19.10.2019 - 15:17 Uhr
RegensburgSport

Zum Jubiläum springt Jahn Regensburg auf Platz 5

Eine Galavorstellung zum 130. Jubiläum ist es nicht: Aber der 1:0-Arbeitssieg gegen Sandhausen bringt Jahn Regensburg auf Platz 5 (14 Punkte).

Zum 130-jährigen Jubiläum schenkt Kapitän Marco Grüttner dem SSV Jahn einen Dreier und den Fans ein Herzchen.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Ein ganz, ganz zähes Spiel: Jahn Regensburg und der SV Sandhausen paralysieren sich in der ersten Halbzeit. Kurz vor der Pause wird der SSV etwas stärker.

Es ist nicht das Gesicht des SSV Jahn von der vergangenen Saison: Statt knallhart gegen den Ball und rasant ab nach vorne, blickt man in der Continental-Arena auf lange Durststrecken, wenige gelungene Kombinationen – aber zum Glück für die Oberpfälzer stimmen dennoch die Ergebnisse.

Gegen die gleichwertigen, aber letztlich ineffektiven Sandhäuser reicht ein glücklicher Kopfballtreffer von Marco Grüttner fast von der Grundlinie für den wichtigen Heim-Dreier (58.). Mit 14 Punkten nach zehn Spieltagen positioniert sich Regensburg damit im dichten Zweitliga-Feld zunächst auf Platz 5. Trotzdem: der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt gerade mal 6 Punkte – bei einem Spiel weniger von Bochum und Kiel.

Debüt für Wähling

Vergangene Saison gab es zweimal ein 2:2: Zum 130-jährigen Jubiläum würde Jahn Regensburg gegen den SV Sandhausen gerne dem wenig verwöhnten Heimpublikum einen Dreier schenken.

Der Jahn blieb zuletzt zweimal ungeschlagen, punktete gegen den HSV und gewann in Kiel. Insgesamt holte er sieben Punkte aus den letzten fünf Ligaspielen. Der SV Sandhausen konnte vor fünf Spielen zuletzt gewinnen, zuletzt wechselten sich Niederlage und Unentschieden jeweils ab.

„Wir werden versuchen, Gas zu geben und langsam daran zu arbeiten, dass die Arena eine Festung wird“, verspricht Jahn-Coach Mersad Selimbegovic. „Sandhausen ist ein sehr unangenehmer Gegner, der viele erfahrene Spieler hat, über Robustheit und eine gute Zweikampfquote kommt.“ Umkehrt zollt auch SVS-Trainer Uwe Koschinat Respekt: „Regensburg kann mit einer absoluten Kontinuität herausragende Spieler und Trainer immer wieder ersetzen. Das spricht für die tolle Arbeit im Verein. Für uns ist das eine Art Schlüsselspiel.“

SSV Jahn: Meyer - Nachreiner, Wähling, Correia, Okoroji - Besuschkow, Gimber - George, Palacios - Grüttner, Stolze

SV Sandhausen: Fraisl - Diekmeier, Nauber, Zhirov, Paqarada - Linsmayer - Zenga, E. Taffertshofer - Biada - K. Behrens, Bouhaddouz

Sandhausen spielt oberpfälzisch

Die Sandhäuser drehen gleich mal den Spieß um, stehen sehr hoch, erzwingen die erste Strafraumsituation: Bouhaddouz attackiert Keeper Alex Meyer, der lässt den Ball aus, Abstauber ins Netz – abgepfiffen (3.). Langsam, ganz langsam kämpft sich der Jahn ins Spiel, ohne in den Strafraum zu kommen. Aber jetzt erst einmal Freistoß Sandhausen, 30 Meter zentral: ganz schwach auf einen Regensburger Fuß (12.).

Erste Ecke für den SSV: nicht der Rede wert (14.). Beide Mannschaften paralysieren sich, keine Idee, wie man die beiden Bollwerke überwinden soll. Zufallsaktionen, Ecke Sandhausen: George haut das Ding nach vorne, Grüttner auf verlorenem Posten (26.). Ein ganz, ganz zähes Spiel. Der erste versehentliche Torschuss, George mit dem Flankenversuch sanft aufs Torkreuz, Keeper Fraisl sicher (28.).

Viel Kampf und noch mehr Krampf: Chima Okoroji versucht gegen den Sandhäuser Robin Scheu durchzubrechen.

