Update 09.03.2019 - 16:29 Uhr
RegensburgSport

SSV Jahn verschenkt Punkte gegen zahme Zebras

Ein extrem gutgemeinter Elfer für den MSV und ein Chancenmassaker des SSV Jahn: So verschenkt Regensburg zwei Punkte gegen Duisburg, das aus dem Spiel keine Chance generierte.

Al Ghaddioui bringt den SSV Jahn in Führung.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Verdiente Pausenführung für den SSV Jahn: Al Ghaddioui ist als Goalgetter zurück, mit feiner Einzelleistung trifft er zum 1:0 (39.) und hätte kurz darauf per Kopf erhöhen können. Nach der Pause die nächste Großchance für Al Ghaddioui, wieder scheitert er am starken MSV-Keeper Wiedwald. Stattdessen meint es Schiri Dr. Matthias Jöllenbeck gut mit den harmlosen Zebras: Keeper Pentke verschätzt sich beim Herauslaufen, es kommt zum Kontakt mit John Verhoek, als der Ball bereits weg ist, dennoch zeigt der Doktor auf den Punkt. Geburtstagskind Kevin Wolze verwandelt, 1:1 (67.).

In der Schlussoffensive verpassen abermals Al Ghaddioui und Grüttner die erneute Jahn-Führung. Die Fans sind nach dem Schlusspfiff dennoch nicht sauer auf das Team, sondern auf den Unparteiischen: "Schieber, Schieber"-Rufe sind zwar übertrieben, aber ohne den Strafstoß hätte der Gast hier wohl auch in zwei Stunden kein Tor erzielt. Trotzdem müssen sich auch die Oberpfälzer vorwerfen lassen, in Hälfte zwei zu spät den Druck wieder aufgebaut zu haben.

Lieberknecht: „Felix Wiedwald überragend“

„Zwei verschiedene Halbzeiten meiner Mannschaft“, hat MSV-Trainer Torsten Lieberknecht gesehen, „erste Halbzeit, das Wissen, dass du hier in Regensburg auf eine Truppe triffst, die die letzten Spiele siegreich gestalten konnte, die hier zu Hause gegen den HSV gewinnen konnte.“ Man habe Mentalität zeigen müssen: „Die Spielergröße, die der Jahn natürlich mit auf den Platz bringt, die zu verteidigen“, sei mit Blick auf die Ausfälle die größte Herausforderung gewesen.

„In der zweiten Halbzeit haben wir besseren Fußball gezeigt.“ Man habe das Spiel bis auf die Strafraum-Szenen im Griff gehabt. „Da brauchst du einen Torwart, der überragend hält – und das hat der Felix Wiedwald in der einen Szene, das war eine 1000 Prozentige, er hielt uns dadurch im Spiel drin.“ Man habe sich das 1:1 dann verdient erarbeitet. „Es war eine Frage der Mentalität, weil es beim Jahn extrem schwer zu spielen ist, eine Frage der Halbzeit, wie wir uns neu sortieren, um uns spielerisch besser zu präsentieren.“

Beierlorzer: „Schlagdistanz zum Saisonziel“

„Das war heute unnötig“, ist Jahn-Coach Achim Beierlorzer mit dem Punkt nicht zufrieden, „dass wir nicht als Sieger vom Platz gehen.“ Man habe eine Vielzahl von Chancen vergeben: „Ich nenne nur mal die eine, wo Stolze fast schon ins Tor läuft.“ Wenn es dann nur 1:0 stehe, könne sich der Gegner neu sortieren: „Und das haben sie dann auch gemacht – und zwar genau gegenläufig zu dem, was wir gemacht hatten, dann hat Duisburg immer wieder die spielerische Lösung gesucht.“

Das hätten die eigenen 6er nicht so wahrgenommen. „Von draußen ist es unheimlich schwer“, habe er immer wieder angezeigt, nach vorne zu schieben. „Trotzdem haben wir eine Hundertprozentige zum 2:0 und auch den Drehschuss von Marco.“ Trotzdem, 37 Punkte, das sei jetzt Schlagdistanz zum Saisonziel. „Wir nehmen natürlich auch mit, dass wir aus den letzten vier Spielen acht Punkte geholt haben – eine sehr gute Tendenz.“ Nächstes Mal wolle man wieder den Dreier.

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer (links) applaudiert dem Publikum.

Saller zurück auf der rechten Außenbahn

Bis auf Adrian Fein stehen Achim Beierlorzer am Samstag alle Spieler zur Verfügung. „Es ist eine sehr positive Geschichte, dass wir weiterhin so viele gesunde und fitte Spieler an Bord haben“, ließ der Jahn Chef-Trainer wissen. Heute erwartet Regensburgs Trainer Achim Beierlorzer einen harten Fight mit dieser Startaufstellung: Pentke - Saller, Correia, Sörensen, Föhrenbach - Geipl, Thalhammer - Stolze, Adamyan - Grüttner (C), Al Ghaddioui.

