13.10.2021 - 16:22 Uhr
SchwandorfSport

SpVgg-SV-Gegner SC Ettmannsdorf macht bundesweit auf sich aufmerksam

Erster gegen Vierter: Am Freitag empfängt die SpVgg SV Weiden den SC Ettmannsdorf zum Landesliga-Spitzenspiel. Beim Gegner spielen viele bekannte Gesichter mit.

Wolfgang Hesl (hier im Jahr 2016 im Dress von Arminia Bielefeld) wehrt einen Ball ab. Mittlerweile ist der Schwarzenfelder längst wieder in der Heimat und hütet beim Landesligisten SC Ettmannsdorf das Tor. Er hat mit seinem Team auch eine bemerkenswerte Statistik vorzuweisen. In 10 von 15 Spielen blieb der Sportclub bisher ohne Gegentor.
von Josef Maier Kontakt Profil

Es flutscht. Und wie. Die meisten Siege (14), die meisten Punkte (43), die meisten Tore (41), acht Punkte Vorsprung - die SpVgg SV Weiden marschiert durch die Landesliga Mitte. Die Scheler-Elf hat auch erst neun Gegentore kassiert. Der nächste Superlativ? Nein, es geht noch besser. Der SC Ettmannsdorf, der am Freitag (19 Uhr) ans Wasserwerk kommt, hat erst sieben Gegentore bekommen. Und die Schwandorfer haben noch einen weiteren Rekord zu vermelden. Wolfgang Hesl (35), der ehemalige Profi-Torwart (u.a. Fürth, Bielefeld und Kaiserslautern), der jetzt beim Sportclub im Kasten steht, hat in den bisherigen 15 Ligapartien zehn Mal zu Null gespielt. Das Fachmagazin "Kicker" hatte jüngst auf seinem Amateurportal gemeldet: Bei Vereinen zwischen der 5. Liga (Verbandsliga) und 7. Liga (Bezirksliga) sei das Bestwert in Deutschland.

Ex-Profi in Heidenheim

"Das ist schon ein verdammt starker Abwehrverbund", sagt auch Christian Most, und meint damit Hesl und die beiden Innenverteidiger. Florian Tausendpfund (34) war Profi beim FC Heidenheim und dem SV Sandhausen. Timo Vollath (27) ist seit 2014 eine feste Defensiv-Größe beim SC. Da dürfen sich die SpVgg-SV-Angreifer um Nico Argauer und Josef Rodler am Freitagabend auf ordentlich Körperkontakt einstellen. Most meint schmunzelnd: "Das kann auch schon mal wehtun."

Dieses starke Defensivverhalten ist auch zuallererst der Grund, warum die Ettmannsdorfer wieder eine gute Saison spielen. Auf Platz vier (30 Punkte) liegen sie. "Wir hatten jetzt vor Saisonbeginn kein konkretes Ziel ausgegeben", sagt Most. "Es soll einfach eine Weiterentwicklung stattfinden." Aber insgeheim dürften sie beim Sportclub Platz zwei im Blickfeld haben.

Most ist im Sommer zu den Ettmannsdorfern gekommen. Im Landkreis Schwandorf hat der Pfreimder als Trainer schon länger einen Namen. Er trainierte seinen Heimatklub SpVgg Pfreimd (zusammen mit seinem Kumpel Christian Zechmann) und war zuletzt drei Jahre Coach beim Bezirksligisten FC Wernberg. Cheftrainer in Ettmannsdorf ist Mario Albert, Most ist aber nicht der klassische Co-Trainer. "Ich bin nicht zum Hütchenaufstellen da", sagt der 37-Jährige lachend. "Wir haben eine klare Aufteilung. Ich bin mehr für die Trainingsarbeit auf dem Platz zuständig." Und wegen der langen Verletztenliste sitzt er auch noch auf der Bank und wird eingewechselt.

