08.04.2020 - 18:56 Uhr
Raigering bei AmbergSport

Patrick Erras über Quarantäne, Sehnsucht nach dem Ball und Familienglück - Interview

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Und dann grätscht Corona dazwischen. Für Patrick Erras geht es derzeit auch um seine sportliche Zukunft. Doch der Oberpfälzer vom 1. FC Nürnberg sagt auch klar: "Es gibt derzeit Wichtigeres".

Patrick Erras überlegt noch: Bleibt er beim Club oder geht er?
von Josef Maier Kontakt Profil

Er hat das bisher letzte Tor für den 1. FC Nürnberg erzielt. Am 28. Februar nickte Patrick Erras (25) die Kugel zum eminent wichtigen 1:0-Sieg beim KSC ins Netz. Auch dieser Treffer zeigte, dass der lange Raigeringer, dessen Vertrag am Saisonende (wann immer das auch ist?) ausläuft, weiter gebraucht wird. Auch Trainer Jens Keller schätzte das Eigengewächs aus der Oberpfalz zunehmend.

Nach dem 0:3 eine Woche später gegen Hannover 96 waren auch Erras und seine Teamkollegen wegen der Corona-Pandemie zur Tatenlosigkeit verurteilt. Nachdem Teamkollege Fabian Nürnberger positiv getestet worden war , ging es sogar in 14-tägige Heim-Quarantäne.

Dass da jetzt genug Zeit wäre, um Vertragsverhandlungen zu führen, sei aber ein Trugschluss, sagt der Raigeringer im Interview mit den Oberpfalz-Medien. Und er verrät auch, dass die Coronakrise für ihn auch etwas Positives hat.

ONETZ: Hallo Patrick, wie schwer fällt es, in Zeiten der Coronakrise über Fußball zu reden?

Patrick Erras: Ich finde es nicht schwer, über Fußball zu reden. Auch wenn das Coronavirus das alles beherrschende Thema ist, tut es gut, auch mal über andere Dinge zu sprechen. Es geht dabei aber immer um eine inhaltliche Gewichtung und Einschätzung, was wichtig ist.

ONETZ: Wie beschäftigt Sie und Ihre Teamkollegen das Thema Corona aktuell?

Patrick Erras: Das Thema ist sehr präsent. Wir überlegen auch alle, was man machen kann. Aktuell ist es wichtig, den Anweisungen zu folgen und möglichst viel zu Hause zu bleiben. Daran halten wir uns alle.

ONETZ: Wann haben Sie eigentlich das Letzte Mal gegen einen Ball getreten?

Patrick Erras: Wir konnten am Montag im Rahmen des Kleingruppentrainings mal wieder den Ball am Fuß spüren. Aber auch zu Hause habe ich einen Ball. Hin und wieder habe ich Technikübungen nach Vorgabe unseres Individualtrainers Nate Weiss gemacht oder einfach nur jongliert.

ONETZ: Der Fahrrad-Ergometer ist in Zeiten, in denen kein geregeltes Training möglich ist, ein gerne verwendetes Gerät. Den Ergometer kennen Sie ja noch bestens aus Ihrer langen Verletzungspause. Können Sie das Gerät noch sehen?

Patrick Erras: Das stimmt, der Ergometer ist bei Fußballern eher unbeliebt. Wir sind dann doch lieber auf dem Platz und an der frischen Luft. Aber er war wichtig, um unsere Grundfitness zu behalten.

ONETZ: Wie halten Sie derzeit Kontakt zu Ihrer Familie in Raigering?

Patrick Erras: Heutzutage haben wir doch genügend Möglichkeit, den Kontakt auch über Entfernungen zu halten. Sei es per Whatsapp, telefonieren oder facetimen.

ONETZ: Ein kleiner Trost dürfte sein, dass Sie jetzt viel mit Ihrer kleinen Tochter Emelie unternehmen können ...

Patrick Erras: Ja, es war extrem schön, so viel Zeit mit der Kleinen verbringen zu können. Sie hat in dieser Zeit auch die ersten Schritte gemacht und ich konnte dabei sein. Das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

ONETZ: Glauben Sie, dass die Saison noch zu Ende gespielt wird?

Patrick Erras: Das ist für uns unglaublich schwierig zu beantworten, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Wir wünschen es uns, aber an erster Stelle steht immer die Gesundheit.

ONETZ: Ihr Vertrag beim Club läuft Ende Juni aus. Einige Medien berichteten, Sie hätten ein erstes Angebot abgelehnt. Wie ist der Stand der Dinge?

Patrick Erras: Erst waren wir als Mannschaft in Quarantäne, jetzt unterliegen wir den Ausgangsbeschränkungen. Da ist es unheimlich schwierig Vertragsverhandlungen zu führen. Aktuell ist noch alles offen. Ich fühle mich in Nürnberg sehr wohl. Wie es jetzt weitergeht, wird man in den kommenden Wochen sehen.

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