19.07.2018 - 17:24 Uhr
SchwandorfSport

Bezirksliga Nord: Trainer sehen Trio ganz vorne

Die Trainer der Bezirksliga Nord sind sich einig: Die Liga, die am Samstag startet, ist viel besser als in den vergangenen Jahren. Als Favoriten kommen vor allem drei Teams in Frage - und ein Aufsteiger.

Der Ball in der Bezirksliga Nord rollt wieder: Es werden enge Spiele erwartet, wie hier beim Match Kulmain gegen Schirmitz.
von Julian Trager Kontakt Profil

Alle drei Vereine haben eins gemeinsam, sie haben das gleiche Kürzel vorm Namen stehen: SV. Und für fast alle Trainer der Bezirksligisten aus den Fußballkreisen Weiden und Schwandorf steht die Abkürzung nicht für Sportverein, sondern vor allem für: Spitzenverein. Nach den Favoriten gefragt, fallen immer wieder diese Namen: SV Schwarzhofen, SV Raigering und SV Hahnbach. Der letztjährige Dritte, der Landesliga-Absteiger und der Meister, der auf die Landesliga verzichtete und am Samstag bei der DJK Ensdorf die Saison 2018/19 der Bezirksliga Nord eröffnet, werden von den Coaches am höchsten eingeschätzt.
Freilich zählen die Trainer noch andere Kandidaten auf, den FC Wernberg zum Beispiel. Oder - auch auffällig oft - einen Aufsteiger, die SV Grafenwöhr. Da passt ja auch das Vereinskürzel wieder, auch wenn es in diesem speziellen Fall nicht Sportverein sondern Sportvereinigung heißt.
So richtig aus dem Fenster lehnen möchte sich mit dem Saisonziel keiner. Da haben alle Trainer, auch die der genannten Mannschaften, dieselbe Taktik: Mauern. Vielleicht liegt das auch an den Verletzungen, bei den meisten Teams sind bereits oder immer noch wichtige Spieler verletzt. Für alle befragten Trainer ist aber klar, dass die Liga in diesem viel stärker ist als in den vergangenen Jahren, auch attraktiver. Immerhin kickt jetzt der FC Amberg mit, aber auch die anderen Teams haben aufgerüstet - was den Trainern deutlich mehr Sorgen bereitet.

1. FC Schwarzenfeld

Beim Landesliga-Absteiger hat es einen personellen Umbruch gegeben. Mehrere Spieler, die in den vergangenen Jahren vor allem für die Tore und Vorlagen gut waren, haben den Verein verlassen. Auch der Trainer ist neu: Wolfgang Richthammer kam vom 1. FC Schmidgaden
Wie lief die Vorbereitung? "Den Umständen entsprechend gut. Wir haben einen dünnen Kader und einige Schichtarbeiter, die im Wochenrhythmus fehlen. Ich habe nie den vollen Kader gehabt, in keiner Einheit. Die Leute, die da waren, waren aber engagiert. Das passt gut. Auch mit den Ergebnissen in den Testspielen bin ich zufrieden."
Was ist das Ziel? "Der Kader ist zwar auf 13 Mann reduziert, die das Niveau für die Bezirksliga haben, aber wir haben immer noch sehr gute Fußballer im Team. Der Rest muss erst noch ans Tempo in der Bezirksliga herangeführt werden. Wenn Florian Schlagenhaufer, der noch verletzt ist, zurückkehrt und sich andere nicht verletzen, wird's eine solide Saison. Das große Ziel ist, die Abgänge abzufangen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben."
Was verspricht die Liga? "Die Liga ist stark, mit vielen etablierten Mannschaften. Für Aufsteiger ist das schwer, der Sprung in die Liga ist riesig. Wenn ich einen Favoriten benennen muss, dann ist das für mich der FC Wernberg. Den hat keiner auf der Rechnung, der hatte aber schon in der vergangenen Saison eine spielerisch starke Mannschaft und hat sich wirklich gut verstärkt. Hahnbach und Raigering sollte man aber auch nicht außer Acht lassen."

SV Schwarzhofen

In den letzten fünf Spielzeiten landete der SVS am Ende immer unter den besten Sechs der Bezirksliga. Zuletzt scheiterte die Mannschaft von Trainer Adi Götz erst in der Relegation zur Landesliga.
Wie lief die Vorbereitung? "Licht und Schatten. Der Start war gut, das Trainingslager in Österreich war positiv. Aber die 14 Tage weniger Pause wegen der Relegation hängen uns noch in den Knochen. Unterm Strich bin ich zufrieden. Wir haben ja keine neue Truppe, es gab keine großen Veränderungen, wir wissen, wo wir sind. Ein Problem ist aber der Ausfall unseres Kapitäns, Martin Weiß. Der hat sich in der Relegation das Syndesmoseband gerissen und ist nicht so leicht zu ersetzen. Er wird wohl noch zwei Monate fehlen."
Was ist das Ziel? "Wir wollen wieder vorne mitspielen, unter die ersten Sechs. Wir wollen unsere Richtung weitergehen, junge Leute ausbilden und an den Verein binden. Und in zwei, drei Jahren dann den großen Angriff starten. Meister zu werden ist nicht unser Anspruch und in keinster Weise unser Ansinnen."
Was verspricht die Liga? "Das wird eine ganz andere Liga, viel stärker als vergangene Saison. Da sind jetzt andere Mannschaften drin: Kein Aufsteiger, der abfällt und auch keine schwächelnde Reservemannschaft. Einen direkten Favoriten habe ich nicht. Hahnbach, Raigering und Grafenwöhr werden eine gute Rolle spielen. Und der FC Wernberg ist mein Geheimfavorit, weil die sich effektiv und gut verstärkt und einen guten Trainer, den ich sehr schätze, haben."