Most und der Schwarzenfelder Hesl sind nicht die einzigen Ettmannsdorfer, die in der Region bekannt sind. Jeremy Schmidt (Ensdorf), Maximilian Schreyer (Pfreimd), André Klahn (Weiden), Andreas Müller (Altendorf), Alexander Grill (Kemnath am Buchberg) oder Felix Diermeier (Vohenstrauß) haben auch derzeit im Schwandorfer Südwesten ihre fußballerische Heimat gefunden. Hesl ist währende der Coronazeit zum Sportclub gekommen, nachdem er nach einem Ende der Profikarriere in Kaiserslautern beim TSV Stulln als Feldspieler unterwegs war. "Wolfgang ist hinten auch der Organisator, hat den Überblick", beschreibt Most den Keeper. Starke Ausstrahlung und Souveränität sind die Attribute. Als Rechtsverteidiger ist Andreas Müller (27) eigentlich gesetzt. "Er hat viel Erfahrung", erklärt Most. Die hat sich der Altendorfer auch beim Bayernligisten DJK Ammerthal oder auch ein Jahr bei der SpVgg SV Weiden geholt. Öfter auf der Linksverteidigerposition taucht Maximilian Schreyer (25) auf, den Most natürlich noch aus Pfreimder Zeiten kennt: "Max funktioniert überall, bringt immer seine Leistung", lobt ihn der Co-Trainer. Auch auf der Sechs sei Schreyer einsetzbar. Einer für die Außenverteidigerposition ist auch Felix Diermeier (21), der vor der Saison vom SV Etzenricht gekommen ist. Zuletzt hatte der Vohenstraußer mit muskulären Problemen zu kämpfen, stand aber gegen die SpVgg Lam in der Anfangself.

Klahn braucht Spielpraxis

Einen offensiveren Part spielt André Klahn, der bei der SpVgg SV Weiden groß geworden ist, in Etzenricht spielte und zuletzt bei der DJK Gebenbach unter Vertrag stand. Er dürfte sich wie Müller besonders auf den Auftritt beim Ex-Klub vom Wasserwerk freuen. "André fehlt noch ein bisschen die Spielpraxis, die Intensität", sagt Most. "Er ist die Belastung noch nicht so gewohnt." Dennoch ist der offensive Mittelfeldmann immer eine Alternative für die Start-Elf. Dort taucht Alexander Grill (26) noch nicht so oft auf. Der Kemnather (vom Buchberg) hat auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Most war damals Grills Trainer beim FC Wernberg. Der Coach weiß nur zu gut, dass auch der Sprung von der Bezirksliga in die Landesliga noch einmal ein großer ist. "Alexander braucht noch Zeit, sich an die Liga zu gewöhnen. Aber er ist motiviert."

Das ist Jeremy Schmidt (25) ohnehin. Der Ensdorfer spielt seit Jahren für den Sportclub, und ist so etwas wie deren Pfeilspitze. Zuletzt traf der Stürmer zwei Mal beim 3:0 gegen Lam. Most: "Jerry ist ein Fixpunkt der Mannschaft, sicherlich einer der besten Außenbahnspieler der Liga." Der Linksfuß kommt über beide Seiten. Das große Handicap des SC konnte aber auch Schmidt noch nicht beheben. "Wir sind einfach zu uneffektiv vor dem Tor", klagt Most. Zu viele Chancen würden liegengelassen. Deswegen hat Ettmannsdorf auch mit 22 erzielten Treffern die wenigsten der Teams in der oberen Tabellenhälfte erzielt. Da macht sich auch der langfristige Ausfall von Tobias Wiesner - ehemals auch in Weiden, Ammerthal und beim FC Amberg - bemerkbar.

In Weiden befreit aufspielen

In Weiden erwartet Most am Freitag ein tolles Spiel: "Die SpVgg SV hat so einen großen Vorsprung, die können befreit aufspielen wie wir auch." Die Ettmannsdorfer wollen aber nicht nur spielen. Mosts Devise: "Ist doch klar, dass wir dort nicht leer ausgehen wollen."

Die SpVgg SV Weiden ist auch von Burglengenfeld nicht zu stoppen

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Die bisherige Saison 2021/2022 des SC Ettmannsdorf

  • Derzeit Platz vier
    15 Spiele: 9 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen
  • Torverhältnis: 22:7
    Punkte: 30
  • Beste Torschützen:
    Jeremy Schmidt (5 Tore); André Klahn (4 Tore)
  • Persönliche Strafen
    Bisher vier Gelb-Rote Karten, kein Rot
  • Die nächsten Spiele:
    Freitag, 15. Oktober, bei der SpVgg SV Weiden; Samstag, 23. Oktober, gegen den FC Tegernheim; Samstag, 30. Oktober, gegen den FC Osterhofen; Samstag, 6. November, in Seebach
  • Trainerstab
    Mario Albert (Trainer); Christian Most (Co-Trainer); Isabell Rokitte (Torwarttrainerin)

 

 

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