Jahn nähert sich dem Kasten

Ansatzweise mal Platz für Okoroji, immerhin die zweite Ecke: In der Mitte fällt einer, das Spiel läuft weiter, Einwurf Sandhausen. Auf der anderen Seite versucht‘s Paqarada mit einem Distanzschuss, nicht so viel drüber (33.). Erste starke Kombi, Besuschkow raus auf Debütant Nicolas Wähling, direkt auf Stolze, der zieht aus zehn Metern ab, klasse Parade von Fraisl, Ecke (36.).

Nächste Chance, George schlägt aus spitzem Winkel ein Luftloch, den zweiten bringt er hoch Richtung Fünfer, vor Grüttner geblockt (40.). Dann wird Gimber beim Durchbruchsversuch gestoppt, Gelb für Paqarada, Freistoß vom 16er außen, flach herein, Besuschkow kommt gerade noch zum Schuss, aber unkontrolliert ins Aus (43.). Konterversuch über George, der Ball kommt zu spät und ist wieder weg (44.). Pause.

Grüttner effektiv

Es geht los mit Sandhausens zweiter Ecke: direkt auf Okoroji, der zweite Ball über Umwege im Toraus (46.). Nächste Ecke für die Gäste: George köpft raus (47.). Freistoß Sandhausen von rechts außen, wie immer Paqarada, Correia klärt vorläufig, dann ist der Ball endlich weg (50.). Erste große Möglichkeit für den Jahn, George startet, Wähling rechts völlig frei, der Ball kommt viel zu spät, viel zu schwach – der direkte Gegenzug, auch die Schwarzen laufen aufs Tor zu und verdaddeln die Kugel (52.).

So, jetzt muss George runter, Selimbegovic setzt auf Joker Andreas Albers (54.). Schiri Siewer sehr kleinlich, Freistoß Sandhausen, der Kopfball drüber (56.). Aus einem gelungenen Seitenwechsel von Stolze resultiert die Jahn-Führung: Pass nach links, Okoroji mit dem weiten Pass, Grüttner fast von der Grundlinie mit Kopf an die Unterlatte und hinter die Linie, 1:0 (58.). Postwendend Chaos im Regensburger Strafraum, Bouhaddouz' Kopfball von Correia geblockt, Biada fast allein vorm leeren Tor, kommt nicht mehr zum Abschluss (59.).

Jahn zittert sich bis zur 95.

Die nächste gefährliche Situation, Bouhaddouz an der Fünferecke, Meyer macht sich lang, fast noch der Abstauber, Okoroji verletzt sich bei der Blockade, Ecke: Bouhaddouz' Kopfball an die Latte (65.). Auf der anderen Seite ackert Stolze durch den 16er, findet aber keine Anspielstation, raus auf Okoroji, der ins Toraus (67.). Koschinat schickt Türpitz für Biada ins Rennen. Auf der rechten Abwehrseite hat Wähling einen schweren Stand, Türpitz fast durch, gerade noch geblockt (73.). Der blasse Palacios weicht jetzt Wekesser. Freistoß auf Grüttners Schädl, einen guten Meter neben den rechten Pfosten (75.). Auch Sandhausen bringt einen frischen Mann: Besar Halimi für Scheu (76.).

Guter Konteransatz, Stolze zu langsam: Nach der Ecke von Besuschkow verletzt sich Diekmeier. Auf der anderen Seite bringt der Jahn den Ball nicht weg, Ecke versandet (82.). Letzter Joker bei den Gästen: Engels für Zenga. Jetzt liegt Nachreiner nach Luftkampf am Boden, Gelb für Behrens. Grüttner holt die nächste Ecke, abgeblockt (85.). Der Jahn setzt sich wieder ein wenig fest, Stolze holt die nächste Ecke: keine Gefahr (88.). Letzter Wechsel beim Jahn, Tim Knipping für den angeschlagenen Nachreiner (90.).

Fünf Minuten gibt‘s oben drauf. Nach langer Durststrecke eine Chance für die Gäste: Zierow aus elf Metern ganz knapp am linken Pfosten vorbei (94.). Dann ist‘s doch vorbei, ein glücklicher, nicht unverdienter Sieg.

Beim letzten Heimspiel gegen Sandhausen jubelt der Jahn mit dem heutigen Köln-Trainer Achim Beierlorzer (Mitte) über ein 2:2.
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