In den vergangenen beiden Partien blieb der MSV ohne Gegentreffer (0:0 und 1:0) und bewies zuletzt beim Heimsieg gegen Tabellenkonkurrenten Magdeburg Moral.

Jahn mit den ersten Chancen

Flotter Beginn beider Mannschaften, Jahn-Keeper Philipp Pentke mit guter Strafraumbeherrschung nach einer weiten Flanke, verletzt sich leicht am Oberschenkel. Es geht weiter für die Regensburger 1. Der Konter über Geipl zu ungenau ausgespielt. Und dann gleich die erste Großchance für Grüttner, der die Kugel aus sieben Metern nicht richtig trifft (6.). Noch einmal Grüttner, der vom 16er abzieht, Keeper Wiedwald sicher (6.).

Starke Vorarbeit Adamyan, Pass in den 16er, Grüttner legt am Fünfer quer ins Nichts (8.). Nächster Jahn-Angriff, Adamyan geht über links, Hereingabe knapp verpasst (11.). Erste Ecke für den Jahn: Geipl auf Al Ghaddioui, zu wenig Schmackes, im zweiten Anlauf auf links zu Adamayan, direkt genommen ins Aus (19.). Auch die zweite Ecke kommt auf einen Jahn-Kopf, Grüttner drüber (21.). Enis Hajri bleibt benommen liegen nach Zusammenstoß mit Correia.

Stolze zu stur

Dummes Foul an Verhoek, nachdem der Jahn den Ball schon hatte, Freistoß von rechts außen: Wolze legt sich die Kugel vor, Pentke hat die Hand oben, die Kugel geht drüber. Und dann eine Konterchance hinterher, Föhrenbach fehlt, Souza verzieht aus etwas spitzem Winkel (26.). Der Jahn verschenkt jetzt zu oft leichte Bälle, Geipl im Mittelfeld überhastet, Konter abgefangen.

Was für eine Chance für Stolze, der einfach durchläuft, doch anstatt auf den freien Grüttner oder Al Ghaddioui am Fünfer abzulegen, schießt er stur den Keeper an (31.). Saller zu langsam für Engin, muss das Foul ziehen. Starker Pass von Al Ghaddioui steil auf Grüttner, aber der wird gut geblockt (34.).

Der Jahn wurstelt sich zwar immer wieder gefährlich in den MSV-Strafraum, dort aber fehlt die letzte Präzision. Und dann ist es mal wieder Al Ghaddioui, der den Angriff selber einleitet, dann Hajri dumm aussehen lässt und auch noch Keeper Wiedwald mit Beinschuss düpiert, 1:0 (39.). Die nächste Chance für Al Ghaddioui, starker Kopfball nach Freistoßflanke, Wiedwalds Parade hält Duisburg im Spiel (44.). Pause in Regensburg.

Ein Elfer aus dem Nichts

Duisburg etwas aktiver, Engin läuft auf Correia auf, natürlich kein Elfer (49.). Der Konter über Saller und Adamyan abgefangen (51.). Und schon wieder fällt ein Duisburger im Strafraum, Schiri Jöllenbeck winkt ab (52.). Al Ghaddioui schreit vorsichtshalber nach dem Zweikampf im Mittelfeld, dann pfeift Jöllenbeck doch noch den Freistoß. Thalhammer am Strafraum zu zögerlich, Geipl aus dem Rückraum verzieht (55.).

Pentke gerade noch rechtzeitig vor Souza. Gigantenchance für Al Ghaddioui, den Sack halb zuzumachen, aus fünf Metern kann er Wiedwald nicht überwinden (60.), da war er zu überrascht. Dann greift Pentke daneben, trifft unglücklich den Gegenspieler – und es gibt aus dem Nichts den Elfer: Pentke in der richtigen Ecke, trotzdem zappelt Wolzes Ball im Netz, 1:1 ohne Not (67.). Beierlorzer bringt Jann George für Stolze.

Schlussoffensive kommt zu spät

Sörensen schiebt ungeschickt an der Grundlinie – blöder Freistoß und Gelb, Sperre im nächsten Spiel (74.). Albutat haut Adamyan weg, Freistoß nach dem Wechsel – Lais kommt für Thalhammer (80.). Unglaublich, Grüttner bekommt die Kugel zweimal allein vor Wiedwald nicht ins Tor (84.). Al Ghaddioui mit dem Drehschuss am Elfmeterpunkt, geblockt (89.).

Die letzten fünf Minuten setzen sich die Regensburger im MSV-Strafraum fest, immer ist aber ein Kopf, ein Bein dazwischen – und im Zweifel pfeift heute Jöllenbeck dem Jahn den Vorteil weg. Veschenkte Punkte gegen einen schwachen Gegner.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.