12.11.2020 - 12:57 Uhr
SchirmitzSport

Der Fitness-Experte rät: Kniebeuge und gesunde Ernährung

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Fitnessstudios geschlossen, Gruppentraining nicht erlaubt: Wer im "Lockdown light" körperlich auf der Höhe bleiben will, hat's nicht leicht. Bieten sich individuelle, gar professionelle Lösungen an?

Übungen mit dem eigenen Körpergewicht: Personal Trainer Christian Wolf (links) hat gerade in Corona-Zeiten vorwiegend mit Kunden zu tun, die sich eine bessere allgemeine Fitness wünschen. Gruppentraining, wie auf dem Bild, ist derzeit allerdings untersagt.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Christian Wolf ist seit mehreren Jahren als Personal- und Mentaltrainer unterwegs. Einzelpersonen, Firmen, Vereine - die Kundschaft, die bei ihm und seiner Firma Hohpe (Home of Health & Performance) Rat in Sachen Gesundheitsmanagment sucht, ist breit gestreut. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich die Parameter allerdings verschoben. "Es gibt generell zwei Lager", sagt der Schirmitzer. Da seien die einen, "die es jetzt für sich verstanden haben, anzufangen und für die Gesundheit etwas zu tun." Auf der anderen Seite gebe es die, die wegen Covid 19 zurückhaltender und vorsichtiger agieren. "Das ist auch zu verstehen und zu respektieren."

Vorsicht, Umsicht - diese zwei Aspekte hat Wolf in den vergangenen Monaten in hohem Maße verinnerlichen müssen. "Am Anfang der Pandemie wusste man eigentlich nicht, was man machen darf und was nicht. Da musste man die Verordnungen schon genauer ansehen." Die jüngsten Vorgaben an seinen Berufsstand sind klar: Einzeltraining Outdoor mit einer oder zwei Personen desselben Hausstandes ist erlaubt, Gruppentraining darf grundsätzlich nicht angeboten werden.

Auf die Zahl der Ratsuchenden hat sich die Infektionswelle bislang nur bedingt negativ ausgewirkt. "Es sind in etwa gleich viele Anfragen wie vorher, vielleicht einen Tick weniger", berichtet Wolf, der auch eine Erklärung für den leichten Rückgang liefert: "Das Leben ist aktuell sehr auf die eigene Wohnung beschränkt. Viele sind einfach gefangen im Trott von Homeoffice und Kontaktbeschränkungen."

Wer sich aber aufrafft und an sich arbeiten will, so Wolf, habe auch Ziele. "Die Mehrzahl will ganz allgemein fitter sein, sich leistungsfähiger fühlen." Der Kundenwunsch, das eigene körperliche Potenzial besser ausschöpfen zu können, ist für Fitness-Experten nicht neu. Was nun aber in den Vordergrund rückt, ist der Präventionsgedanke. Ein gutes Kreislaufsystem, so die Annahme, könnte bei einer Corona-Infektion einem schlimmeren Verlauf ja vorbeugen helfen. "Das kann durchaus sein", meint Wolf. "Wissenschaftlich belegt ist das aber nicht."

Überhaupt ist für einen Personal Trainer die körperliche Fitness nur eine Strategie. Als fast genauso wichtig stuft Wolf die mentale Komponente ein. "Sport und der Kontakt mit einer anderen Person sind aktuell noch wichtiger geworden. So kann man dem Virus auch ein bisschen entfliehen." Nur wegen der Pandemie einen Personal Trainer aufzusuchen, ist für ihn allerdings kein entscheidender Grund. "Wer für sich entschieden hat, den Weg in die Einzelbetreuung zu gehen, der geht ihn so oder so."

Einfache Morgenübungen

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Ein Selbstläufer ist die Arbeit mit dem eigenen Trainer allerdings nicht. Selbstreflexion, Eigenmotivation, Willenskraft - ohne dies geht es nicht, auch wenn der Experte an der Seite steht. "Wir hatten schon denjenigen, der am Anfang gerade mal ein paar Schritte gehen konnte. Und jetzt läuft er fast eine Stunde durch", berichtet Wolf. "Aber das ist so nicht die Regel. Da braucht es schon viel Motivation." Angst vor komplizierten Geräten muss keiner haben. "Das Beste sind sowieso Übungen mit dem eigenen Körpergewicht."

Weil auch das Thema Ernährung eine immer größere Rolle spielt, vertraut der Schirmitzer mittlerweile einem kleinen Büchlein: "Da müssen die Kunden aufschreiben, was sie täglich gegessen und getrunken haben. Und dann kommen wir und ersetzen die fünf Liter Cola pro Woche durch ein anderes Getränk." Die Pandemie, so Wolf, verändere auch hier Denkweisen: "Die Menschen werden sensibler in Bezug auf ihre Gesundheit."

Für alle, die in Corona-Zeiten mit minimalem Aufwand möglichst viel für ihre Fitness/Gesundheit tun wollen, hat Wolf Tipps parat: "Da gibt es meiner Meinung nach zwei 'Übungen'. Die aktive ist die Kniebeuge und die passive eine gesunde Ernährung".

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