Der Neue war mit den Neuen sehr zufrieden. Ein erster Spieltag ist ja auch ein bisschen wie Schaulaufen: Was hat der Neuzugang drauf? Ist er schon ins Spiel integriert? Oder wo hat er noch Mängel? "Sie haben das alle sehr gut gemacht", sagte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic nach dem 3:1-Auftakterfolg zum Zweitliga-Start gegen den VfL Bochum. Und er ergänzte dann: "Die Alten und die Neuen." Er möge die Unterscheidung zwischen Etablierten und Neuzugängen einfach nicht, sagte der 37-Jährige, der ja ebenfalls Premiere als Neuer hatte. Erstmals saß er als Cheftrainer auf der Bank. Die Umgebung war ihm aber nicht fremd. Er assistierte ja schon seinem Vorgänger Achim Beierlorzer. "Wir haben unser Spiel einfach durchgezogen und haben mehr Druck gemacht", freute sich der Trainer einfach nur über den energischen der Seinen.
Zusammen mit Grüttner
Vier Neuzugänge standen gegen die Bochumer in der Startelf der Regensburger. Alexander Meyer (vom VfB Stuttgart) hatte das Rennen um die Pentke-Nachfolge im Tor gewonnen. Mit Chima Okoroji (vom SC Freiburg) hatte Selimbegovic einen neuen Mann auf der linken Verteidigerposition aufgeboten. Max Besuschkow (von Eintracht Frankfurt) machte im defensiven Mittelfeld zusammen mit Andi Geipl die Schotten dicht und vorne stürmte Jan-Marc Schneider (vom FC St. Pauli) zusammen mit Kapitän Marco Grüttner.
Und wenn schon der Trainer keine Bewertung abgeben wollte, dann übernahm diese Aufgabe Andi Geipel - zumindest ein bisschen. "Die Neuen haben sich brutal gut eingefügt", sagte der Alteingesessene, seit 2014 bei den Oberpfälzern. "Alexander strahlt sehr viele Ruhe aus, ist auch sicher bei hohen Bällen." Bei Meyer im Tor hatten manche Bedenken, doch nicht nur bei einem Schuss von Danny Blum kurz vor der Pause zeigte er seine Klasse. Okoriji war auf der linken Abwehrseite als "brutal schnell" angekündigt worden, zeigte diese Schnelligkeit gegen Bochum aber noch nicht. Der Engländer, der in München geboren wurde, schlägt verdammt gute Ecken, war aber auch ab und an nicht im Bilde.
Eine Viertelstunde vor Schluss musste Geipl auf seiner Seite aushelfen und wurde unglücklich an der Hand getroffen. Die Bochumer verwandelten den Elfmeter zum 1:2.
Vorne im Sturm mühte sich Jan-Marc Schneider. Torgefahr strahlte der Ex-Hamburger nie aus, war aber enorm fleißig und zweikampfstark und lag mit seinen Zuspielen oft richtig. Geipl lobte auch die beiden eingewechselten Andreas Albers und Tom Baack, der mit dem 3:1 den Erfolg gegen seinen Ex-Klub Bochum perfekt machte. Und da war auch noch Max Besuschkow? Der Ex-Frankfurter agierte mit Geipl im defensiven Mittelfeld. "Er geht beherzt in die Zweikämpfe", freute sich Geipl über einen, der wie er auch das Rustikale liebt. "Er nimmt mir doch einiges an Arbeit ab." Man bespreche sich schon immer wieder im Training, erzählte der Oberbayer im Team der Oberpfälzer: "Aber wir gehen jetzt nicht ein Käffchen miteinander trinken."
Gier und Wucht
Einer stand beim SSV Jahn auch in der Startelf, der ein gefühlter Neuzugang ist. Nach zwei schweren Verletzungen und monatelangem Ausfall hat sich Olli Hein ins Team zurückgearbeitet. "Wir wissen alle, was Olli kann", äußerte sich Trainer Selimbegovic dann doch explizit zu einem Spieler. "Er investiert immer alles." Exemplarisch dafür stand Heins Vorbereitung des 2:0 durch Sebastian Stolze. Diese Gier, dieser Einsatz, diese Wucht, mit der der Niederbayer Hein Thomas Eisfeld den Ball an der Außenlinie abjagte, beeindruckte nicht nur den Coach: "Das ist seine Stärke, dass er nie aufgibt." Eine Sorge hatte der Trainer aber doch: "Jetzt müssen wir ihn nur gesund behalten."



















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