30.01.2019 - 19:28 Uhr
RegensburgSport

Jahn dreht nach der Pause gegen Paderborn auf

Winterstarre in der Regensburger Conti-Arena: Logische Folge ein torloses 0:0 zur Pause. In der zweiten Hälfte spielen sich die Regensburger langsam warm. Und revanchieren sich für das 0:2 im Hinspiel.

Spieler des Abends: Hamadi Al Ghaddioui legt beide Tore vor.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Mit dem ersten Torschuss geht der SSV Jahn auch gleich in Führung: Maximilian Thalhammer zieht aus 16 Metern ab ins lange Eck, 1:0 (53.). 20 Minuten später macht Sebastian Stolze den Sack zu: Ein Haken im 16er und wieder zappelt das Ding im Netz, 2:0. Beide Male assistiert der ballsichere Hamadi Al Ghaddioui.

Baumgart: „Da war mehr drin“

„Da war mehr drin“, resümiert SC-Trainer Steffen Baumgart, „gerade in der ersten Halbzeit hat so ein bisschen die Konsequenz gefehlt, das gut auszuspielen, das haben wir schon besser gemacht.“ Am Ende habe man es nicht geschafft, richtige Torchancen herauszuspielen in einem sehr intensiven Spiel. „Wir haben versucht von hinten kompletten Fußball herauszuspielen auch in schwierigen Situationen, was uns auch über weite Strecken gelungen ist.“ Man müsse daraus lernen, die richtige Konsequenz zu ziehen.

„Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt“, findet Jahn-Coach Achim Beierlorzer, „die hervorragend Fußball spielt, einen unheimlichen Tiefgang hat und schnelle Spieler drin hat – nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir das in der Endphase besser in den Griff gekriegt.“ Man habe mutig gespielt, sogar den Innenverteidiger auf die 6 gezogen, um spielerische Akzente zu setzen. „Wie wir vor allem in der zweiten Hälfte direkt von Beginn an das Spiel in die Hand genommen haben, das fand ich richtig Klasse, da hatten wir die ein oder andere Torchance.“

Besonders freue er sich für die beiden Torschützen Max Thalhammer und Sebastian Stolze. „Für uns war es wichtig, wieder diese 100-Prozent-Mentalität an den Tag zu legen, die hat dann auch das Quentchen ausgemacht, dass wir es verdient gewonnen haben.“ Er wünsche sich auch in Kiel wieder so ein Spiel. Sargis Adamyan habe er ausgewechselt, weil er in der Woche krank und deshalb etwas angeschlagen gewesen sei. Thalhammer habe den Vorzug bekommen, weil er ein bisschen griffiger in den Zweikämpfen stehe.

SC-Trainer Steffen Baumgart ist nicht sehr amused vom Spielverlauf.

Nervöser Beginn

Achim Beierlorzer kann wieder auf seine Stammformation zurückgreifen: Jonas Föhrenbach, Maximilian Thalhammer, Sargis Adamyan und Marco Grüttner (beide nach Gelb-Sperre) kommen für die Reservisten Alex Nandzik, Vrenezi, den verletzten Adrian Fein und Jann George zurück in die Startelf.

Nervöser Beginn beider Mannschaften, viele Fehlpässe, beide haben noch steife Winterbeine. Da geht auch nach einer Viertelstunde kaum was zusammen. Die Bälle gehen einfach zu schnell verloren. Immerhin, der Jahn nähert sich über Freistoß und Ecke dem Paderborner Tor an – ohne Befund (20.). Zweite Ecke für Paderborn: Marcel Correia klärt, Al Ghaddiouis Konterpass etwas zu weit (22.).

Viel Kampf, noch mehr Krampf: Hier sucht Andi Geipl (rechts) die Lücke.

Grüttner aufs Tordach

Erste gute Chance für den Jahn: Adamyan am Elfer gerade noch geblockt (26.). Auf der anderen Seite kommt Mohammed Dräger relativ frei zum Schuss, schießt aber Correia an (28.). Im Gegenzug dauert es zu lange, bis die Flanke auf Adamyan kommt – und die ist dann zu ungenau (29.). Lange Flanke auf Stolze, der kommt mit dem Kopf ran, Al Ghaddiouis Schuss artistisch zur Ecke geklärt (31.).

