20.08.2021 - 12:33 Uhr
RegensburgSport

SSV Jahn Regensburg: Plötzlich im bundesweiten Fokus

Der Oberpfälzer Fußball-Zweitligist führt nach drei Spielen die Tabelle an und empfängt am Samstag den FC Schalke im Jahnstadion. Da interessieren sich plötzlich auch Leute für den SSV Jahn, die ansonsten nur den "großen Fußball" kennen.

Kaum zu stoppen: Kapitän Benedikt Gimber (links) und der SSV Jahn Regensburg haben die ersten drei Saisonspiele in der zweiten Liga gewonnen und dabei kein Gegentor kassiert.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

SSV Jahn Regensburg gegen den FC Schalke 04: Was noch immer klingt wie ein attraktives Testspiel in der Saisonvorbereitung, ist am Samstag, 21. August, um 13.30 Uhr knallharter Liga-Alltag. Der aktuelle Spitzenreiter aus der Oberpfalz empfängt den strauchelnden Bundesliga-Absteiger. "Da muss man sich immer noch etwas dran gewöhnen, dass wir jetzt gegen Gegner wie Schalke spielen", sagte auch Mersad Selimbegovic auf der Pressekonferenz vor dem Samstagsspiel.

Da geht es nicht nur dem Regensburger Cheftrainer so: Alexander Steudel, ehemaliger Chefredakteur der "Sport Bild", schrieb am Freitag im täglichen Fußball-Newsletter "Fever Pit'ch": "Ich muss zugeben, dass ich enttäuscht bin. Dabei habe ich mich so gefreut. Ich erwartete einen Kampf der Giganten. Etwas in der Art von Godzilla meets King Kong. Dann endlich begann die beste zweite Liga aller Zeiten, und ich bekam Regensburg. Vor dem vierten Spieltag steht tatsächlich Jahn Regensburg vorn. Niemand außerhalb der Landesgrenzen hat jemals von Jahn Regensburg gehört. Bei allem Respekt: Dafür zahle ich keine Sky-Gebühren." Harter Tobak, den der freie Journalist da absonderte, aber doch auch ein Ritterschlag für den Überraschungsspitzenreiter, der besonders vor dem Schalke-Gastspiel überregionales Interesse weckt.

Die anderen scheinbaren Schwergewichte des deutschen Unterhauses nehmen derweil lieber Jahn-Kicker ins Visier: Die Hamburger "Morgenpost" berichtet ebenfalls am Freitag von einem Interesse des Hamburger SV und Werder Bremens an Max Besuschkow. Der Mittelfeldmotor und Taktgeber des Regensburger Spiels würde den kriselnden Nordlichtern gewiss gut zu Gesicht stehen, doch erfüllen derartige Gerüchte auch ihre Absicht? Sorgen Sie für Unruhe beim SSV Jahn? "Da ist nix dran." Selimbegovic wischte mit der ihm eigenen, stoischen Ruhe Nachfragen kurzerhand mit dem großen Besen weg. "Dass wir jetzt vielleicht etwas mehr und auch bundesweit im Fokus stehen, freut uns. Aber dennoch bewirkt das bei uns nichts. Das hat auch gar nichts mit tiefstapeln oder dergleichen zu tun. Wir sind einfach so." Und so blieb er sich auch bei der Einschätzung der kommenden Partie treu: "Schalke ist der Favorit, aber wir rechnen uns dennoch etwas aus." Amen!

Egal, ob Schalke oder HSV, ob Sandhausen oder Heidenheim: Selimbegovic bleibt nüchtern, sachlich und lässt sich von nichts und niemandem aus der Reserve locken. Und so dürfte es auch niemanden überraschen, wenn der Jahn auch gegen Schalke mit dem (fast) identischen Personal und derselben Herangehensweise auftritt, wie bei den drei Spielen zuvor – und weiter erfolgreich bleibt. Außer die Schar überregionaler Journalisten wie Alexander Steudel vielleicht.

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