03.02.2019 - 14:25 Uhr
RegensburgSport

Kiel profitiert von Regensburgs schwacher zweiten Hälfte

Bis zur Pause spielt der Jahn auf Augenhöhe, liegt unglücklich mit 0:1 (12.) zurück. Nach dem Seitenwechsel verliert Regensburg den Zugriff, Kiel hat hochkarätige Konterchancen, nutzt eine Freistoßflanke zum 2:0 (82.).

Stefan Thesker macht den Sack zu.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Glückliche Führung der Hausherren an der Waterkant: Den schnellen Konter über van den Bergh schließt Kingsley Schindler zum frühen 1:0 ab. Zwei Pfosten Schüsse von Marco Grüttner und Sörensen reichen nicht zum Ausgleich. Nach dem Wechsel ist Regensburg nicht wiederzuerkennen. Kiel hätte deutlich früher den Sack zu machen können. Ein überflüssiger Freistoß - von Saller links außen verursacht - bringt die Entscheidung: Stefen Thesker macht per Kopf alles klar.

Beierlorzer: Kiel in Hälfte zwei richtig stark

„Bis auf das Tor haben wir das richtig gut in den Griff gekriegt“, bilanziert Jahn-Trainer Achim Beierlorzer die erste Halbzeit, „wir hatten zwei Pfostenschüsse, schießen uns selber an der Linie an, so dass es dann Abstoß gibt, hatten ein ums andere Mal hervorragende Situationen, wo wir mehr daraus machen müssen – einmal sogar den Ball, den wir von Kronholm kriegen, wo Hamadi den Ball aufs leere Tor schießt, da wäre Jann George völlig frei gewesen.“

In der zweiten Hälfte habe er bis auf die ersten zehn Minuten Kiel richtig stark gesehen. „Wir konnten da bei weitem nicht mehr unsere gefährlichen Angriffe setzen, auch nicht mehr so viel Druck entwickeln.“ Bis auf den Schluss, als der Jahn nochmal zwei gute Situationen hatte, sei trotz der Wechsel wenig zustande gekommen. „Das Standardtor zum 2:0 ärgert mich insofern schon ein wenig, weil der falsche Spieler vorne bleibt, nämlich genau der, der gegen Thesker Verantwortung hätte haben sollen.“

Walter: „Weil wir mutig sind“

„Großes Kompliment für meine Mannschaft“, lobt Kiels Coach Tim Walter, „dass sie alles investiert hat, sich auch das nötige Glück so ein Stück weit erspielt oder erkämpft hat.“ Auf dem Platz sei nicht so viel möglich gewesen. „Das hat eher dem Gegner in die Karten gespielt.“

Man habe es trotzdem versucht: „Weil wir mutig sind, weil es unsere Philosophie ist.“ Von daher sei er völlig zufrieden mit der Bereitschaft seiner Mannschaft. Bedenken habe Walter trotz der vielen liegengelassenen Chancen nie gehabt: „Selbst wenn wir einen gekriegt hätten, hätten wir noch eines geschossen.“

Kiels Trainer Tim Walter kann zufrieden sein.

Kein Schnee in Kiel

Kein Schnee in Kiel. An der Waterkant herrschen gute Bedingungen für das Verfolgerduell der unangenehmen Zweitliga-Mannschaften. Kiel hat nur eines der letzten zehn Spiele verloren. Und auch der SSV Jahn ist auf Kurs.

Torschütze Stolze ist krank zu Hause geblieben, für ihn rückt Derstroff in den Kader und George in die Startelf. Ansonsten bleibt's bei der Aufstellung vom Mittwochpiel gegen Paderborn. Pentke - Saller, Sörensen, Correia, Föhrenbach - Geipl, Thalhammer - George, Adamyan - Al Ghaddioui, Grüttner (Kapitän).

Frühe Kieler Führung

Maximilian Thalhammer bekommt viel Platz, arbeitet sich in den Strafraum und kann den ersten Abschluss für sich verbuchen, knapp neben das kurze Eck (6.). Im Gegenzug Saller mit dem überflüssigen Foul, Glück, dass er nicht die fünfte Gelbe sieht – die gute Position links neben dem 16er verwertet Kiel schlecht (8.). Sallers Flanke trudelt durch den Kieler Strafraum, Al Ghaddioui trifft nicht richtig (10.).

