Es ist nicht alltäglich, dass sich ein gestandener Bayernligaspieler einer Kreisligamannschaft anschließt. Doch genau das ist dem TuS Rosenberg gelungen: Niko Becker verlässt die DJK Gebenbach nach acht Jahren und wird nun Spielertrainer in Rosenberg. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärt der zweifache Vater diesen Schritt: "Ich wollte mich ein wenig zurückziehen und mehr Zeit für meine Familie haben." Ganz ohne Fußball geht es bei dem 29-Jährigen allerdings trotzdem nicht. "Ich habe auch überlegt, komplett aufzuhören, aber das Angebot aus Rosenberg kam dann zur genau richtigen Zeit", so Becker. Es sei ein perfekter Zufall für alle Beteiligten gewesen.
"Für mich ist das die Möglichkeit, etwas vor der eigenen Haustür aufzubauen und zu bewirken", begründet der Stürmer, der keine fünf Minuten vom Rosenberger Aicher-Stadion entfernt wohnt, seinen Wechsel. In Rosenberg sind die Voraussetzungen dafür seiner Meinung nach zweifelsfrei gegeben. "Hier gibt es ein tolles Stadion mit überdachten Sitzplätzen. Die Spielfelder, sowohl der Hauptplatz als auch der Trainingsplatz, sind quasi immer in einem hervorragenden Zustand."
Fußball soll attraktiver werden
In der vergangenen Saison erzielte der 29-jährige Spieler in 34 Spielen der Bayernliga beachtliche 22 Tore für die DJK Gebenbach und trug damit maßgeblich zum Erfolg des Teams bei. Auch in Rosenberg hat er große Pläne: "Mehr Leute sollen wieder zu den Heimspielen kommen und Lust haben, der Mannschaft zuzuschauen. Mein Ziel ist es, den Ort sportlich zu beleben. Diese Chance bei einem so großen Verein zu bekommen, ist nicht selbstverständlich."
Auf die Frage, was das tabellarisch bedeute, muss Becker ein wenig schmunzeln. "Vorne mitspielen - das auf jeden Fall. Es wird eine wahnsinnig starke Kreisliga nächste Saison, da direkt den Aufstieg als Ziel ausrufen, wäre naiv", erklärt er. Ursulapoppenricht steigt aus der Kreisklasse auf, nachdem sie mit 21 Siegen aus 21 Spielen am vergangenen Wochenende bereits Meister geworden sind. In der Bezirksliga kämpfen Rieden, Auerbach, Vilseck und Schmidmühlen um den Klassenerhalt. "Das sind alles äußerst starke Mannschaften für die Kreisliga. Da müssen wir uns erst einmal beweisen", sagt Becker.
Erste Trainerstation
Zusammen mit dem aktuellen Trainerduo, bestehend aus Christoph Bäumler, mit dem Becker noch in Gebenbach zusammengespielt hat, und Jonas Dotzler wird der Bayernligastürmer ab der nächsten Saison die erste Mannschaft des TuS Rosenberg leiten "Es war mir ganz wichtig, dass die beiden dabeibleiben. Es ist meine erste Station als Trainer und ganz alleine wollte ich das auf keinen Fall machen", sagt der 29-Jährige. Dennoch war es ihm wichtig, bei einem neuen Verein Verantwortung zu übernehmen. "Ich plane, meine Erfahrungen aus den letzten Jahren an das Team weiterzugeben, insbesondere an die jüngeren Spieler."
In der Aufstiegssaison 2016/17 spielten Becker und Bäumler zusammen für die DJK Gebenbach. "Ich freue mich sehr darauf, Niko zukünftig an meiner Seite zu haben. Wir gewinnen nicht nur einen hochkarätigen Spieler hinzu, sondern auch einen sehr ehrgeizigen und zielstrebigen Freund aus meiner Zeit bei Gebenbach", sagt der jetzige Spielertrainer Bäumler. Mit diesem Schritt erhofft er sich, neue Strukturen zu entwickeln, um der Fußballabteilung einen Hauch mehr Professionalität zu verleihen.
Während Becker sich auf seine neue Aufgabe in Rosenberg freut, betont er, wie schwer ihm der Abschied aus Gebenbach fällt. "Der Verein hat mir unglaublich viel ermöglicht, und ich habe dort immer eine immense Wertschätzung erfahren", erzählt er über die DJK. Acht Jahre lang ging der Stürmer in Gebenbach auf Torejagd. "Ich bin unglaublich dankbar für alles, was ich dort erleben durfte, und werde die Verabschiedung sicherlich nicht genießen."
Zur Person: Niko Becker
- Geboren am 7. September 1994
- Stationen als Spieler: FC Amberg, SV Etzenricht, DJK Ammerthal und DJK Gebenbach
- Insgesamt 97 Tore in 191 Spielen in der Bayernliga Nord
- Ab Saison 2024/25 Spielertrainer beim TuS Rosenberg














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