwort, schnaufte tief durch und wich anschließend aus: "Ich glaube nicht, dass es Absicht war. Aber für uns ist es natürlich extrem unglücklich." Deutlicher äußerte sich Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge über die vereinseigenen Medien. "Speziell in der ersten Halbzeit sind die Hoffenheimer Spieler brutal hart eingestiegen. Thiago, Coman und Ribéry wurden permanent gefoult mit dem Ziel, unseren Spielfluss zu unterbrechen. Das war Fußball in Wild-West-Manier", keilte "KHR" gegen die "Nagelsmänner". "Wenn dann als Ergebnis der beste Spieler auf dem Platz schwer verletzt ausgewechselt werden muss, dann kann ich nur sagen: Nicht jedes Mittel wird durch den Zweck geheiligt, mit Mut hat diese übertriebene Härte nichts zu tun", legte Rummenigge nach.

Für Coman gab es noch in der Nacht auf Samstag die bittere Diagnose: Riss des Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks. Das, was nun folgt, hat der Franzose schon einmal durchlebt: Bereits am Sonntag wurde er in Tübingen operiert, es folgen eine monatelange Reha, ehe er sich zurück in die Mannschaft kämpfen muss. "Kingsley wird noch stärker zurückkommen, da bin ich mir ganz sicher. Wir werden ihn auf diesem Weg zu 100 Prozent unterstützen", versprach Hasan Salihamidzic Vereinshilfe auf diesem mühsamen Weg.

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