SpVgg Schirmitz

Ins dritte Bezirksligajahr startet die SpVgg Schirmitz. Nach Platz zehn in der ersten Saison schnupperte die Mannschaft von Trainer Josef Dütsch in der vergangenen Spielzeit am Aufstieg in die Landesliga, am Ende wurde es der fünfte Platz.
Wie lief die Vorbereitung? "Zwei unserer besten Spieler sind nicht einsetzbar. Michael Herrmann fehlt aus familiären Gründen, Basti Dütsch ist verletzt. Sein Sehnenriss ist immer noch nicht ausgeheilt. Ansonsten bin ich zufrieden mit der Vorbereitung. Sechs Siege und ein Unentschieden gegen gute, ambitionierte Gegner, da haben wir gut ausgeschaut. Aber deswegen weiß man auch nicht, wie man drauf ist zum Saisonstart."
Was ist das Ziel? "Wir wollen die Liga erhalten, wir wollen möglichst früh sicher sein. Das will aber jeder - außer vielleicht ein paar überambitionierte Teams, die es aber nicht zugeben wollen. Bei uns ist das einfach so. Wir sind, wenn wir Zwölfter werden genauso froh, wie wenn wir Siebter werden. Das letzte Jahr war ein Highlight, aber wir wissen schon, wo wir hingehören."
Was verspricht die Liga? Der Favorit ist der SV Raigering, der wird sicher ganz vorne dabei sein. Hahnbach sicherlich auch. Detag Wernberg wird eine gute Rolle spielen und Aufsteiger Grafenwöhr ist sicher kein Fallobst. Schwarzenfeld und Amberg kann ich schlecht einschätzen. Es werden fünf Teams um den Aufstieg spielen, der Rest wird kämpfen und hoffen, von Anfang an nicht zu viel Holz zu verlieren."

TSV Detag Wernberg

Aus zwei mach eins. Beim TSV Detag Wernberg hat sich das Trainerduo der vergangenen drei Jahre aufgelöst: Thomas Gietl ist ab dieser Saison der alleinige Coach, Christian Luff ist nur noch Spieler.
Wie lief die Vorbereitung? "Durchwachsen. Wir haben verschiedene Systeme ausprobiert, die wir noch nicht gespielt haben. Dass dann die Ergebnisse nicht so gut sind, ist auch klar. Ich bin aber trotzdem zufrieden. Man sieht, wie weit die Spieler schon sind, wir haben ja eine junge Truppe. Gott sei Dank haben wir keine Verletzten, das ist ganz wichtig.
Was ist das Ziel? Wir wollen im vorderen Drittel mitspielen. Wenn wir verletzungsfrei bleiben, kann man das schon so sehen. Für ganz vorne fehlt uns noch etwas."
Was verspricht die Liga? "Die ist stärker als im Vorjahr. Raigering wird sicher vorne dabei sein, auch Schwarzhofen, Hahnbach, Ensdorf und eine Überraschungsmannschaft. Grafenwöhr schätze ich auch stark ein. Die haben sich gut verstärkt - so wie viele andere Mannschaften auch. Es wird eine spannende Saison."

FC Wernberg

Nach fünf Jahren mit Erwin Zimmermann hat der FCW einen neuen Trainer. Und der ist in der Region kein Unbekannter: Christian Most kommt von der SpVgg Pfreimd.
Wie lief die Vorbereitung? "Gut. Wir hatten eine sehr gute Trainingsbeteiligung, die Ergebnisse waren gut. Das einzig Negative ist, dass fünf Spieler wegen Verletzungen aus der Vorsaison noch nicht wieder einsteigen können. Darunter sind wichtige Spieler wie Alexander Grill, der eine Entzündung im Knie hat, Maximilian Schatz, der Verdacht auf eine Schambeinentzündung hat, und Andreas Lorenz, der sich das Kreuzband gestaucht hat. Das sind lauter komische Geschichten. Ich bin froh, dass wir die Kaderbreite aufstocken konnten und die Ausfälle so weit wie möglich kompensieren können."
Was ist das Ziel? "Im letzten Jahr wurde die Mannschaft Zehnter. Wir haben das ganz klare Ziel, uns zu verbessern. Aber wir sind eher bemüht, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Wir haben der Mannschaft bewusst kein Saisonziel genannt. Wenn man aber in die Mannschaft hineinhorcht, stellt man schon fest, dass sie auf jeden Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen. In den letzten Jahren ist sie zum Schluss immer in Abstiegssorgen geraten."
Was verspricht die Liga? "Sie ist deutlich stärker. Viele Spiele werden ganz eng. Als Topfavoriten sehe ich Hahnbach und Schwarzhofen. Das sind Mannschaften, die über Jahre hinweg vorne dabei sind. Auch die Absteiger aus der Landesliga werden wieder eine Rolle spielen. Der FC Amberg ist die große Unbekannte, alles was man so hört und liest, werden der aber eine schlagkräftige Truppe haben."

