18.04.2019 - 19:45 Uhr
RegensburgSport

Basketball-Krimis zum Finale

Am Ende heißen die Sieger Fibalon Baskets Neumarkt bei den Herren und FC Tegernheim bei den Damen. Doch bevor die Gewinner des Bezirkspokals der Oberpfälzer Basketballer feststehen, erleben die Fans nervenzerrende Duelle.

Ihre physische Überlegenheit konnten die Regensburger Spielerinnen (Roza Manoli, rechts) gegen die quirligeren Tegernheimerinnen (Jule Schweitzer, links) letztlich nicht nutzen. Das junge FC- Team setzte sich im Nachbarschaftsduell durch.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

"Es freut mich bei meinem ersten Pokalfinale als Bezirksvorsitzender so spannende und hochklassige Spiele gesehen zu haben", lobte Bezirksvorsitzender Willi Merkl bei der Siegerehrung in der Sporthalle Königswiesen. "Sie hätten aber noch ein paar Zuschauer mehr verdient gehabt." Und er hatte mit der Qualität des Turniers vor rund 200 Zuschauern bei den vier Partien nicht übertrieben.

Besonders das Damenfinale hatte es in sich. Der Bezirksklasse-Meister der Regensburg Baskets war mit seinem deutlich erfahreneren und physisch überlegenen Kader eigentlich mit guten Chancen in die Partie gegangen. "Die letzten Begegnungen hat allesamt Tegernheim für sich entschieden, auch das Pokalfinale im letzten Jahr in der Overtime", sagte Trainerin Angelika Kumicic. "Somit wollten wir dieses Jahr endlich den Spieß umdrehen."

Das sah zunächst auch danach aus: Regensburg kontrollierte mit der starken Roza Manoli (18 Punkte) das temporeiche Spiel und ging schließlich mit elf Punkten Vorsprung ins letzte Viertel (54:43). Durch eine Verletzung und zunehmend mutiger werdende Gegnerinnen kam jedoch unerwartet ein Bruch ins Spiel. Das junge BOL-Team des FC Tegernheim spielte frech auf und nutzte endgültig seine größere Schnelligkeit aus. Den Gastgebern gelang kaum noch etwas. Nur sieben Punkte im Schlussabschnitt sprechen eine deutliche Sprache. Mit einer starken Aufholjagd glich das FC-Team von Coach Martin Plank zwei Minuten vor Ende zum 61:61 aus. Die Baskets konnten nicht mehr zusetzen. Die treffsichersten Tegernheimer Akteurinnen – Mia Stein (21 Punkte) und Jule Schweitzer (12) – sicherten an der Freiwurflinie verdient den Bezirkspokalsieg.

Starke Schwarzenfelder

Zuvor hatte es auch bei den Herren-Halbfinals des Final-Four-Turniers um den Titel zwei Krimis gegeben. Das BOL-Team der Fibalon Baskets Neumarkt setzte sich mit einem hauchdünnen 79:78 (39:38) gegen den Bezirksligisten FC Schwarzenfeld durch. Anderthalb Minuten vor dem Ende sah Schwarzenfeld bei einer 77:72-Führung schon wie der Sieger aus. Eine 7:0-Serie drehte die Begegnung aber noch. Beinahe hätte sich der FC dennoch in eine Verlängerung gerettet: Bei nur 4,4 Sekunden auf der Uhr blieb ihnen ein letzter Angriff. Center Oliver Reiger fing den Ball glänzend einhändig unter dem Korb und konnte nur mit Foul gestoppt werden. Er sollte zum tragischen Helden werden: Hätte er beide Freiwürfe verwandelt, wäre es in die Overtime gegangen. Doch nur einer saß und Neumarkt war weiter.

Auch das zweite Spiel der Vorschlussrunde verlief eng. Tegernheim gelang es im Duell der Bezirksoberligisten gegen Schwarzhofen mit Trainer-Duo Roland Niebler und Andi Igl beim 82:74 (35:35)-Erfolg ebenfalls, das Spiel noch zu drehen. Die Schwarzhofener, angetrieben von Thomas Schuster (19 Punkte, 5 Dreier), lagen Mitte des Schlussviertels noch mit 65:64 knapp vorne. Mit 13 Dreiern war Tegernheim um Spielertrainer Mike Birzer und die beiden Scorer Mike Olds (22 Punkte, 4 Dreier) und Daniel Lück (17 Punkte, 4 Dreier) aus der Distanz aber kaum zu verteidigen. Eine Minute brachte die Entscheidung zugunsten Tegernheims: Acht Punkte in Folge zum 72:65 für den FC sorgten für die Wende.

Herren-Finale eindeutig

Vergleichsweise unspektakulär verlief da das Herrenfinale. Neumarkt um seinen Topscorer Alexander Reichert (21 Punkte) hatte das Spiel ab Mitte des zweiten Viertels mit einer unwahrscheinlich hohen Trefferquote und besserem Zweikampfverhalten jederzeit im Griff. Eine 9:0-Serie brachte die solide Halbzeitführung, die das Team von Coach Mario Göhring unter anderem mit sechs Dreiern im dritten Viertel (insgesamt elf) entscheidend ausbaute. Obwohl Tegernheim, allen voran ihr bester Werfer Yannik Stein (19 Punkte), alles versuchte, nach dem Damen-Triumph auch den zweiten Pokalsieg für den FC einzufahren, blieb das Team glücklos. 100:67 (49:39) hieß das deutliche Endergebnis.

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