11.08.2019 - 16:28 Uhr
RegensburgSport

Jahn-Pokal-k.o. in Saarbrücken wieder in 93. Minute

Jahn Regensburg wiederholt alle Fehler vom Vorjahr und kassiert wie in Leipzig auch in Saarbrücken in der 93. Minute das Pokal-k.o.. Das 3:2 für den Regionalligisten in Überzahl geht in Ordnung.

Verdienter Pokal-Sieg für den Regionalligisten: Jubel nach dem 3:2 für 1. FC Saarbrücken.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Im vergangenen Jahr war schon in der ersten Runde Feierabend - das Aus gegen den Amateurverein Chemie Leipzig (1:2). Macht es Regensburg heute beim Regionalligisten Saarbrücken besser? Zur Halbzeit ein leistungsgerechtes 0:0. Saarbrücken ist zu Beginn die etwas spritzigere Mannschaft mit einigen Chancen von den Flügeln, Jahn Regensburg mit den eindeutigeren Szenen: Ein nicht gegebenes Kopfballtor von Markus Palionis - Diagnose: unklar. Und eine Rettungsaktion Saarbrückens an die Latte,

In der zweiten Hälfte gehen die Hausherren nicht unverdient durch den Mann des Spieles, Gilian Jurcher, mit 1:0 (53.) in Führung. Max Besuschkow, der einen Elfer provoziert und selbst zum 1:1 (64.). verwandelt, hätte Regensburger Pokalheld werden können. Stattdessen holt er sich bei einem sinnlosen Foul im Mittelfeld Gelbrot ab und Saarbrücken nutzt die Überzahl sofort durch Manuel Zeitz' 2:2 (77.). Als alle mit der Verlängerung rechnen und der Jahn-Coach einen Wechsel in der 92. Mnute für angezeigt erachtet, hebelt ein einfacher Pass die unkonzentrierte Jahn-Abwehr ein weiteres Mal aus, und Jurcher schiebt zum 3:2-Endstand (93.) ein.

Schiris Geheimnis

Geipls Pirouette mit Mann wird als Foul gewertet: Freistoß Saarbrücken, fahrlässig quergelegt, Hein spritzt dazwischen, setzt zum Konter an, wird rustikal gestoppt, Gelb für Steven Zellner (4.). Nochmal Gelb nach Foul an der Außenbahn, Freistoß für Regensburg, Kopfball Pallionis, der Ball zappelt links unten im Netz – der Schiri pfeift ab: Warum, bleibt sein Geheimnis (7.).

Das Spiel plätschert zehn Minuten so dahin, Saarbrücken sucht die Lücken vergeblich, die Oberpfälzer mit zu vielen Fehlern im Aufbau. Aufregung nach unglücklichem Ausflug von Jahn-Keeper Alex Meyer, der an Ball und Mann vorbeispringt und Glück hat, dass kein Blauer schnell genug schaltet (20.). Beste Chance für die Saarländer, Markus Mendler freigespielt, aus spitzem Winken aber deutlich vorbei (23.).

Nach einem Freistoß köpft Regensburgs Markus Palionis auf das Saarbrücker Tor. Kein Abseits, kein Foul zu sehen, warum es nicht gilt, weiß nur der Schiri.

Kleines Powerplay

Seltsame Szenen im Saarbrückener Strafraum: Besuschkow im Gesicht getroffen, statt der Regensburger Chance der Versuch eines Gegenstoßes, den Marc Schneider unfreundlich unterbindet (27.). Unnötiger Bodycheck von Oli Hein an der Strafraumgrenze, gefährlicher Freistoß, den ein Blauer knapp verpasst – die Ecke versenkt Maskenmann Volkmer fast selbst im Regensburger Tor (32.).

