02.12.2018 - 18:37 Uhr
PlößbergSport

Coman tauscht Mütze gegen ein Trikot

Am Samstag flott in Bremen unterwegs, am Sonntag ganz entspannt in der nördlichen Oberpfalz. Bayern-Star Kingsley Coman ließ sich in Wildenau viel Zeit für die Fans.

Kingsley Coman (Mitte) und seine jungen Fans. Der Bayern-Spieler hatte in Wildenau einen sympathischen Auftritt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Manche stimmen sich auf der langen Fahrt gesanglich schon mal auf die Sprechchöre ein. Andere ölen im Bus noch ihre Stimmbänder mit ein paar Bierchen. Christoph Mayer häkelt. "Die Mütze habe ich auf dem Weg zum Spiel nach Dortmund gehäkelt," erzählte der 32-Jährige am Sonntag. "Das habe ich von meiner Oma gelernt." Fünf Stunden brauchte der Bayernfan aus Schönkirch für das rot-weiße Wollteil mit Bommel. Am Sonntag fädelte er mit der Mütze ein geniales Tauschgeschäft ein. "Ich bin demnächst beim Champions-League-Spiel in Amsterdam. Kann ich dann nach dem Spiel dein Trikot haben?" Eine freche Frage, die Kingsely Coman cool beantwortete: "Sicher, wenn du ein Plakat hochhältst, auf dem steht, dass du es willst." Die beiden einigten sich dann auf den Tausch gehäkelte Mütze gegen dann verschwitztes Trikot.

Ein Trikot war Kingsley Coman also schon los, als er am Sonntag zum traditionellen Weihnachtsbesuch der Profis nach Wildenau (Plößberg/Kreis Tirschenreuth) kam. Ansonsten hatten die knapp 200 Bayernfans ihre Trikots selbst mitgebracht, und darin feierten sie den Gast aus München enthusiastisch. "Wir werden noch Meister", versprach der pfeilschnelle Stürmer den Fans. Die Anhänger im Gollwitzer-Saal des nur 350 Einwohner zählenden Dorfes waren nun völlig aus dem Häuschen. Später lieferte der 22-Jährige im Interview mit den Oberpfalz-Medien den Grund noch nach: "Wir haben noch nicht einmal die Hälfte der Bundesliga-Serie gespielt. Es ist noch genügend Zeit." Den neuen Trainer Niko Kovac habe er zunächst kaum kennengelernt, sagte er weiter. "Ich war ja viel in der Reha." Er erlaubte sich aber doch ein Urteil: "Er arbeitet sehr akribisch, legt Wert auf Disziplin." Einen Vergleich mit Jupp Heynckes ließ er nicht zu: "Heynckes kannte das ganze Umfeld und Teile der Mannschaft schon von früher, Kovac musste das alles neu kennenlernen." Er findet auch nicht, dass der große Umbruch verpasst worden sei: "Dieselbe Mannschaft hat in der vergangenen Saison noch herausragende Leistungen gebracht."

Der "King" und der Kaiserschmarrn

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Über sein Comeback nach langer Verletzungspause am Samstag in Bremen war Coman sehr glücklich, er sagte aber auch: "Ich bin noch lange nicht topfit." Da würden schon noch ein paar Prozent fehlen. Deswegen ist er sich auch nicht sicher, ob er am kommenden Samstag beim bayerischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg schon in der Startformation steht. Nach seiner schweren Verletzung, als ihn am 1. Spieltag Hoffenheims Nico Schulz übel umtrat, fordert Coman auch einen besseren Schutz der Angreifer. "Ich werde aber jetzt auch meine Spielweise nicht umstellen", sagte er in Wildenau. Seine Spielweise lässt sich ganz einfach charakterisieren: Blitzschnell am Gegner vorbeizuziehen. In Wildenau am Sonntag war er aber ganz entspannt und ließ sich Zeit: Knapp zwei Stunden war der französische Nationalspieler in der nördlichen Oberpfalz, signierte jede Menge Bälle, Schals und Trikots, auch für soziale Zwecke. Bei einer großen Tombola wurden die Sachen verlost.

Fanclub-Vorsitzender Marcus Fritsch, der im Jahr 2000 mit Gleichgesinnten den Fanclub gegründet hat und am Sonntag ein weiteres Mal als Chef bestätigt wurde, hatte jede Menge Geschenke für den Gast aus München parat: einen ordentlichen bayerischen Brotzeitkorb, einen Fanclub-Schal mit Wildenau-Widmung und ein T-Shirt zum Drunterziehen. Ein T-Shirt mit Aufdruck: Die Freiwillige Feuerwehr am Ort feiert nächstes Jahr 150-jähriges Bestehen. Vielleicht könne er da mal in München ein bisschen Werbung machen, bat Fritsch den Gast augenzwinkernd. Er solle es doch bei einem Torjubel zeigen. Coman versprach es und die Bayernfans kamen aus dem Seligsein gar nicht mehr heraus.

Die Trachtenkapelle Waldthurn, die den Star aus München schon musikalisch von der Ortsmitte zum Gollwitzer-Saal begleitet hatte, intonierte dann auch noch das "Gott mit dir, du Land der Bayern." An diesem Nachmittag in Wildenau war diese Hymne ganz wörtlich zu nehmen.

Christoph Mayer (rechts) schenkte Kingsley Coman eine selbstgehäkelte Bayern-Mütze. Als Gegenleistung bekommt er vom Bayern-Star dessen Trikot nach dem Spiel in Amsterdam.

Wir werden noch Meister.

Kingsley Coman bei seinem Beusch in der nördlichen Oberpfalz

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