SV Kulmain

Auch beim SV Kulmain steht seit dieser Saison ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Thomas Kaufmann kommt aus dem oberfränkischen Bezirk, er trainierte jahrelang den TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf, in der Bezirksliga und in der Landesliga.
Wie lief die Vorbereitung? "Relativ schwierig. Weil ich eine neue Mannschaft übernommen habe und zusätzlich noch zehn Neuzugänge einbinden muss. Außerdem fällt unser Stammkeeper aus. Trotz der vielen Baustellen sind die Ergebnisse immer besser geworden, je länger die Vorbereitung dauerte. Das stimmt mich zuversichtlich."
Was ist das Ziel? "Wir spielen von Anfang an gegen den Abstieg. Wir müssen so schnell wie möglich 40 Punkte sammeln. Alles andere ist utopisch."
Was verspricht die Liga? "Ich kenne mich noch nicht so gut aus. Ich habe aber schon ein paar Spiele in der letzten Saison angeschaut. Der Oberpfälzer Fußball ist eher robuster, der in Oberfranken eher technischer. Die Unterschiede sind aber minimal. Einen Favorit kann ich nicht benennen. Dazu kenne ich die Mannschaften zu wenig. Ich denke aber, die Teams, die im Vorjahr oben standen, waren da nicht zu unrecht."

FC OVI-Teunz

Wie schlägt sich der Bezirksligaaufsteiger aus der Kreisliga West diesmal? Schmidgaden stieg ja sang- und klanglos wieder ab. Trainer Claus Frank vom FC OVI-Teunz sagt jedenfalls eine schwere Saison voraus.
Wie lief die Vorbereitung? "Schwierig. Wir haben viele angeschlagene Spieler. Jetzt werden wohl junge Spieler ins kalte Wasser geworfen. Der Trainingsbesuch war aber trotzdem sehr gut. In den Vorbereitungsspielen haben wir einiges probiert, das Spielsystem modifiziert. Deswegen sind die Ergebnisse auch zweitrangig und nicht aussagekräftig."
Was ist das Ziel? "Es gibt nur ein Ziel: Klassenerhalt. Wir gehen da sehr realistisch heran, weil wir und nicht gezielt verstärken haben können, weil wir keinen Sponsor dahinter haben wie andere Vereine. Wenn wir drinbleiben, ist das nicht unbedingt ein Wunder. Es wird aber eine schwierige Mission, das wissen die Spieler und das Umfeld."
Was verspricht die Liga? "Es wird eine ausgeglichene Liga, viele Mannschaften sind auf einem Niveau. Ganz vorne werden wie immer die gleichen landen: Hahnbach und Schwarzhofen."

SV Grafenwöhr

Der Ausrutscher ist behoben, die SV Grafenwöhr spielt nach dem Abstieg vor zwei Jahren wieder in der Bezirksliga. Meistercoach Roland Lang sitzt weiterhin auf der Trainerbank.
Wie lief die Vorbereitung? "Gut. Unsere Neuzugänge wurden gut integriert. Acht sind es für die erste Mannschaft, der Konkurrenzkampf ist da. Einer der beiden neuen Torhüter hat sich aber verletzt. Ansonsten schaut es relativ ordentlich aus. Die Vorbereitungsspiele waren durchgängig in Ordnung, aber auch nichts Außergewöhnliches."
Was ist das Ziel? "Wir wollen auf jeden Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ein Mittelfeldplatz wäre eine Super-Sache. ich betrachte uns aber nicht als normalen Aufsteiger, denn normal hätte diese Mannschaft vor zwei Jahren gar nicht absteigen dürfen. Wir sind auf jeden Fall bezirksligatauglich."
Was verspricht die Liga? "Die ist wieder stärker als letztes Jahr. Die Favoriten sind für mich Hahnbach, Schwarzhofen und Raigering. Eigentlich kann's nur einer von diesen drei werden - auch wenn die sich sicherlich in Understatement üben werden."

Meister zu werden ist nicht unser Anspruch und in keinster Weise unser Ansinnen.

Adi Götz, Trainer des SV Schwarzhofen

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