Ganz kleines Powerplay des Zweitligisten rund um das Saarbrückener Tor, Grüttner im Liegen, Rettung Uaferros an die Latte (36.). Passgenau Flanke von rechts, Stolze freistehend aus acht Metern fast ins Seitenaus (41.). Gefühlvoller Freistoß von Besuschkow auf Grüttner, der mit dem Hinterkopf in die Arme von Daniel Batz (42.). Kleines Frustfoul von Grüttner, nachdem zuvor ein Trikotzerren nicht geahndet wurde. Aus dem Freistoß im Mittelfeld resultiert die letzte gute Chance, wieder der auffällige Mendler aus spitzem Winkel – allerdings abseits (48.).

Löchriges Tornetz

Die zweite Hälfte beginnt mit einem handwerklichen Meisterstück: Ein Saarbrückener Seilermeister versucht das löchrige Tornetz zu verknoten. Nach diversen Einwürfen passiert die Flanke von links Freund und Feind im Saarbrückener Strafraum, Besuschkow mit dem Leichtsinnsfehler beim Spielaufbau, Jurcher mit dem Schuss von der Strafraumkante, Meyer zur Stelle.

Saarbrücken gibt keinen Ball verloren und das wird belohnt: Meyer wieder ohne Not aus dem Tor, Jurcher umläuft den Keeper, schiebt aus spitzem Winkel ein, Palionis hat das nachsehen, 1:0 (53.). Geipl sieht Gelb, weil er das Bein in den Konter stellt (58.). Besuschkow holt den glücklichen Elfer mit dem Hüpfer über ein saarländisches Hinterteil – wer versucht's diesmal? Er macht's selbst und hämmert das Ding unter die Latte, 1:1 (63.).

Kein Konzessionselfer

Im Gegenzug wünscht sich Torschütze Jurcher den Konzessionselfer, als Meyer in dessen Lauf springt, Ball und Mann berührt, Jurcher hebt ab, aber eindeutig ist nur die Entscheidung: kein Elfer (65.). Zeit für den Wechsel, Jann George für den unauffälligen Schneider. Erster Einsatz der Nummer 9, Passversuch misslingt, Schussversuch im Strafraum erst recht, Kuller zum Keeper (67.).

Schnell ausgeführter Freistoß natürlich auf Jurcher, der läuft auf Volkmer auf, Projekt Elfer noch nicht aufgegeben, aber dafür gibt’s Gelb für den Stürmer (69.). Okoroji versucht's aus der Distanz, Keeper Batz mit leichter Mühe (71.). Endlich mal ein gelungener Spielzug der Regensburger, George nach außen zu Saller, scharfe Flanke, Grüttner mit Köpfchen, 1:2 (74.).

Gelbrot und Ausgleich in einem Aufwasch

Besuschkow mit dem unnötigen Foul im Mittelfeld, Gelbrot für den Elferschützen, Regensburg eine Viertelstunde in Unterzahl – Saarbrücken braucht allerdings nur eine Minute für den Ausgleich, Pass in den Strafraum, Zeitz bekommt die Kugel und haut das Ding in den Winkel, 2:2 (77.). Welche Idee hat jetzt der Jahn-Trainer? Marc Lais für Oli Hein, 10 Prozent mehr Offensive?

Freistoß Jahn fast von der Eckfahne: Daraus entwickelt sich nach multiplen Fehlpässen der Konter über den angeschlagenen Perdedaj, der gerade mal so abgefangen wird (83.). Für den kommt der frische Mergim Fejzullah, der gleich über rechts durchstartet, Meyer gerade noch zur Ecke (85.). Freistoß Saarbrücken, 40 Meter halblinks, Golley rutscht der Ball über den Scheitel (87.). Riesenchance für Stolze nach Zuspiel Lais: Aus acht Metern direkt auf Batz (88.). Es gibt vier Minuten obendrauf, und die nutzt Selimbegovic zum nächsten Wechsel: Albers kommt für Stolze. Besser wäre gewesen, man hätte sich aufs Spiel konzentriert, denn ein einfacher Pass in die Spitze reicht, damit Jurcher zum 3:2 (93.) einschieben darf. Der Vollständigkeit halber holt sich auch Geipl noch Gelbrot ab (95.). Aus!

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