30.03.2019 - 16:11 Uhr
RegensburgSport

Jahn Regensburg erkämpft sich Punkt in Darmstadt

Nach Fußball zum Abgewöhnen in Hälfte 1, kämpft sich Jahn Regensburg nach der verdienten Darmstädter Führung (Dursun, 55.) zurück ins Spiel – ausgerechnet Andi Geipl verwandelt volley, 1:1 (69.).

Da schreit er die Genugtuung aus sich heraus: Nach verschossenem Elfer gegen Fürth trifft Andi Geipl (Mitte) volley zum 1:1 in Darmstadt.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Für Mittelfeldakteur Adrian Fein rückt nach überstandenem Muskelbündelriss das Comeback näher. Er ist wieder im Mannschaftstraining und kam auch im Testspiel gegen Innsbruck zum Einsatz. Abwehrspieler Asger Sørensen kehrte mit Beschwerden am Sprunggelenk von der U21 Dänemarks zurück.

Nach dem 0:2 vor der Länderspielpause gegen Fürth wollen die Regensburger (37 Zähler) nun die 40-Punkte-Marke knacken. "Am Schluss wissen wir ganz genau, wie die 2. Liga tickt. Es ist nicht vorhersehbar, wie dieses Spiel ausgeht", sagte Beierlorzer. "In den Trainingseinheiten sehe ich aber, dass wir bereit sind für diese Spiele."

Mit zwei Siegen in Folge hat sich umgekehrt der SV Darmstadt 98 richtig Luft verschafft und darf nun auf einen frühzeitigen Klassenerhalt hoffen. Gegen den SSV Jahn Regensburg, der als drittbestes Auswärtsteam der Liga anreist und dem nur noch ein Dreier zum Erreichen der 40-Punkte-Marke fehlt, peilen die Lilien den dritten Sieg in Serie an und würden sich damit wohl der größten Sorgen entledigen.

Die Aufstellung: Philipp Pentke - Benedikt Saller, Wastl Nachreiner, Marcel Correia, Jonas Föhrenbach - Maximilian Thalhammer, Geipl - George, Adamyan - Grüttner, Al Ghaddioui

Beierlorzer: „Wie es halt dann so ist“

„Ich habe ein total intensives Spiel gesehen“, resümiert Jahn-Trainer Achim Beierlorzer, „bei dem am Ende beide Mannschaften den Sieg wollten.“ Darmstadt sei wiedererstarkt, das habe man gemerkt. „Ganz zu Beginn haben wir es gar nicht so schlecht gemacht, haben kaum Darmstadt zum Spiel kommen lassen.“ Viele kleine Fehler habe er aber bei seiner Mannschaft gesehen, die dem schnellen Umschaltspiel der Lilien entgegengekommen seien. „Deshalb war es wichtig, dass wir mit 0:0 in die Pause gehen.“

Man habe dann justiert, nur mit einem Stürmer die beiden Innenverteidiger und die Mittelfeldspieler zentraler attackiert. „Aber da war ich nicht so zufrieden, wie wir das eigentlich in der Halbzeit besprochen haben – insofern kriegen wir dann nach einer super Aktion von uns, wo wir einfach nicht gut den Ball wieder aufnehmen, einen Konter.“ Sowohl von Heller habe man gewusst, dass er in die Tiefe sprintet, da könne man mitgehen, und auch dass ein einziger Spieler, bei dem ein Verteidiger dabei ist, so einschieben könne, sei suboptimal.

Dann habe man extrem umgestellt, Innenverteidiger raus, Thalhammer zurückgezogen, versucht, mit zwei Stürmern richtig wieder Druck drauf zu kriegen: „Wie es halt dann so ist, dann geht der Gegner etwas weiter in die Defensive, versucht das 1:0 zu stabilisieren, machen wir das 1:1.“ Anschließend ein offener Schlagabtausch, insgesamt mit den besseren Chancen für Darmstadt. „In der Situation waren wir auch schon öfters.“

Grammozis: „Es hätten drei sein müssen“

„Ich habe ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen“, kommentiert SV-Coach Dimitrios Grammozis, „die das, was wir uns vorgenommen haben, sehr, sehr gut vor allem in der ersten Halbzeit auf den Platz gebracht hat.“ Man habe immer wieder versucht im Mittelfeld Überzahl zu kreieren, dann durchzuspielen. Man habe genug Chancen generiert, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden. „Wie so oft, kommt es nach einer nicht gerade herausgespielten Situation zum Ausgleich.“

Danach habe er ein wenig Angst bei seiner Mannschaft registriert, „weil man schon gesehen hat, dass die Regensburger besser im Spiel waren und Druck aufgebaut haben.“ Dennoch, auch am Schluss sei Franke noch zweimal nach einem Standard zum Kopfball gekommen und hätte fast mit dem Schlusspfiff das Tor machen können. „Wir nehmen den Punkt mit, es hätten drei sein müssen, aber wir haben gegen eine gute Mannschaft auch nicht verloren – wie es so oft kommt, rutscht dann noch einer rein.“

Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis ist mit dem Punkt nicht zufrieden.

