Schlicht bei Vilseck
27.01.2026 - 11:59 Uhr
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Ellmaier vor letzter Rückrunde beim 1. FC Schlicht: „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln“

Nach Platz sechs im Vorjahr steckt der 1. FC Schlicht im Mittelfeld der Bezirksliga Nord fest. Trainer Bastian Ellmaier fordert vor seiner letzten Rückrunde mehr Stabilität – körperlich wie spielerisch – und schnell den Klassenerhalt.

Zwei Schlichter versuchen in dieser Szene den Wernberger Bastian Lobinger am Abschluss zu hindern - klappt nur bedingt. Beim 1. FC Schlicht ist man mit der bisherigen Bezirksliga-Saison ebenfalls nur bedingt zufrieden. Archivbild: Hans Mark
Zwei Schlichter versuchen in dieser Szene den Wernberger Bastian Lobinger am Abschluss zu hindern - klappt nur bedingt. Beim 1. FC Schlicht ist man mit der bisherigen Bezirksliga-Saison ebenfalls nur bedingt zufrieden.

Hohe Erwartungen nach letzter Saison

So richtig zufrieden ist man beim 1. FC Schlicht mit dem bisherigen Verlauf der Bezirksliga-Saison nicht. Nach einer starken Vorsaison, in der die Mannschaft lange oben mitmischte, zeitweise sogar am Aufstieg schnupperte und am Ende einen respektablen sechsten Platz belegte, ist die Ausgangslage vor dem Re-Start nach der Winterpause deutlich nüchterner. Aktuell rangiert Schlicht auf Platz zehn – und damit klar hinter den eigenen Erwartungen.

Trainer Bastian Ellmaier spricht das offen an: „Zufrieden sein können wir definitiv nicht mit dem bisherigen Verlauf der Saison, etwas Ernüchterung ist sicherlich auch dabei.“ Ganz überraschend kommt die Entwicklung für ihn allerdings nicht. „Klar war jedoch auch, dass die zweite Saison schwieriger werden wird als die vergangene.“ Entscheidend sei nun der Umgang mit der Situation. Wegducken ist keine Option. „Nichtsdestotrotz müssen wir uns der Situation stellen und nochmals alle die Ärmel hochkrempeln. Erfolgreicher werden wir nur zusammen.“

Fehlende Konstanz

Dass im Team grundsätzlich mehr steckt, als es der Tabellenplatz vermuten lässt, haben die Schlichter in dieser Saison mehrfach angedeutet – vor allem gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich. Gegen die SpVgg Weiden II gelang ein Unentschieden, beim FC Amberg setzte es nur eine knappe Niederlage, in Wernberg holte man ebenfalls einen Punkt. In den meisten Topspielen präsentierte sich Schlicht konkurrenzfähig, mit Ausnahme der beiden deutlichen Niederlagen gegen Hahnbach.

Demgegenüber stehen allerdings auch unerklärliche Ausreißer nach unten: ein wildes 3:7 zuhause gegen Pfreimd oder die 1:4-Heimniederlage gegen den – nicht zu unterschätzenden – Aufsteiger aus Ursulapoppenricht. Das große Problem: die fehlende Konstanz. Genau dort setzt Ellmaier an. „Wichtig sein wird, die Rückrunde in einer top körperlichen Verfassung angehen zu können. Die Mannschaft hat Qualitäten, muss diese nur konstant auf den Platz bringen.“ Das Auf und Ab sei in dieser Saison schlicht zu ausgeprägt gewesen – und soll in der zweiten Saisonhälfte abgestellt werden.

Unbeliebte Wintervorbereitung

Die Vorbereitung läuft dafür bereits seit Anfang Januar, wenn auch unter den üblichen winterlichen Einschränkungen. Der Wettergott meint es bislang nur bedingt gut mit den Amateurfußballern. In Schlicht liegt der Schwerpunkt dennoch klar auf der Physis – ein Bereich, der zwar selten beliebt, aber umso notwendiger ist. „Wir arbeiten vor allem im körperlichen Bereich“, so Ellmaier. Der offizielle Trainingsstart im Außenbereich ist für den 31. Januar angesetzt – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Der Abschied des Trainers

Für Ellmaier selbst ist es die letzte Rückrunde an der Seitenlinie des 1. FC Schlicht. Sein Abschied zum Saisonende ist bekannt, mit Sven Seitz steht der Nachfolger bereits fest. An große Abschiedsszenarien denkt der scheidende Coach aber nicht: „Ziel ist ganz klar, den Klassenerhalt so schnell wie möglich zu sichern.“ Viel mehr werde nach oben realistisch nicht mehr gehen. In den verbleibenden elf Spielen zählt jeder Punkt – auch deshalb, weil der Vorsprung auf die Relegationszone nur vier Zähler beträgt und die Konkurrenz dahinter zum Teil noch Spiele in der Hinterhand hat.

Direkt abstiegsgefährdet ist Schlicht zwar nicht mehr, ein entspanntes Auslaufen der Saison sieht aber anders aus. Neben den nackten Ergebnissen wünscht sich Ellmaier vor allem eines: mehr Klarheit im Spiel. „Klareren und zielstrebigeren Fußball zu spielen, um die Spiele schlussendlich auch für uns entscheiden zu können.“ Gerade enge Partien sollen künftig häufiger auf die eigene Seite kippen.

Die "jungen Wilden"

Die größte Baustelle – und zugleich das größte Potenzial – sieht der Trainer in der Altersstruktur der Mannschaft. „Ihr jugendliches Denken beziehungsweise die Altersstruktur“, sagt Ellmaier, seien Fluch und Segen zugleich. Schlicht setzt seit Jahren konsequent auf junge Spieler, was Tempo, Mut und Entwicklungschancen bringt, aber eben auch Schwankungen. Dass ein Unterschiedsspieler wie Damion Perrin nach seiner überragenden Vorsaison bislang kaum zur Verfügung stand, verschärfte die Situation zusätzlich. Dennoch ist Ellmaier überzeugt: Wenn man es schafft, die jungen Spieler mental wie körperlich auf ein höheres und konstanteres Niveau zu bringen, ist in der Rückrunde noch einiges möglich. Ob das gelingt, wird sich bald zeigen.

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