17.02.2019 - 13:28 Uhr
RegensburgSport

Jahn holt in Dresden Punkt Nummer 30

Jahn Regensburg beginnt wie die Feuerwehr, Pentke muss dann im Jahn-Strafraum löschen. In der zweiten Hälfte verflacht das Spiel gegen ein enttäuschendes Dynamo Dresden. Zum Schluss scheinen beide mit dem 0:0 zufrieden.

Sargis Adamyan und Marco Grüttner vergeben auch in Dresden gute Möglichkeiten.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der Jahn mit viel Power dominiert die erste halbe Stunde. Die beste Chance vergibt Adamyan aus sechs Metern. Dann rettet Pentke dreimal im 1:1 gegen Dynamo-Konter. In der zweiten Hälfte kontrollieren die Regensburger das Spiel weitgehend, riskieren aber nicht mehr so viel. Logische Konsequenz: Gegen schwache Dresdener bleibt es beim 0:0.

Für Achim Beierlorzer, Trainerkandidat beim 1. FC Nürnberg, setzte es bisher in drei Zweitliga-Duellen gegen Dynamo Dresden drei Niederlagen. Gelingt heute die Wende für Jahn Regensburg?

Jahn-Coach Beierlorzer nimmt drei Änderungen an seiner Anfangsformation vor: Für Saller (Gelbsperre), George (Bank) und Föhrenbach (nicht im Kader) stehen Hein, Nandzik und Stolze in der Startelf.

Beierlorzer: „Ein gerechtes Unentschieden“

„Wir sind natürlich hierher gefahren, um Punkte mit nach Hause zu nehmen“, erklärt Jahn-Trainer Achim Beierlorzer, „ich spreche von Punkten, weil in der Liga, die so eng ist, kann jeder jeden besiegen, egal ob zu Hause oder auswärts.“ Insofern sei klar gewesen, was den Jahn erwarten würde: „Eine sehr gut organisierte Defensive von Dynamo, aber auch sehr gefährliche Offensivspieler.“ Zu Beginn der ersten Hälfte sei er sehr zufrieden gewesen: „Wir sind zu Dritt angelaufen, hatten auch gute Momente, hatten dann auch die erste riesige Chance, wo Sargis aus kurzer Distanz aufs Tor schießt, und Schubert den Ball mit einem Reflex hält.“

In den Umschaltmomenten habe es dann aber auch Situationen gegeben, die er so nicht sehen wollte: „Dass ein Spieler diagonal verlagernd allein auf unseren Torwart zugeht – da hat Philipp Pentke uns hier die Null gerettet.“ Man habe das dreimal schon gegen Dresden so erlebt, auch im letzten Spiel, sei es ähnlich gewesen. „Insofern waren am Ende, als wir defensiv etwas stabiler in den Zweikämpfen standen, wenig Torchancen da – die größte vielleicht noch, als Marco Grüttner den eigenen Mann anschießt.“ Ein gerechtes Unentschieden, bilanziert Beierlorzer. „Wir haben jetzt 30 Punkte und kommen unserem Ziel näher.“

Dynamo-Trainer Maik Walpurgis (links) sieht einige seiner Schlüsselspieler noch nicht in Topform.

Walpurgis: „Einige Spieler noch nicht in ihrer Topform“

„Wir wollten heute einen Heimsieg landen“, sagt Dynamo-Coach Maik Walpurgis, „haben dann ein sehr intensives Spiel erlebt mit klarsten Möglichkeiten auf beiden Seiten – gerade durch die zwei 1:1-Möglichkeiten gegen den Torwart.“ In der zweiten Hälfte hätten sich die Teams fast neutralisiert. „Wir haben bei uns gesehen, dass wir aktuell auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen.“ Trotzdem sei es ein wichtiger Punkt.

„In dieser Liga muss man immer höllisch aufpassen, auch immer wieder den Blick nach unten haben, sich aber auch auf die eigene Leistung, auf die nächsten Schritte konzentrieren.“ Man müsse jedes Spiel differenziert betrachten. In der ersten Hälfte habe man es in einigen Szenen ganz gut gemacht. „Wir sehen natürlich auch, dass einige Spieler noch nicht in ihrer Topform sind – wenn man zum Beispiel Moussa Koné sieht, der für uns ein Garant war, diese Punkte dann auch ins Ziel zu bringen.“ Dazu zähle auch der Ex-Regensburger Aois Aosman, der derzeit bei 40 Prozent stehe.

Power-Start des SSV Jahn

Wahnsinnschance für Adamyan, der allerdings mit dem Scheitel im Abseits steht, aus fünf Metern an den Außenpfosten, abgepfiffen (2.). Der SSV beginnt mit viel Druck, hat in den ersten fünf Minuten gleich mehrere Strafraumszenen. Klasse Konter über Stolze, der spielt Grüttner in den 16 er, er zieht ab, der Ball dreht sich nach außen – die Flanke wäre besser gewesen (9.).