Zufallsgefahr für Paderborns Tor: Versehentlicher Heber von Grüttner aufs Tordach (34.). Ungeschickter Konter der Ostwestfalen: Überhasteter Pass und dann bleibt Tekpetey beim Abschluss im Rasen hängen (38.). Überfallartig kommen die Blau-Schwarzen mit fünf Angreifern angestürmt, stehen sich dabei aber eher selbst im Weg, Abschluss ungefährlich (41.).

Al Ghaddioui mit Doppel-Assist

Zwei Zufallschancen zu Beginn der zweiten Hälfte: Correia rutscht weg, Paderborn versemmelt den Konter. Auf der anderen Seite Stolze in guter Schussposition, zur Ecke geblockt, da war auf beiden Seiten mehr drin (48.). Erste schöne Kombination, Thalhammer steil auf Adamyan, aus spitzem Winkel drüber (50.). Noch klarer vergibt Stolze: Die hohe Flanke auf den Fünfer, Stolze ans Außennetz (50.).

Das hat sich angedeutet, weiter Einwurf Saller, Al Ghaddioui legt quer auf Thalhammer. Der zieht aus 16 Metern ab, unhaltbar ins lange Eck, 1:0 (54.). Paderborn hat Reformbedarf: Sven Michel kommt für den glücklosen Gueye. Freistoß Paderborn nach Handspiel Correia aus dem Halbfeld, Strohdiek mit dem Kopf ins Aus (58.). Und noch ein Neuer beim SC: Kai Pröger für Antwi-Adjel.

Zweimal darf der SSV Jahn jubeln.

Stolze mit der Vorentscheidung

Der nächste Schuss von Thalhammer landet sicher in Keeper Zingerles Handschuhen (63.). Geipl mit unnötigem Foul an der Strafraumgrenze, Sörensen klärt überflüssig zur Ecke (64.). Da geht im Mittelfeld immer noch alles nur im Stückwerk, aber dann der öffnende Pass von Al Ghaddioui nach links, Stolze mit einem Haken und dem Abschluss ins lange Eck, 2:0 (73.). Das muss die Vorentscheidung sein: Wieder Al Ghaddioui mit dem starken Pass in die Gasse, Grüttner scheitert allein vorm Keeper (73.).

Auf der Gegenseite aber ist Paderborn genauso nah am 1:2 dran, Tekbetej vergibt ebenfalls allein vor Pentke (75.). Beim Jahn kommt Jann George für Adamyan, der sich heute etwas oft festgelaufen hat. Nächste Großchance, Al Ghaddioui verfehlt am Fünfer um Zentimeter die Kugel (78.). Ganz starker Pass an der Linie von Stolze, Pass in die Mitte zu ungenau.

Keine Chance für Paderborns Sebastian Vasiliadis. Die Jahn-Abwehr hält endlich mal wieder den Kasten sauber.

Olis Comeback

Letzter Wechsel von Steffen Baumgart, für Zolinski kommt Ritter. Und beim SSV kommt Oli Hein zurück ins Jahn-Geschehen – für ihn holt Beierlorzer Torheld Thalhammer vom Platz. Erneutes Eckballgeschenk von Sörensen, aber das Stürmerfoul macht auch diese Gelegenheit zunichte. Regensburg wechselt erneut, Jonas Nietfeld löst Torschütze Stolze ab (88.).

Starke Flanke von Jann George, aber auch hier entscheidet Schiri Tobias Reichel auf Stürmerfoul. Etwas Zwingendes kann sich der Gast aber auch in den drei Nachspielminuten nicht erspielen – dem SSV Jahn gelingen die ersten beiden Tore gegen den SC in der Zweiten Liga überhaupt und die Oberpfälzer lassen die Ostwestfalen als Achte mit nun 29 Punkten um einen Platz hinter sich.

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