09.12.2019 - 20:45 Uhr
SchwarzhofenSport

Philipp Ziereis vom FC St. Pauli: Hier lässt sich keiner hängen

Hier hat er seine fußballerischen Wurzeln, hier in Regensburg hatte er am Sonntag ein großes Frusterlebnis. Für Fußballprofi Philipp Ziereis vom FC St. Pauli war aber trotz des 0:1 bei weitem nicht alles schlecht.

Abmarsch nach Gelb-Rot: Philipp Ziereis (Zweiter von links) verlässt den Platz, am Boden liegt Marco Grüttner, mit dem sich der Schwarzhofener vom FC St. Pauli einen Zweikampf geliefert hatte. Die Hamburger verloren 0:1.
von Josef Maier Kontakt Profil

Die schönsten Momente an diesem Nachmittag gab es für ihn erst eine halbe Stunde nach Abpfiff. Philipp Ziereis hatte ein Heimattreffen vor dem Bus des FC St. Pauli. Viele waren aus Schwarzhofen nach Regensburg gekommen. "Meine Eltern, mein Bruder Julian, Cousins und Cousinen, Freunde. Ich musste viele Karten besorgen", erzählte der Verteidiger des FC St. Pauli nachher.

Natürlich hätten sie alle ihren Philipp auch in der Continental-Arena und nicht nur außerhalb glücklich gesehen. Aber der FC St. Pauli verlor am Sonntag die Zweitliga-Partie beim SSV Jahn 0:1 und dann flog Ziereis gut 20 Minuten vor Schluss auch noch mit Gelb-Rot vom Platz. Und so kam der 26-Jährige, der beim SSV Jahn fußballerisch ausgebildet wurde, zu dem einfachen Schluss: "Meine Rückkehr nach Regensburg habe ich mir schon anders vorgestellt."

Mit dem Platzverweis haderte er zunächst: "Ich finde das eine sehr harte Entscheidung." Seine erste Gelbe Karte habe er gesehen, weil er einen Regensburger "unabsichtlich im Gesicht" getroffen habe. Die zweite "Gelbe" gab es nach einem Zweikampf mit Jahn-Kapitän und Siegtor-Schütze Marco Grüttner. "Er trifft zwar auch den Ball, aber dann auch mich", sagte Grüttner zur Szene. "Ich denke, Gelb-Rot war keine Fehlentscheidung."

Bei St. Pauli sahen dies alle natürlich anders, aber Ziereis wollte dann doch nicht allzu lange nachkarten: "Im Moment läuft einfach vieles gegen uns", sagte er und erinnerte nur an die ersten 45 Minuten gegen den Jahn: "Es ist schon bitter zu verlieren, wenn man die Chancen in der ersten Hälfte sieht."

Durch das 0:1 rutscht der Kultklub vom Kiez in der zweiten Liga noch weiter in den Tabellenkeller. Ziereis ist aber optimistisch, dass es bald wieder in die andere Richtung geht: "Jeder, der bei diesem Spiel war, hat gesehen, dass wir wollen, dass sich keiner hängenlässt."

Sich selbst sieht Ziereis nach der langen Verletzungspause, die ihm fast komplett das Fußballjahr 2019 gekostet hat, auf einem sehr guten Weg: "Das Knie fühlt sich sehr gut an, da gibt es überhaupt keine Probleme. Ich bin auch wieder topfit." Das darf er wegen seiner Gelb-Roten Karte "im sehr wichtigen Heimspiel" gegen den SV Wehen nicht zeigen, aber eine Woche später erneut zu Hause gegen Arminia Bielefeld will er sich nochmal voll reinhauen. Und danach im Weihnachtsurlaub erholen.

Dann geht's wieder runter in die Oberpfalz. "Wegen meiner Reha war ich in diesem Jahr nicht sehr oft in Schwarzhofen. Das will ich an Weihnachten und Silvester nachholen." Die Familie Ziereis freut's.

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