Die mittlerweile siebte gefährliche Hereingabe, Keeper Schubert krallt sich die Kugel gerade noch und verhindert die Ecke (12.). Freistoß Sörensen aus 25 Metern, der hätte gepasst, aber Schubert steht genau richtig – im Gegenzug muss Pentke mit dem Fuß gegen Koné parieren (14.). Konter der Dresdener, Koné allein vor Pentke, aber auch drei Meter im abseits – natürlich kein Tor (21.).

Immer wieder Pentke

Erste Ecke für Dynamo: Sörensen klärt per Kopf etwas unnötig zur zweiten … Nach einem ungenauen indirekten Freistoß von Geipl nimmt Oli Hein den zweiten Ball aus 35 Metern direkt, der Karlsruher-Gedenkschuss zischt knapp über die Querlatte (24.). Noch immer werfen sich die Regensburger in jeden Zweikampf, Balleroberung in der Mitte der Dresdener Hälfte, zwei Gelbe bleiben liegen, die Ballannahme von Grüttner im 16er misslingt (31.).

Hundertprozentige von Adamyan, Balleroberung Grüttner, steil auf Stolze, Pass nach innen, den Lupfer bekommt Schubert gerade noch vor der Linie im Nachfassen (33.). Und schon wieder der Jahn im Vorwärtsgang, Adamyan holt die erste Ecke. Fast im Gegenzug die Monsterchance für Dresden, Nandzik lässt sich von Koné vernaschen, Duljevic allein vor Pentke, der im 1:1 mit dem Fuß den Rückstand verhindert (36.).

Jetzt reißt Dynamo die bekannten Löcher in Regensburgs Abwehr, Pentke bleibt wieder Meister diesmal allein gegen Ebert (39.). Unglücklicher Freistoß für Dresden aus 17 Metern halblinks, Pentke gegen die Laufrichtung hebt mit sensationeller Reaktion die Kugel über die Latte (43.).

Jahn-Keeper Philipp Pentke rettet in drei 1:1-Situationen die Null.

Grüttner an den Außenpfosten

Sörensen hat wie gegen Bielefeld die Hand am Gegenspieler, heute ist es Koné, diesmal kein Elfer, Correia schlägt zur Ecke weg. Konterchance von Adamyan ungenau ausgespielt. Koné lässt in der Mitte drei stehen, der Pass zur fünften Ecke geklärt, Möllers Kopfball aus elf Metern drüber, Correia war weggerutscht (47.). Nächster Konter auf Grüttner, der den Ball nicht kontrollieren kann, Ecke, obwohl der Ball wohl schon vorher aus war, Doppel-Kopfball im Getümmel, Grüttner als letzter dran, Außenpfosten (48.).

Schon wieder geht’s in die andere Richtung, Gelb für Stolze. Und Ebert holt den nächsten Freistoß links neben dem 16 er, weit drüber (51.). Grüttner knapp im Abseits, sonst wären zwei Regensburger frei vor Schubert aufgetaucht (54.). Der Jahn hat den Ball bereits sicher, dann rutscht Geipl im 16er weg, Koné dreht sich, nächste Ecke (57.). Dresden vogelwild im eigenen Strafraum, erst Billard, dann schießt auch noch Schubert Grüttner an, Glück für Dynamo (61.).

Beide mit Punkt zufrieden?

Nach indirektem Freistoß nimmt Grüttner den zweiten Ball vorm Strafraum direkt, einen Meter drüber (67.). Doppelwechsel bei Dresden, Nicolas Kreuzer für Duljecic, Atilgan für Ebert. Weiter Pass auf Kreuzer, der viel zu frei am 16er den Ball annehmen kann, der ihm allerdings verspringt (69.). Auch Beierlorzer wechselt, für den angeschlagenen Thalhammer kommt Marc Lais. Maik Walpurgis überrascht ein weiteres Mal, er nimmt seine gefährlichste Waffe, Konè, aus dem Spiel. Gelb für Grüttner, weil er den Fuß stehen lässt (74.). Guter Indirekter in den Strafraum, dritte Ecke für den Jahn.

Beierlorzer bringt George für Stolze (77.). Burnic mit rohem Einsatz gegen Hein, Ellbogen am Kinn, nur Gelb, der Freistoß richtet wieder keinen Schaden im Dynamo-Strafraum an – und dann stellt sich auch noch George in Lais‘ Schussversuch, dafür wurde er nicht eingewechselt (80.). Und von links hat er alle Zeit der Welt und flankt direkt auf Schubert. Auf der anderen Seite der siebte Eckball für Dynamo, eine Fehlentscheidung (85.). Letzter Wechsel beim Jahn, Al Ghaddioui, der heute unauffällig blieb, geht für Jonas Nietfeld vom Platz (90.). Correia schenkt den Dresdnern die letzte Ecke – und die ist noch die beste Chance für die Gelben in der Zweiten Hälfte: Atilgan köpft einen Meter daneben, Schluss!

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