12.07.2019 - 21:21 Uhr
PleysteinSport

SSV Jahn Regensburg dreht das Testspiel

Zu einem Zuschauerrekord reichte es nicht für den Gastgeber TSV Pleystein. Aber ein kleines Fußballfest war das Testspiel zweier Profivereine allemal: Sieben Tore durften die rund 500 Zuschauer bewundern. Und den knappen Sieg des Favoriten.

Sebastian Stolze auf dem Weg zum Ausgleich: Der eingewechselte Offensivspieler umkurvte den Jenaer Torwart Jo Coppens und schob zum zwischenzeitlichen 3:3 ein.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Dabei sah es am Freitagabend auf dem Pleysteiner Sportgelände zur Halbzeit gar nicht nach einem Erfolg des SSV Jahn Regensburg aus. Der Zweitligist kam nicht in die Gänge und lag nach 45 Minuten mit 1:3 zurück. Dann aber legten die Domstädter einen Zwischenspurt ein, schossen drei Tore binnen sechs Minuten und bezwangen den eine Klasse tiefer spielenden FC Carl Zeiss Jena noch mit 4:3.

Lob für Jena

"Kompliment. Jena hat das in der ersten Halbzeit überragend gemacht", zollte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic dem Gegner ein dickes Kompliment. Das Lob nahm sein Gegenüber gerne entgegen. "Wir haben immer versucht, nach vorne zu spielen", befand Jena-Coach Lukas Kwasniok, der als "Knackpunkt" das Anschlusstor zum 2:3 sah: "Da haben wir den Glauben an die eigene Stärke verloren. Dann hat uns der Jahn keine Luft zum Atmen mehr gelassen."

Der TSV Pleystein hatte sich alle Mühe gegeben, um seiner Rolle als Gastgeber gerecht zu werden. Für die Anstrengung gab's viel Anerkennung vom Partnerverein SSV Jahn, der in Pleystein einen Standort für Talenttraining unterhält. "Das hat der TSV ganz toll gemacht", sagte -Geschäftsführer Christian Keller. "Der Platz war gut in Schuss, es waren viele Leute im Jahn-Trikot hier. Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen."

Die Freude am Fußballspielen war den Jahn-Spielern in Halbzeit eins aber nicht unbedingt anzumerken. Zwar hatte der Zweitligist optische Vorteile, aber vieles blieb Stückwerk. Das Überraschungsmoment fehlte beim Anspiel in die Spitze und in der Defensive offenbarten Palionis und Co. ungeahnte Schwächen. Der kampfstarke Drittligist aus Jena überbrückte dagegen zügig das Mittelfeld, bestrafte konsequent die Freiräume, die man ihm bot. Die 3:1-Führung für Jena entsprach durchaus den Kräfteverhältnissen auf dem Platz.

Signal zur Aufholjagd

Nach dem Wechsel deutete zunächst wenig auf eine Wende hin. Dann aber nutzte Neuzugang Jan-Marc Schneider eine Kopfballverlängerung zum 2:3-Anschlusstreffer ins Netz (62.). Dies war das Signal zur Aufholjagd, zumal just zu diesem Zeitpunkt Selimbegovic fast komplett durchwechselte und seine Zweitliga-Recken wie Marco Grüttner, Sebastian Stolze oder Jann George aufs Feld schickte. Die Oberpfälzer agierten nun viel giftiger und provozierten viele Ballverluste des Gegners. Binnen kurzer Zeit drehte Regensburg die Partie durch Treffer von Stolze (65.) und Grüttner (68.). Am Ende hätte der Sieg des Favoriten sogar höher ausfallen können. "Die haben uns alles abverlangt", würdigte Torschütze Stolze die Leistung von Jena, das bereits am kommenden Wochenende in die Drittligasaison startet. Der SSV Jahn hat dagegen noch einige Testspiele vor sich. Das nächste steigt an diesem Samstag in Ergolding gegen die SpVgg Unterhaching.

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic (rechts) war 60 Minuten lang gar nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Dann wechselte Coach fast komplett durch und der Zweitligist wurde doch noch seiner Favoritenrolle gerecht.
Info:

SSV Jahn Regensburg - FC Carl Zeiss Jena 4:3 (1:3)

SSV Jahn Regensburg: Weis, Nandzik, Volkmer, Palionis, Hein, Medineli, Lais, Derstroff, Baack, Albers, Schneider

Ersatzbank (eingewechselt): Saller, Besuschkow, Geipl, George, Heister, Correia, Grüttner, Stolze, Nachreiner, Okooji

FC Carl Zeiss Jena: Coppens, Käuper, Grösch, Kübler, Eckardt, Kircher, Schorr, Hammann, Gabriele, Skenderovic, Donkor

Ersatzbank (eingewechselt): Jahn, Weiß, Sarr, Bock, Fassnacht, Schüler, Schau, Gottwald, Pagliuca

Tore: 0:1 (15.) Daniele Gabriele, 0:2 (21.) Meris Skenderovic, 1:2 (25.) Andreas Albers, 1:3 (45.) Meris Skenderovic, 2:3 (62.) Jan-Marc Schneider, 3:3 (65.) Sebastian Stolze, 4:3 (68.) Marco Grüttner – SR: Patrick Hanslbauer (TSV Altenberg) – Zuschauer: 500

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