(fle) Der SSV Jahn Regensburg bleibt nach dem Husarenstück beim Hamburger SV in der Erfolgsspur. Am Mittwochabend besiegte der Fußball-Zweitligist den 1. FC Heidenheim vor 8728 Zuschauern in der Continental-Arena mit 2:1 (2:1). Zwar trat der Jahn bei weitem nicht so glanzvoll auf wie noch am Sonntag im Volksparkstadion, doch nach Treffern von Sargis Adamyan und Marco Grüttner liegen die Oberpfälzer mit nun zehn Punkten nach sieben Spielen laut Geschäftsführer Christian Keller "im Soll". Wilde erste 20 Minuten, in denen bereits alle drei Treffer fielen, schürten Hoffnungen auf eine unterhaltsame Partie. Stattdessen hatten die Teams ihr Pulver früh verschossen und boten in der restlichen Spielzeit wenig Erwärmendes auf schwachem Zweitliga-Niveau.
"Das war heute ein ganz ekliges Spiel. Aber uns war anzumerken, dass wir unbedingt die drei Punkte hier in Regensburg behalten wollten. Und das ist die Hauptsache", sagte Adamyan nach der Partie. "Ein 5:0-Sieg in Hamburg verleiht einem Team unglaublich viel Selbstvertrauen. Das war heute zu merken." Kapitän Marco Grüttner fügte hinzu: "Zwei Siege in der bisherigen Englischen Woche verleihen uns Flügel und die sollen uns jetzt auch in Duisburg am Samstag noch zum Dreier tragen."
Jahn-Trainer Achim Beierlorzer sah nach dem Sahne-Vortrag an der Alster verständlicherweise keinen Grund, personelle Änderungen in seiner Startformation vorzunehmen. Die Begegnung gönnte sich keinerlei Abtastphase: Beide Kontrahenten duellierten sich vom Anpfiff weg mit offenem Visier. Die Fans, die sich am bundesweiten 20-minütigen Stimmungsboykott beteiligten, mussten sich gleich mehrmals auf die Zunge beißen, um nicht ob eines gelungenen Spielzugs oder einer hahnebüchenen Defensivaktion aufzuschreien.
Jahn-Stürmer Sargis Adamyan, so etwas wie der Mann der Stunde in der zweiten Bundesliga, machte schon nach sechs Minuten da weiter, wo er mit seinem Dreierpark in Hamburg aufgehört hatte. Einen weiten Ball von Asger Sörensen verwertete der Armenier eiskalt zur frühen Regensburger Führung. Doch die Freude währte nicht lange: Nach einem weiten Flankenball reagierte die heimische Defensive zu langsam und ermöglichte Robert Glatzel den umgehenden Ausgleich (9.).
In der Folgezeit präsentierte sich die Oberpfälzer Hintermannschaft vogelwild: Mainka traf aus kurzer Distanz die Latte (11.), Theuerkauf scheiterte per Distanzschuss am glänzend reagierenden Jahn-Keeper Philipp Pentke (15.) und wiederum Mainka köpfte knapp drüber (17.). Während die Heidenheimer Chancenwucher betrieben, jubelte Regensburg nach der zweiten Möglichkeit über den zweiten Treffer. Jahn-Kapitän Marco Grüttner vollendete einen Steilpass von Jann George in bester Mittelstürmer-Manier durch die Beine des Gäste-Torwarts Kevin Müller (20.). Nach dieser Phase des Wild-West-Fußballs festigten beide Teams ihre Defensivreihen und ließen stattdessen die letzte Genauigkeit in der Offensive vermissen. Bis zum Pausentee verflachte die Begegnung folgerichtig und Torchancen blieben aus.
Gästetrainer Frank Schmidt war mit der Darbietung seiner Elf im ersten Abschnitt ganz und gar nicht einverstanden und schöpfte mit Beginn der zweiten Hälfte sein Wechselkontigent komplett aus. Eine umgehende Wirkung auf die Leistung der Kicker aus dem Osten Baden-Württembergs hatte der Triple-Tausch jedoch nicht. Die Begegnung plätscherte vor sich hin und bot fußballerische Magerkost. Die Gäste waren um den abermaligen Ausgleich bemüht, in ihren Mitteln aber auch arg limitiert. Die Jahn-Elf fand offensiv überhaupt nicht mehr statt und verwaltete die knappe Führung.
Erst als Heidenheim die Defensive lockerte, kam der Jahn auch offensiv wieder zur Geltung. Grüttner verpasste mit einer Doppel-Chance die Vorentscheidung (74./77.). Mit der Brechstange bot sich den Gästen noch die Chance zum Ausgleich, doch Tim Skarkes Gewaltschuss strich knapp am Regensburger Gehäuse vorbei (90.).















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