08.01.2020 - 00:18 Uhr
RegensburgSport

Nervenstarke Blue Devils Weiden atmen auf

Das war höllisch knapp: Mit einem Derbysieg in Regensburg vermeiden die Blue Devils das sportliche Fegefeuer. Statt in die Abstiegsrunde abzustürzen, lösen die Weidener Eishockeycracks das Ticket für den Oberliga-Verbleib.

Erleichterung bei den Blue Devils Weiden nach dem deutlichen 8:4-Derbysieg in Regensburg. Vor allem der vierfache Torschütze Tomas Rubes (Dritter von rechts) glänzte beim so wichtigen Erfolg, der den direkten Klassenerhalt und Einzug in die Meisterrunde bedeutete.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Nach der Schlusssirene herrschte bei Fans, Spielern und Verantwortlichen der Blue Devils Erleichterung pur. In letzter Minute als Tabellenzehnter doch noch den Klassenerhalt geschafft, da atmete auch ein Franz Vodermeier ganz tief durch. „Wir sind alle sehr erleichtert“, gab der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH unmittelbar nach dem 8:4 (3:2, 3:1, 2:1)-Triumph zu. „Mit diesem Sieg können wir unsere Planungen wie gehabt weiter verfolgen.“ Das große Ziel bleibe weiterhin das Erreichen der Play-offs: „Das zu schaffen, haben wir wieder selbst in der Hand.“ „Stolz auf die Mannschaft“ zeigte sich Ken Latta. „Es ging um sehr viel. Die Spieler waren von Beginn an fokussiert auf die drei Punkte. Wir haben diesmal endlich auch die nötigen Tore gemacht“, meinte der Weidener Trainer. Mit Blick auf die kommenden Aufgaben sagte Latta: „Der Druck ist etwas weg. Jetzt können wir wieder lockerer auftreten.“

Der Auswärtssieg war im Übrigen für die Blue Devils dringend nötig: Denn die Mitkonkurrenten in Form der Selber Wölfe und des ERC Bulls Sonthofen schlossen die Hauptrunde ebenfalls erfolgreich ab. Sonthofen (40 Punkte) begleitet nunmehr als Tabellenelfter den Höchstadter EC (12) in die Abstiegsrunde, Weiden (10./41) und Selb (9./42) spielen in der Meisterrunde und treffen dort bereits am Freitag, 10. Januar, um 20 Uhr in der Weidener Hans-Schröpf-Arena gleich direkt aufeinander. Am Sonntag, 12. Januar, geht die Reise für die Blue Devils zum EV Füssen (18 Uhr). Im letzten und entscheidenden Spiel der Hauptrunde nahm Latta personelle Änderungen vor. Philipp Siller rückte in die erste Sturmreihe, Förderlizenzspieler Daniel Schröpfer bekam von Beginn an seine Chance in der dritten Angriffsformation und auf der Torwartposition schenkte der Coach Jonas Neffin sein Vertrauen. Regensburg verzichtete zunächst auf Stammkeeper Peter Holmgren, ihn ersetzte Ersatztorwart Raphael Fössinger.

Die Blue Devils erwischten einen Auftakt nach Maß. Mit der ersten Aktion der Gäste nach vorne gelang Tomas Rubes der Weidener Führungstreffer (4.). Danach entwickelte sich ein offenes Spiel. Die Gastgeber nutzten ihre erste Überzahl zum Ausgleich: Als Michael Kirchberger in der Kühlbox saß, schloss Richard Divis eine tolle Kombination zum 1:1 ab (11.). In den letzten zwei Minuten ging es dann Schlag auf Schlag: Zunächst traf Marco Pronath im ersten Weidener Powerplay zum 2:1 (19.), dann zogen die defensiv bisweilen sorglos agierenden Domstädter mit einem von Peter Flache abgefälschten Weitschuss erneut gleich (20.). 22 Sekunden vor Drittelende war es Mirko Schreyer, der mit seinem Treffer zum 3:2 die Weidener Führung wieder auf die Anzeigetafel brachte.

Das zweite Drittel geriet zur Gala-Show der ersten Weidener Angriffsreihe. An der Seite von Siller und Martin Heinisch drehte vor allem Tomas Rubes groß auf. Der quirlige Tscheche erzielte zwei Weidener Tore in diesem Spielabschnitt und zog den Regensburgern damit den Zahn. Nach dem 2:4 (26.) durch Adam Schusser wechselte der EVR den Torwart, aber auch Holmgren stand in der Folge zweimal gegen Rubes auf verlorenem Posten. Regensburg machte zwar Druck, aber mehr als der Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 3:5 (38.) sprang nicht heraus. Im Gegenteil: Wie im ersten Drittel konterte Weiden sofort und stellte mit dem 6:3 (39.) den Drei-Tore-Abstand postwendend wieder her. Im letzten Drittel ließen die diszipliniert agierenden Blue Devils nichts mehr anbrennen. Siller und Rubes stellten auf 8:3 (45./59.). Das vierte EVR-Tor (59.) war nur noch für die Statistik. Zu diesem Zeitpunkt feierte der Gästeanhang bereits ausgelassen auf den Rängen.

Statistik:

EV Regensburg - Blue Devils Weiden 4:8 (2:3, 1:3, 1:2)

EV Regensburg: Fössinger (ab 26. Holmgren) – Birner, Gulda, Tippmann. Weber, Schütz, Vogel, Diel – Heger, Gajovsky, Divis, Sauer, Keresztury, Flache, Schwarz, Herrmann, Tausch, Mühlbauer, Guft-Sokolov, Schwamberger

Blue Devils Weiden: Neffin – Herbst, Schusser, Klein, Noe, Schreyer, Bäumler, Jakob – Siller, Rubes, Heinisch, Geisberger, Clayton, Pronath, Schröpfer, Kirchberger, Habermann, Wolf, Bitomsky

Tore: 0:1 (4.) Rubes (Siller, Heinisch), 1:1 (11.) Divis (Gajovsky, Schwamberger), 1:2 (19.) Pronath (Rubes, Heinisch), 2:2 (20.) Flache (Weber, Keresztury), 2:3 (20.) Schreyer (Habermann), 2:4 (26.) Schusser (Rubes, Heinisch), 2:5 (34.) Rubes (Heinisch, Noe), 3:5 (38.) Tippmann (Weber, Sauer), 3:6 (39.) Rubes (Heinisch), 3:7 (45.) Siller (Kirchberger, Habermann), 3:8 (59.) Rubes (Geisberger, Pronath), 4:8 (59.) Weber (Guft-Sokolov, Mühlbauer) – Schiedsrichter: Noeller – Zuschauer: 1917 – Strafminuten: Regensburg 8, Weiden 8

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