19.03.2019 - 12:32 Uhr
RegensburgSport

Schlechtester Elfmeter der Karriere

Es gibt Tage, da bleibt man lieber im Bett. Und es gibt Abende, an denen spielt man lieber nicht Fußball. Der SSV Jahn Regensburg weiß seit Montag, wie das ist.

Andreas Geipl (Nummer 8) trauert nach Spielschluss seiner vergebenen Elfmeter-Chance immer noch nach. Die Regensburger verloren gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 0:2.
von Josef Maier Kontakt Profil

Regensburg.Ein Gutes hatte die Niederlage dann doch: Die A-Frage wurde nicht gestellt. Hätte der SSV Jahn Regensburg am Montagabend das bayerische Zweitliga-Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth gewonnen, wären bei dann nur noch sieben Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 3 sicher Nachfragen gekommen. "Herr Beierlorzer, da geht doch noch was? Ist das jetzt ein neues Ziel für Ihre Mannschaft?"

So blieb der Jahn-Trainer aber nach dem 0:2 gegen die Mittelfranken von Nachfragen unbehelligt. Der ehrgeizige Coach ärgerte sich zwar über die Niederlage, sagte aber auch: "Das ist kein Rückschlag für uns." Und gab sogleich das Motto für die nächste Zeit aus: "Mund abputzen, Krönchen richten und in Darmstadt den zweiten Matchball nutzen." Nach der Länderspielpause geht's zu den Lilien, dann soll die 40-Punkte-Marke erreicht werden.

Grüttners Niete

Der Montagabend war so ein Abend, an dem irgendwie von Beginn an der Wurm drin war. Nicht so offensichtlich, aber doch irgendwie. Hammadi Al Ghaddioui hatte schon früh eine hunderprozentige Chance, Marco Grüttner Mitte der zweiten Hälfte fast schon eine "Tausendprozentige". Der Jahn-Sturmführer war fassungslos wie die Jahn-Fans unter den 11 300 Zuschauern: "Den muss ich natürlich machen. Das nehme ich total auf meine Kappe." Aus zwei Metern brachte er den Ball nicht im Tor unter. "Was für ein Riesenbrett", entfuhr es dem Mannschaftskollegen Jann George. Derweil sinnierte der Fehl-Schütze: "Das passte irgendwie zum ganzen Spiel."

Denn nur zwei Minuten später kassierte Markus Palionis eine, wie nicht nur Trainer Beierlorzer meinte, ungerechtfertigte Gelb-Rote Karte. Fürths Angreifer Daniel Keita-Ruel war im Laufduell mit dem Jahn-Innenverteidiger zu Fall gekommen. "Das war spielentscheidend", wetterte Beierlorzer. Auch, weil nur kurz danach Marco Caligiuri - der eigentlich nicht besonders torgefährliche Innenverteidiger - nach einer Ecke aus ganz spitzem Winkel zur Fürther Führung traf.

"Total mittig geschossen"

Doch das war ja noch nicht alles: "Der muss rein, egal wie", war Andi Geipl nach Spielschluss immer noch bedient, ob seines in der 84. Minute verballerten Elfmeters. Caligiuri hatte zuvor den Ball an die Hand bekommen. "Das ist auch so ein Geschenk, das wir nicht nutzen", meinte Beierlorzer. Geipl selbst konnte sich das alles nicht erklären: "Also, so schlecht wie heute, habe ich noch keinen Elfmeter geschossen." Fürths Keeper Sascha Burchert sagte später im Kabinengang zu Geipl, dass er eigentlich die andere Ecke wählen wollte. "Aber den musste er ja halten", meinte der Schütze. "Der Elfer war total mittig geschossen."

So richtig geknickt waren sie beim Jahn aber trotzdem alle nicht. Die Regensburger wissen, dass das Knacken der 40-Punkte-Marke nur eine Frage der Zeit ist. Auch Geipl wird sich sein Krönchen richten - und weiter geht's.

Mund abputzen, Krönchen richten und in Darmstadt den zweiten Matchball nutzen.

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer

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