Update 21.04.2019 - 17:28 Uhr
RegensburgSport

Jahn taucht Magdeburg tiefer in den Abstiegsstrudel

In Hälfte 1 war für Jahn Regensburg mehr drin, als die 1:0-Führung durch Marco Grüttner (20.). Nach der Pause verwaltet der SSV das Match und lässt Magdeburg ins Spiel kommen. Die Gäste können damit aber wenig anfangen.

Jubel nach dem 1:0 für den SSV Jahn Regensburg:.(von links): Jann George, Hamadi Al Ghaddioui ,Sargis Adamyan und Torschütze Marco Gruettner.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

„Magdeburg ist eine geschlossene Mannschaft, die alles investiert, um in der Liga zu bleiben“, warnt Jahn-Trainer Achim Beierlorzer vor dem Spiel gegen den Tabellen-16. „Es wird kein Osterspaziergang, ganz im Gegenteil, es wird richtig intensive Arbeit.“ Jahn-Kapitän Marco Grüttner wurde zwar Anfang der Woche noch geschont, konnte aber am Donnerstag wieder voll ins Training starten.

Auch Sebastian Stolze ist nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder verfügbar. Damit steht Jahn Chef-Trainer Achim Beierlorzer für das Spiel gegen den 1. FC Magdeburg der komplette Kader zur Verfügung. Im Vorfeld der Partie verriet der Coach auch, dass erneut André Weis das Tor des SSV hüten wird.

Beim FCM verletzte sich bei der Niederlage gegen Darmstadt Schlüsselspieler Philip Türpitz (sieben Saisontore). Auch der gelb-gesperrte Dennis Erdmann ist nicht mit von der Partie. Im Hinspiel in Sachsen-Anhalts Hauptstadt hatte Hamadi Al Ghaddioui das enge Match in letzter Minute mit seinem 3:2 entschieden.

Oenning: „Nicht den Kopf in den Sand stecken“

„Wenn ich’s einem gönne“, eröffnet FCM-Coach Michael Oenning unkonventionell, „dann dir, Achim.“ Da sei aber auch das Einzige, das er zu gönnen habe: „Jeder weiß ja, in welcher Situation wir uns befinden – wenn man meine Mannschaft sieht, was sie heute über 94 Minuten angeboten hat, dann sieht man, dass sie alles, was sie hat, reinhaut, um in dieser Liga zu bleiben.“ 80 Prozent Passquote, 55 Prozent Ballbesitz, 12 Ecken seien Indikatoren dafür. „Schaffen’s aber nicht ein Tor zu schießen, damit ist das ganze Spiel eigentlich schon erklärt.“

Der Jahn sei sehr gut im Umkehrspiel: „Das ärgert mich schon, dass wir im zentralen Mittelfeld einen Ballverlust hatten, der zum Gegentor führt.“ Danach habe man noch mehr Risiko gehen müssen, was man in der zweiten Halbzeit ausgereizt habe: „Mit ein bisschen Glück hätten wir hier vielleicht noch einen Punkt mitnehmen können.“ Die Moral aber sei in Ordnung: „Deshalb werden wir nicht den Kopf in den Sand stecken.“

Beierlorzer: „Wir müssen unsere Torchancen nutzen“

„Die Offenheit, von der Michael spricht“, sagt Jahn-Trainer Achim Beierlorzer, „war natürlich genau das, was wir vermeiden wollten.“ Mit drei hundertprozentigen Chancen zusätzlich zum Tor hätte man den Sack bereits zumachen müssen, dann wäre es ein weitaus entspannteres Spiel gewesen.“ So habe es für Magdeburg noch drei Chancen gegeben, zum Ausgleich zu kommen. Die Lehre daraus habe er in der Kabine gepredigt: „Wir müssen unsere Torchancen nutzen, sieben hochkarätige, allein Adamyan hat zweimal 1 gegen 1 gegen den Torwart, und einmal war der Torwart eigentlich schon weg und er muss ihn nur über die Linie spielen.“

Richtig klasse habe ihm aber gefallen, wie dynamisch seine Mannschaft in der ersten Hälfte unterwegs war und immer wieder über die Außen gekommen sei: „Es war Föhrenbach mit dabei, es war Bene Saller zusätzlich zu Jann George und Sargis Adamyan mit dabei – da hatten wir so viele gute Aktionen, dass wir unseren Fans, glaube ich, ein gutes Spiel geboten haben.“ Sehr präsent gewesen sei Keeper André Weis gewesen: Bewährungschance genutzt! Und auch Lob für Wastl Nachreiner: „Das war ein unglaubliches Spiel, das er geliefert hat!“

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer (rechts) hätte gerne ein entspannteres Spiel erlebt.

