25.06.2020 - 20:19 Uhr
Schwanhof/Luhe-WildenauSport

Schwanhof bringt Top-Golfer auf höheres Niveau

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So etwas nennt man Heimvorteil: Ulrich Eckhardt und Matthias Schmid müssen nicht lange überlegen, wo es zu den Abschlägen und Grüns geht. Einer von ihnen hat für die Zukunft große Pläne.

Bundestrainer Ulrich Eckhardt (rechts) ist mit der Entwicklung von Matthias Schmid (links) hochzufrieden. Der 22-Jährige aus Maxhütte-Haidhof will den Sprung zum Profi-Golfer schaffen.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Eine solche Ansammlung von hochkarätigen Sportlern erlebt selbst ein so rühriger Golfclub wie Schwanhof nur selten. Seit Dienstag schlagen die deutschen Nationalkader auf dem top gepflegten Golfplatz in der nördlichen Oberpfalz ab. Vier Tage lang messen sich die Profis des Elite Teams und die Spitzenamateure des National Teams in internen Wettbewerben und verfeinern im Intensivtraining ihr Spiel."Wir wollen in Corona-Zeiten mit solchen Lehrgängen die Wettkampfhärte wiederherstellen", sagt Bundestrainer Ulrich Eckhardt. Mit den gezeigten Leistungen ist der in Vohenstrauß lebende 53-Jährige hochzufrieden: "Das Niveau, auf dem hier gespielt wird, ist sehr hoch. Ich denke schon, dass sich die Arbeit der letzten Wochen und Monate gelohnt hat."

Seit Mitte April bietet der Deutsche Golf Verband seinen Top-Athleten regelmäßig mehrtägige Intensivschulungen an. Quasi als Ersatz für die aufgrund der Pandemie ausgefallenen Turniere. Den Auftakt machte ein Lehrgang am Bundesstützpunkt St. Leon-Rot, danach ging es zu den Golfclubs Valley (München) und Winstongolf (bei Schwerin). Schwanhof ist nun die vierte Station.

"Wir wollen in Corona-Zeiten mit solchen Lehrgängen die Wettkampfhärte wiederherstellen."

Bundestrainer Ulrich Eckhardt

An Schwächen gearbeitet

"Die Spieler nehmen es dankbar an, dass sie sich mit anderen messen können", berichtet Eckhardt. Vormittags Wettkampf, nachmittags Training - so lautet das Konzept, das er ausgearbeitet hat. "Jeder Spieler hat seine eigenen Baustellen, egal ob die mental, körperlich oder technisch bedingt sind", weiß der Bundestrainer. "An denen zu arbeiten bleibt während der Saison kaum Zeit. Nun haben wir die Gelegenheit genutzt, um jeden Einzelnen auf individuelle Weise weiterzuentwickeln." Dabei zählt nicht nur der sportliche Aspekt. "Die Lehrgänge haben uns auch unheimlich zusammengeschweißt. Wir sind als Team gewachsen."

Der Wettkampf in der Gemeinschaft tut den Top-Spielern gut. Auch deshalb, weil er Ablenkung bedeutet von beschwerlichen Gedanken. "Für die Profis ist die aktuelle Situation besonders schlimm", berichtet Eckhardt. "Sie haben aufgrund fehlender Turniere und Preisgelder keinerlei Einnahmen. Da muss auf Rücklagen zurückgegriffen werden." Und wenn die nicht da sind? "Dann ist das ziemlicher Mist für die Betroffenen." Der Bundestrainer hat mehrere Spieler unter seinen Fittichen, die sich heuer den Sprung ins Profilager zum Ziel gesetzt hatten. "Es gibt aber keine Turniere für ein Qualifying. Die müssen es nun nächstes Jahr probieren."

Golfclub Schwanhof öffnet wieder

Schwanhof/Luhe-Wildenau

In den USA zum Profi

Einer, der den Traum eines Professionals in sich trägt, ist Matthias Schmid. Der 22-Jährige stammt aus Maxhütte-Haidhof und ist eines der größten deutschen Golf-Talente. "Ich kenne ihn von seiner Kindheit an. Er hat sich toll entwickelt", lautet das Lob des Bundestrainers.

Als Achtjähriger stand der beim Golfclub Schmidmühlen groß gewordene Schmid bereits im Bayernkader, Eckhardt war zu diesem Zeitpunkt Bayernauswahltrainer und Golflehrer in Schwanhof. "Matthias hat das Zeug durchzustarten", glaubt Eckhardt und zählt die Vorzüge des Amateur-Europameisters von 2019 auf: "Nicht nur seine technischen Qualitäten sind sehr gut. Er hat eine beeindruckende Arbeitsmoral und die Fähigkeit, sich total auf das Spiel zu konzentrieren." Den Wechsel zu den Profis will Schmid in den USA in Angriff nehmen. Dabei soll sein Studium an der Universität von Louisville (Kentucky) als Sprungbrett dienen.

Platzrekord aufgestellt

In den Tagen von Schwanhof deutete Schmid sein Potenzial schon mal an. Zunächst lieferte er einen überragenden Score von 64 (ohne Bogey, acht Birdies) ab, ehe er in einer angemeldeten Runde im Schnelldurchlauf den Platzrekord auf 61 (-11) verbesserte. "Man hatte dabei gar nicht das Gefühl, dass Matti jeden Ball gelocht hatte", sagte Eckhardt dem Online-Portal "golf". "Er hat einfach solide gespielt."

Der Land-Club Köln ist die nächste Station, bei der die deutschen Top-Golfer ihre Spieltechnik verfeinern können. "Für die Profis geht es dann in zwei Wochen mit ersten Turnieren in Österreich los, die Amateure müssen noch etwas warten", erklärt Eckhardt. So manchem dürfte der Abschied von Schwanhof schwerfallen. "Die Spieler sind von der Qualität der Anlage begeistert", sagt der Bundestrainer. "Das ist ziemlich das Beste, was man in Deutschland finden kann."

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