Immer wieder Sargis Adamyan: Der Flügelflitzer des SSV Jahn Regensburg dürfte für so manch schlaflose Nacht eines HSV-Akteurs gesorgt haben. Allen voran der brasilianische Olympiasieger Douglas Santos oder der japanische Nationalspieler Gotoku Sakai träumten schlecht vom Auswahlspieler Armeniens. Insbesondere in der letzten halben Stunde beim 2:1-Heimsieg der Regensburger am Sonntag drehte Adamyan auf und sorgte für Schwindelgefühle bei den beiden Außenverteidigern des HSV. Immer wieder zwang er sie in Eins-gegen-Eins-Duelle oder zog ins Zentrum, um selbst den Abschluss zu suchen.
Bescheidener Flügelflitzer
So gelang ihm auch sein Tor zum Ausgleich in der 74. Spielminute, der den siegbringenden Jahn-Sturmlauf einleitete, der durch Marco Grüttners Siegtreffer sieben Minuten später seine Krönung erfuhr. Schon beim 5:0 im Hinspiel schockte Adamyan die Hamburger mit einem Dreierpack. "Wenn mir vor der Saison jemand erzählt hätte, dass mir vier Tore gegen den HSV gelingen, den hätte ich gefragt, ob er blöd ist", feixte der Hamburg-Schreck in den Katakomben der Continental-Arena. Doch seine persönliche Bilanz rückte der 25-Jährige schnell wieder in den Hintergrund. "Wichtiger als mein Tor sind die drei Punkte, die wir hier in Regensburg behalten konnten", übte sich der neunfache Saison-Torschütze sogleich wieder in Understatement. Da sang er das gleiche Lied wie Kapitän Grüttner, der mit seinem ebenfalls neunten Saisontreffer zum 2:1 den HSV final erledigte. "Wir haben jetzt 33 Punkte, das reicht noch nicht zum Klassenerhalt. Wir brauchen noch mindestens sieben Zähler." Das erscheint bei noch elf ausstehenden Partien durchaus machbar.
Hamburg hadert
Vor allem, da auch Grüttner seine persönliche Torflaute gegen den HSV beendete - und wie. Im Stile Gerd Müllers kontrollierte der Kapitän ein hohes Zuspiel in den Strafraum mit dem Rücken zum Tor, drehte sich um seinen Gegenspieler und hämmerte die Kugel flach ins Eck. "Ich habe einfach draufgehalten. Diesmal musste er einfach rein", beschrieb Grüttner seinen Treffer, der in der mit 15 211 Zuschauern proppevollen Arena für Ekstase sorgte. Nur der zahlreich vertretene Anhang der Hamburger verstummte prompt und honorierte den doch arg pomadigen Auftritt der HSV-Stars mit wütenden Gesten in Richtung der eigenen Mannschaft. "Regensburg, immer wieder gegen Regensburg", haderten auch die Journalisten aus der Hansestadt mit ihrem Trip ins "kleine gallische Städtchen" in der Oberpfalz.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.