Die Messlatte hatten die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg selbst hoch gehängt: Mit Platz fünf in der Aufstiegssaison 2021/22 platzierte Bayerns einziger Frauen-Bundesligist sich unter Deutschlands Top 20. "Die Erwartungshaltung, dass wir das sensationelle Ergebnis wiederholen können, ist hier und da zu spüren, aber nicht angebracht", sagt der Sportliche Leiter Robert Torunsky, der lange Zeit für die HG Amberg aktiv war. Für die "Bunkerladies" zähle nur der Klassenerhalt im 16er-Feld. Die Liga sei noch ausgeglichener besetzt als im Vorjahr: "Mit Ausnahme von Tabellenführer Göppingen kann jeder gegen jeden gewinnen", sagt Torunsky. Bislang sieht es so aus, als ob sich die Regensburgerinnen erneut behaupten können.
Nur eine Niederlage
In sieben Pflichtspielen, davon zwei erfolgreiche Zweitliga-Duelle im DHB-Pokal, musste der ESV erst eine Niederlage quittieren. "Mit der Saison kann man aktuell sehr zufrieden Sein", sagt Nicole Schiegerl. Die aus Sulzbach-Rosenberg stammende Rechtsaußen ist Stammkraft und im Mannschaftsrat des Teams. Am Freitag, 2. Dezember, steht in der heimischen, "Bunker" genannten ESV-Sporthalle das Achtelfinale im DHB-Pokal gegen die HSG Bensheim/Auerbach an. Die Partie ist gleich mehrfach historisch: Noch nie war eine Oberpfälzer Mannschaft in der Runde der letzten 16 und das Duell mit den "Flames" ist das erste Pflichtspiel gegen einen Erstligisten in der über 90-jährigen Geschichte der ESV-Handballabteilung.
Tränen in den Augen
"Das wird ein Handballfest, auf das wir uns alle sehr freuen", blickt Torunsky voraus und hofft angesichts des Stellenwerts auf eine proppenvolle Halle. "Unsere Heimspiele sind immer ein Erlebnis, da wir die besten Fans der Liga haben. Sie unterstützen uns 60 Minuten lang", berichtet Nicole Schiegerl. Beim 25:22-Auswärtserfolg im sächsischen Rödertal zuletzt hatten die Anhänger ohne Wissen der Mannschaft einen Fanbus organisiert und mit ihrer Unterstützung in dem Hexenkessel geholfen, die wichtigen Punkte nach Bayern zu holen. "Das war eine geniale Aktion, die Mädels hatten Tränen vor Rührung in den Augen", sagt die 26-Jährige, die als einzige von dem Vorhaben wusste und dichtgehalten hatte.













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