25.10.2020 - 14:59 Uhr
RegensburgSport

Höhenflug des SSV Jahn: Selimbegovic tritt die Euphoriebremse

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Der SSV Jahn Regensburg ist weiter eine der Überraschungsmannschaften in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach dem 3:0-Sieg über Eintracht Braunschweig bleiben die Oberpfälzer in der Spitzengruppe der Liga. Das ruft den Trainer auf den Plan.

Oliver Hein (links) beglückwünscht Max Besuschkow zu seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Der 3:0-Heimsieg des SSV Jahn Regensburg am Freitagabend gegen Eintracht Braunschweig war ein souveräner und abgeklärter Auftritt der Heimelf? "Nein." Die Oberpfälzer hatten zu jeder Zeit alles im Griff, und der Heimsieg geriet nie ernsthaft in Gefahr? "Nein, auch das unterschreibe ich nicht." Es war offensichtlich: Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic hatte bei der Pressekonferenz nach dem fünften Spiel ohne Niederlage (zwei Siege, drei Remis) die Euphoriebremse bis zum Anschlag durchgedrückt. Ja keine Träumereien aufkommen lassen, lautete seine Devise.

Starker Alexander Meyer im Jahn-Kasten

Selimbegovic wusste sehr wohl, dass da Fragen kommen würden, zum vorübergehenden Sprung auf den dritten Tabellenplatz, entsprechend miesepetrig kam er trotz des Dreiers daher. "Wir hatten heute viel Glück auf unserer Seite: ein frühes Tor, dazu der Platzverweis noch vor der Pause gegen die Gäste. Und einen starken Alexander Meyer im Tor." Den Einlassungen des Jahn-Coaches ist nicht zu widersprechen, und doch kommen sie arg negativ daher. Der Regensburger Keeper parierte in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Yassin Ben Balla bravourös (23.) – es sollte die einzig nennenswerte Torchance der Gäste bleiben.

Wir hatten heute viel Glück auf unserer Seite.

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic

Auch abgesehen vom frühen Treffer von Albion Vrenezi (5.) und der Ampelkarte gegen Braunschweigs Nico Klaß (40.) war die Jahn-Elf stets Herr im eigenen Geisterhaus. Abgeklärt und gewohnt aggressiv in der Zweikampfführung war sie die klar bessere Mannschaft: Zielstrebig im Spielaufbau über die beiden Zentralen Benedikt Gimber und Max Besuschkow, zudem initiierte die rechte Flügelbahn mit Oliver Hein und Vrenezi immer wieder brandgefährliche Aktionen.

Grüttner-Ersatz noch nicht in Sicht

Wenn es etwas im Selimbegovic-Sinn zu bemängeln gibt, dann die fehlende Wucht in vorderster Front. Sowohl Andreas Albers als auch Neuzugang Kaan Caliskaner sind zwar stets emsig unterwegs und laufen die ballführenden Gegenspieler konsequent an, doch in puncto technische Raffinesse (Albers) und Handlungsschnelligkeit (Caliskaner) sind beide noch kein Ersatz für den abgewanderten Ex-Sturmführer Marco Grüttner. Doch auch noch ohne echten Angreifer strebt der SSV Jahn erneut einer sorgenfreien Zweitliga-Saison entgegen – wider allen Saison-Prognosen. Auch wenn Mersad Selimbegovic davon (noch) nichts wissen will.

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