Typisch Kiel: Aus dem Nichts der Konter, van den Bergh kurbelt über links an, Pass in die Gasse, quer gelegt für Kingsley Schindler, der drückt die Kugel über die Linie, 1:0 (12.). Auf der Gegenseite schafft es Marco Grüttner nicht, den Ball aus fünf Metern am Block vorbeizubringen (13.). Das Spiel nimmt Fahrt auf, Kiel kontert weiter, die nächste Gefahrensituation gerade so geklärt, der zweite Ball deutlich vorbei.

Jahn im Pech

Das ist das richtige Rezept, der Jahn attackiert Kronholm, die Kieler Abwehr unter Stress, Regensburg bekommt den Einwurf und holt die erste Ecke, Correia mit dem Kopfball, aber den kann er nicht mehr platzieren (24.). Grüttner setzt sich stark auf der linken Seite durch, an der Grundlinie knallt er das Ding an den Pfosten, von dem er parallel zur Torlinie auf der anderen Seite ins Toraus geht (33.).

Starker Konter: Adamyan über links, Grüttner tankt sich in den ungenauen Pass, Kronholm hechtet sich auf das Rund (39.). Geipls angeschnittene Ecke, Sörensen mit dem Hinterkopf, Kronholm bekommt einen Finger dran, wieder Pfosten (42.). Aber der Ausgleich will bis zur Pause nicht mehr gelingen.

Holstein Kliel kontert sich im eigenen Stadion zum 1:0.

Regensburg verliert den Faden

Jahn-Keeper Pentke stoppt den Konter im letzten Moment, gut mitgespielt. Gefährlicher Eckball auf den kurzen Pfosten, Tempogegenstoß, nicht sauber ausgespielt, nur Ecke – und die ist schwach. Dennoch kommt der zweite Ball auf George, der aus acht Metern den Ball nicht richtig trifft (52.). Beste Konterchance Kiel, über drei Stationen, Schindler von rechts, Serra am Fünfer drüber (55.).

Und noch eine Großchance der Holsteiner, Okugawa kurbelt an, schöner Pass auf Schindler, zurück zum Japaner, der acht Meter vorm Kasten unbehindert ein Luftloch schlägt (62.). Der Jahn braucht jetzt Impulse von außen: Beierlorzer bringt für den angeschlagen wirkendenden Adamyan Vrenezi ins Spiel (65.). Nach der schwachen Ecke Geipls Einwurf, George flankt, Vrenezi mit dem Abschluss aus 16 Metern, aber mittig in Kronholms Arme (71.).

Thesker frei zum 2:0

Nächster Wechsel bei Regensburg, Marc Lais löst Geipl ab (72.). Die Chancen aber haben die Gastgeber, Serra schlenzt die Kugel allein vor Pentke am Pfosten vorbei (74.). Halbchance für den Jahn, Sörensen kommt nur noch mit der Schulter an die Freistoßflanke (76.). Vrenezi versucht den nächsten Freistoß aus 20 Metern durchzustecken, zu weit für Föhrenbach. Und Wechsel Nummer 3, Derstroff für George.

Völlig überflüssiges Foul von Saller an der Außenlinie, da hätte der Kieler maximal einen Einwurf bekommen können. Die Flanke in die Mitte, keiner steigt hoch außer Stefan Thesker, fast beiläufig das 2:0 (82.). Kiel setzt sich fest, Schindler aus spitzem Winkel, Pentke als Fels in der Brandung. Nach ein paar Ecken, endlich mal wieder ein roter Konter, Vrenezi mit dem schnellen Antritt über rechts, gute Flanke, Dehm schmeißt sich vor Al Ghaddioui in den Ball, Ecke, ganz schwach (85.).

Zweimal wühlt sich Al Ghaddioui noch durch das Kieler Abwehrbollwerk, zweimal wird er zurückgepfiffen. Es bleibt nach dem unverständlichen Leistungseinbruch nach der Pause beim verdienten Kieler 2:0.

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