Mehr Qual als Qualität

Wenig Struktur im Spiel, der Jahn bemüht, aber ungenau. Daraus ergeben sich Tempogegenstöße für Darmstadt. Mehlem mit dem zweiten Ball aus 25 Metern, Pentke ist unten und pariert zur Ecke (11.). Fehlendes Jahn-Mittelfeld, die Abwehr blank, langer Pass auf links, Mehlem nimmt den Ball mit der Brust mit in den Strafraum, Pentke pariert erneut (18.).

Erste Ecke für den Jahn: Erste gute Offensivaktion von Adamyan, seinen Schuss aus 16 Metern fischt Keeper Heuer Fernandes raus, dann ist Grüttner im Abseits (21.). Das geht zu leicht, ein Ball in die Spitze, Nachreiner fehlt Spielpraxis, Pentke muss zum dritten Mal in höchster Not mit dem Fuß gegen Dursan retten, der aus zehn Metern allein vorm Jahn-Keeper auftaucht (29.).

Ein notwendiges Wort zum Schiedsrichter: Nachdem es Darmstadt von der ersten Minute an darauf anlegt, Freistöße mit mustergültigen Schwalben und Meckern zu schinden, hat sich Martin Thomsen (Kleve) endgültig einseifen lassen und pfeift auf Zuruf. Nach längerer strafraumloser Phase ein Schussversuch von Tobias Kempe, abgeblockt, dann verschätzt sich auch noch Pentke bei der Flanke, Chaos im Strafraum, der nächste Schuss aus der zweiten Reihe in die dritte Etage (42.). Pause.

Marcel Heller (SV Darmstadt 98) im Zweikampf mit Andreas Geipl.

Dursun zur verdienten SV-Führung

Es geht erst einmal unverändert weiter, kaum Spiel, viel Kampf und Krampf und wieder die erste Chance für die Blauen nach starkem Solo von Mehlem, Dursun mit dem zweiten Ball, Pentke erneut mit klasse Reaktion. Und noch ein Kopfball hinterher, Mehlem mit dem Kopfball aus fünf Metern daneben (51.).

Nachreiner mit der nächsten ungeschickten Aktion, viel Glück, dass er ohne Gelb davonkommt. Und dann ist es passiert, Heller über rechts, Flanke auf Dursun, der sich am Fünfer gegen Nachreiner durchsetzt, 1:0 (55.). Heller schneller als Correia, allein vor Pentke, eigentlich schon ausgespielt, bekommt er die Hand noch ran, nur Ecke (59.).

Geipl ohne Grübeln

Der erste Reparaturversuch von Achim Beierlorzer, Jonas Nietfeld kommt für Al Ghaddioui (61.). Und der Jahn-Trainer legt nach, Sebastian Stolze macht sich bereit. Dafür geht Nachreiner zum Duschen. Riskantes Spiel des SSV, Thalhammer mit Bock in der eigenen Hälfte, Darmstadt macht nichts draus (67).

Dafür gelingt aus dem völligen Nichts ausgerechnet Andi Geipl der Ausgleich: Volley aus 16 Metern, da hat er mal nicht nachgedacht, und der Ball zappelt im Netz, 1:1 (69.). Plötzlich ist der Jahn am Drücker, George aus acht Metern halblinks, von der Linie gekratzt (74.). Wieder ein Ballgewinn gegen die Darmstädter, Grüttner allein vorm Keeper, Fußabwehr (75.).

Heiße Schlussphase

Saller rettet in größter Not vor Jones (77.). Heller schießt Correia um, der Schiri zeigt Mitgefühl und unterbricht die durchaus brenzlige Situation (78.). Thalhammer bremst Heller zur Ecke aus (84.). Nach Vorarbeit Adamayan versucht es Geipl mit einem Heber aufs Tordach (85.). Darmstadt bringt noch eine frische Spitze mit Wurtz für Mehlem (86.).

Dritter Wechsel beim Jahn, Comeback von Adrian Fein, Geipl muss weichen. Keine schlechte Flanke auf Grüttner, Stürmerfoul (90.). Im Gegenzug holt sich Darmstadt noch eine Ecke – klares Handspiel von Dursun nicht geahndet – Eckenfestival: Frankes Kopfball um Millimeter daneben. Auf der Gegenseite flankt Adamyan an die Latte. Aus.

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