Der Unglücksrabe war nach Spielschluss untröstlich. Mit traurigem Blick und tief ins Gesicht gezogener Kapuze sprach Jann George mit leiser Stimme zu den Medienvertretern. "Ich habe meiner Mannschaft mit dem Platzverweis natürlich sehr geschadet. Unmittelbar danach fangen wir auch noch das 0:1", sagte der 26-Jährige zu seiner Gelb-Roten Karte nach 50 Minuten bei der 1:3-Heimniederlage des SSV Jahn gegen Erzgebirge Aue.
Binnen drei Minuten beging der Regensburger Flügelflitzer zwei gelbwürdige Vergehen und musste runter. "Vielleicht hätte der Schiedsrichter da etwas Fingerspitzengefühl zeigen können, aber ich muss mich vor allem bei der zweiten Aktion natürlich viel cleverer anstellen", zeigte sich George selbstkritisch. Als wäre die Unterzahl nicht schon Bürde genug gewesen, fingen sich die Regensburger nach dem direkt folgenden Freistoß auch noch den Rückstand ein. Pascal Testroet brachte die Auer aus kurzer Distanz in Führung (52.). Doch die Antwort der Hausherren folgte prompt, als Sargis Adamyan eine Kombination über Marco Grüttner und Hamadi Al Ghaddioui zum Ausgleich vollendete (56.).
Bock von Saller
Zwar blieb der Jahn in Unterzahl das überlegene Team, doch von der sonst bekannten Wucht und Intensität war am Sonntag wenig zu sehen. "Unser Spiel war schlicht zu fehlerhaft. So kannst du nicht gewinnen", zeigte sich Trainer Achim Beierlorzer kurz angebunden und verständlicherweise angefressen. Kurz nach dem Ausgleichstreffer leistete sich Benedikt Saller den nächsten individuellen Bock, als er aus 30 Metern völlig unnötig zum eigenen Keeper zurückpasste und dabei den Auer Jan Hochscheidt übersah. Jahn-Keeper André Weis stellte sich auch nicht sonderlich geschickt an und holte Hochscheidt im Strafraum von den Beinen. Direkt von der Bank kommend, verwandelte Dimitrji Nazarov den fälligen Strafstoß mit etwas Glück und seinem ersten Ballkontakt zur erneuten Gästeführung (61.). Der SSV mühte sich redlich, doch zu viele Fehlpässe und ein behäbiges Positionsspiel standen einer neuerlichen Wende im Weg. Vielmehr machten die Gäste in der Nachspielzeit per Konter den Deckel drauf. Philipp Riese hatte keine Mühe, zum dritten Auer Treffer einzunetzen (90.+1).
Der Jubel beim zahlreich mitgereisten Anhang aus dem Erzgebirge - mehr als 2000 Sachsen waren mit die Oberpfalz gekommen - über den fixen Klassenerhalt kannte keine Grenzen mehr. "Wenn der Gegner in unserem Stadion feiert, ist das nie schön, aber heute ist es besonders ärgerlich, weil für uns einfach mehr drin war", haderte auch Innenverteidiger Sebastian Nachreiner mit dem pomadigen Auftritt seiner Mannschaft. Treffender hätte man die schwächste Saisonleistung des Jahn nicht beschreiben können.













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