Immer wieder über Adamyan

Die ersten Halbchancen für den Jahn, einmal über rechts, einmal über links, der letzte Pass kommt nicht (2.). Auf der anderen Seite drischt Bütter den Ball vom 16er in die Wolken (3.). Jetzt setzen sich die Blauen mit zwei Ecken rund um den Jahn-Strafraum fest. Konter nach Faustabwehr von Weis, Adamyan allein durch, aber Brunst hat die Faust am Heber (10.).

Der nächste Konter, Seitenwechsel Adamayan, der steile Pass aber auf Grüttner ins Abseits (15.). Der Jahn wird stärker, Pass nach links auf Adamyan, der aus spitzem Winkel draufhält, Brunst muss nachfassen (18.). Das ist folgerichtig, wieder schalten die Regensburger schneller, wieder über Adamyans linke Seite, George rutscht noch vorbei, Grüttner hält den Fuß hin, 1:0 (20.).

Großchancen der Oberpfälzer

Gefährlicher Freistoß aus dem Halbfeld, Kopfball aus Nahdistanz, Weis sicher (21.). Und schon wieder taucht Adamyan vor Brunst auf, der Abschluss aber ist zu optimistisch (22.). Nach der Trinkpause wieder blauer Freistoß, Weis faustet weg, noch eine Ecke, Tempogegenstoß über George, der querlegt auf Saller – aus zehn Metern einen Meter drüber (26.).

Zwei klare Elfer nicht gegeben: Erst rudert Correia nach einer Ecke mit den Armen, muss man eigentlich als Hand ahnden. Auf der anderen Seite umspielt Geipl am Elfer seinen Gegenspieler, der das Knie in dessen Körper stemmt, Geipl fällt, Schiri Siewer winkt ab (29.). Noch eine 100-Prozentige für Regensburg, Magdeburg schwindelig gespielt, aber Thalhammer bringt nach Grüttners Zuspiel von der Grundlinie das Kunststück fertig, Brunst aus sechs Metern an die Fäuste zu schießen (35.).

Ecke Geipl kommt mal direkt auf Al Ghaddiouis Kopf, aber auch direkt auf Keeper Brunst (38.). Weis bei einer der Offensivaktionen der Gäste mit Seltenheitswert präsent mit Fußabwehr. Letzte Ecke vor der Pause, Adamyan verzieht ins Ungewisse.

Jahn beginnt, wo er aufgehört hat

Gleich einmal ein gefährliches Rückspiel auf Brunst, der vor Al Ghaddioui zur Ecke klärt (46.). Sensationelles Zuspiel von Thalhammer auf Adamyan, der wieder freistehend an Brunst scheitert – die anschließende Ecke bekommt Grüttner nicht mehr ganz aufs Tor (48.). George mit der nächsten Konterchance, leider vorm 16er verdaddelt (50.).

Wechsel bei Magdeburg, Lewerenz für Preißinger (59.). Magdeburg erkämpft sich wie zu Beginn des Spiels eine Ecke nach der anderen, die zwar für Verwirrung im Regensburger Strafraum, noch aber für kein Gegentor sorgen (61.). Al Ghaddioui taucht aus dem Nichts allein vor Brunst auf, aus spitzem Winkel ans Außennetz (63.). Der Jahn jetzt zu passiv, Magdeburg erspielt sich Chancen, Lohkemper allein vor Weis, Correia bekommt noch das lange Bein dazwischen (65.). Endlich wieder ein Konter, George zu eigensinnig, Grüttner winkt sich frei rechts außen einen Wolf, George mit ungenauem Schlenzer (74.). Zeit für den Wechsel, Stolze kommt für Dauerläufer Adamyan.

Magdeburg nimmt die Geschenke nicht an

Der Jahn baut Magdeburg zunehmend auf, vorne zu ungenau, Konter, Geipl und Nachreiner lassen sich verschaukeln, Lohkemper vergibt erneut (76.). Noch ein Wechsel beim Jahn, Fein kommt für Thalhammer (79.). Kein Abseits? Beck allein vorm Tor, Heber aus 16 Metern drüber (80.). Und dann dribbelt sich George in den Strafrauf, der Drehschuss um Zentimeter neben den linken Pfosten (85.).

Letzter Wechsel beim SSV, Jonas Nietfeld kommt für den angeschlagenen Al Ghaddioui (86.). Nietfeld mit einem Spurt über links, die Flanke zur Ecke geklärt (92.). Magdeburg unterm Strich zu harmlos, um die zahlreichen Einladungen der Regensburger anzunehmen – es bleibt beim 1:0-Heimsieg für die Regensburger (45 Punkte/7.), die jetzt St. Pauli dank des besseren Torverhältnisses überholen.

Hamadi Al Ghaddioui mit Jann George (rechts) nach dem 3:2 Siegtreffer im Hinspiel.
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