12.09.2021 - 18:25 Uhr
RegensburgSport

2:2 zwischen Jahn und dem Club: Starkes Derby gewürzt mit Fehlern

Das Derby zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem 1. FC Nürnberg am Sonntag hatte ziemlich viel. Auch etwas, was den Trainern normalerweise nicht so gut gefällt. Aber Mersad Selimbegovic und Robert Klauß sind ja auch irgendwie Fußballfans.

Voller Einsatz: Jahns Jan-Niklas Beste (rechts) grätscht hier gegen Nürnbergs Mats Möller Daehli. Bild: Armin Weigel/dpa
von Josef Maier Kontakt Profil

Also sprach der Fußball-Philosoph Steffen Baumgart: "Fußball ist ein Fehlerspiel", sagte der Kölner Trainer am Samstag, als er auf das Eigentor seines FC zum 1:1 beim SC Freiburg angesprochen wurde. Gut 400 Kilometer weiter östlich des Breisgaus war am Sonntag dieser Spruch eine Blaupause beim Zweitliga-Derby zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem 1. FC Nürnberg. 2:2 (1:1) hieß es am Ende, die Fehler des jeweils anderen ermöglichten ein munteres und torreiches Derby.

Nun könnte ein anderer Philosoph auch sagen: "Diese Fehler muss man erst einmal nutzen." Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic formulierte es noch ein bisschen anders: "Ich bin ein positiver Mensch. Ich sehe zuerst immer, was gut war." Und das war ja am Sonntag vor gut 10000 Zuschauern - darunter Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - wieder einiges beim Überraschungs-Spitzenreiter der 2. Fußball- Bundesliga. Natürlich hatte der Coach gesehen, dass beim 1:0 (19.) der Gäste Erik Wekesser seine Zone auf links verlassen hatte und Mats Möller Daehli deswegen zentimetergenau auf den Kopf von Lino Tempelmann flanken konnte. Aber die Freude überwog auch wegen der Ruhe, die seine Jungs behielten. Max Besuschkow (38.) mit einem Schuss aus 18 Metern noch vor der Pause und Wekesser (53.) mit einem tollen Freistoß in den Winkel drehten die Partie. "Also, beim ersten Tor haben wir nicht gut verteidigt", war Club-Trainer Robert Klauß nicht so nachsichtig mit den Seinen wie Selimbegovic. Und vor dem 2:1 der Regensburger hatte Club-Verteidiger Christopher Schindler Jahn-Stürmer Andreas Albers 20 Meter vorm Tor völlig unnötig von den Beinen geholt. "Das 1:2 war ein richtiger Wirkungstreffer", gab Klauß nacher zu. "Da haben wir ein bisschen gebraucht." Doch der Fehlerteufel war ja immer noch im Spiel. Gut zehn Minuten vor Schluss griff der in dieser Saison bisher so überragende Jahn-Torwart Alexander Meyer daneben. Sah ein bisschen nach Slapstick aus, Nikola Dovedan hatte aber keine Zeit zum Lachen, er musste ja noch den Ball zum 2:2 einschieben. Da war dann auch Klauß wieder besänftigt: "Hier in Regensburg zurückzukommen, das schaffen nicht viele."

Und auch bei der Bewertung der Partie kramte der junge Trainer des FCN, der am Ende noch Manuel Schäffler wegen einer Rote Karte (grobes Foulspiel) verlor, schnell das Positive hervor: "Das Spiel war echt intensiv und gut." Selimbegovic saß danaben und nickte: "Das war wirklich Werbung für den Fußball." Da wird an diesem Nachmittag kein Fußball-Philosoph widersprechen.

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