29.11.2020 - 00:38 Uhr
RegensburgSport

SSV Jahn besiegt die Würzburger Kickers

Mit einem 2:1-Sieg gegen den Aufsteiger in der 2. Fußball-Bundesliga beendet Jahn Regensburg seine drei Spiele andauernde Negativserie. Besonders der in der Kritik stehende Trainer Mersad Selimbegovic beweist ein glückliches Händchen.

Komm in meine Arme: Die Regensburger Torschützen Sebastian Stolze (links) und Jan-Niklas Beste hatten gegen Würzburg allen Grund zum Jubeln.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Graue Maus und Spaß dabei: Der SSV Jahn Regensburg hat seine Talfahrt in der 2. Bundesliga gestoppt und sich im Niemandsland der Tabelle eingenistet: Im bayerischen Derby gegen den Aufsteiger Würzburger Kickers setzte sich die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic mit 2:1 (0:0) durch und feierte den ersten Dreier seit vier Partien (drei Niederlagen, ein Remis). In einer lange Zeit nicht sonderlich ansehnlichen Partie bei bitterkalten Temperaturen waren die Oberpfälzer durchwegs die tonangebende Mannschaft, doch Zählbares ließ bis in die Schlussphase auf sich warten. Neuzugang Jan-Niklas Beste brach den Bann (83.), Sebastian Stolze packte in der 88. Minute den Deckel drauf. Die äußerst defensiv eingestellten und insgesamt sehr biederen Gäste kamen in der Nachspielzeit durch Hendrik Hansen (90.+3) nur mehr zum Anschlusstreffer.

Matchwinner für den SSV Jahn war diesmal kein Spieler, sondern Trainer Selimbegovic: Im Vorfeld dieser richtungsweisenden Partie war das Grummeln im Regensburger Umfeld ob der harschen Pleiten zuletzt immer deutlicher vernehmbar geworden. Ein Vorwurf dabei: zu späte und dadurch wirkungslose Einwechslungen. Diesmal brachten ebendiese die Wende. Joker Beste traf zur Führung, auf Vorarbeit von Joker Benedikt Saller. Durch die wechselbedingten Positionsrochaden rückte Stolze vom Flügel in die vorderste Front, und zeigte sich mit seinem Tor zum 2:0 sogleich effizienter als Andreas Albers und Kaan Caliskaner zusammen in den 88 Minuten zuvor. "Die, die reingekommen sind, haben ihren Job super gemacht. Die waren alle sehr fokussiert", lobte Selimbegovic seine Ersatzleute, um jedoch sofort beschwichtigend hinterherzuschieben: "Ein Fußballspiel gewinnen niemals nur die elf Spieler, die in der Startformation stehen. Da gehören viel mehr dazu."

Die Lobeshymnen waren damit aber längst noch nicht alle gesungen. Dem Trainer gefielen besonders die "konsequente Verteidigung, viele gute Pressingsituationen und die Vielzahl an Tormöglichkeiten". Und doch waren es seine Anpassungen, die das Würzburger Abwehrbollwerk noch zum Einsturz brachten. Nach je drei Siegen, Unentschieden und Niederlagen ist der SSV Jahn nun das personifizierte Mittelmaß der 2. Liga. Doch wirklich niemand in Regensburg empfindet dieses Attribut als irgendwie negativ behaftet. Ganz getreu dem Motto: graue Maus und Spaß dabei.

Jahn-Coach Mersad Selimbegovic steht zunehmend in der Kritik

Regensburg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.