Beim 8. Ordentlichen Bezirkstag im Saal des Gasthauses "Zum Wulfen" in Kauerhof würdigte der Präsident des Bayerischen Handball-Verbandes, Georg Clarke die Bedeutung Ostbayerns als Heimat der sportlichen Aushängeschilder des Freistaats - der HC Erlangen bei den Männern und der ESV 1927 Regensburg im Frauenhandball - und die Verdienste Guziks, der sich in den Gremien des BHV stark engagiert habe. "Werner Guzik ist das Gesicht des Ehrenamts in Ostbayern", so Clarke, in Personalunion auch Vizepräsident des Deutschen Handballbundes.
14,7 Prozent aus Ostbayern
BHV-Geschäftsführer Thomas Reichard berichtete, dass unter den knapp 750 000 Handballern in Deutschland 2019 88 090 in Bayern spielten, von denen wiederum 14,7 Prozent aus dem Bezirk Ostbayern stammten. Ostbayern sei gerade in den Bereichen der Talentförderung ein Vorreiter in Bayern.
Der scheidende Bezirksvorsitzende Werner Guzik gab einen Überblick über die vergangenen drei Jahre: Der große Mangel an 15- bis 17-jährigen Handballerinnen und die zu hohe Beanspruchung der älteren Schiedsrichter lagen dem Bezirksvorsitzenden besonders am Herzen.
"Ohne die älteren Kameraden, die 50 bis 70 Spiele pro Saison leiten, würde es nicht gehen. Der älteste Schiedsrichter ist über 80 Jahre alt und hat über 20 Spiele geleitet", mahnte Guzik.
Boom durch WM 2019
Erfreulich sei die Steigerung auf 337 Mannschaften in Ostbayern, gerade die Weltmeisterschaft im eigenen Land 2019 hätte für einen großen Zuwachs bei den jüngsten Handballern gesorgt. Ein besonderes Anliegen war Guzik in seiner Amtszeit auch immer die Talentförderung: "Wir sind sehr stolz darauf, seit Jahren der erfolgreichste Bezirk in Bayern zu sein", lobte er seinen für die Talentförderung verantwortlichen Stellvertreter Robert Torunsky und dessen Team an qualifizierten Auswahltrainern für deren außergewöhnliches Engagement.
Der nächste Programmpunkt war die Verabschiedung und Ehrung (siehe Kasten) verdienter Ehrenamtliche. Herausragend war dabei das laut Guzik "sehr seltene Jubiläum" von Charlotte Wald (SV Tennenlohe), die die BHV-Verdienstnadel in Gold mit Kranz und der Jahreszahl 50 für ein halbes Jahrhundert im Ehrenamt verliehen bekam.
Neben der 88-Jährigen, die die älteste Spielleiterin in Bayern war, wurden Schulsportreferentin Bärbel Ströhl (HC Sulzbach) und Beisitzer Adolf Boris (TSV Winkelhaid) verabschiedet.
Einstimmig für Rauscher
Da Werner Guzik nicht mehr kandidiert hatte, wählten die 69 stimmberechtigten Vereinsvertreter ohne Gegenstimme Lothar Rauscher als neuen Bezirksvorsitzenden. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurden die bisherigen Stellvertreter Thomas Liebel (Finanzen) und Robert Torunsky (Talentförderung) in ihren Ämtern bestätigt.
Als neue Stellvertreter wurden einstimmig für den Bereich Jugend Cordula Raß (SG Auerbach/Pegnitz), für Bildung Dieter Hierl (HG Hemau/Beratzhausen) und für den Spielbetrieb Sven Wirth (HC Sulzbach) gewählt.
Dieter Jaretzke (DJK Erlangen) wurde als Vorsitzender des Bezirkssportgerichts ebenso einstimmig bestätigt wie die Kassenrevisoren Anna Weinberger und Christian Weiß.
Krönung einer beispiellosen Karriere
Es war ein besonderer Tag für Werner Guzik: Nach 24 Jahren als Bezirksvorsitzender hatte der Wahl-Amberger, der in Ammerthal wohnt, nicht mehr für dieses Amt kandidiert. Der BLSV-Kreisvorsitzende Amberg-Sulzbach, Thomas Gebele, hatte Guzik die BLSV-Ehrennadel in Gold mit goldenen Lorbeeren für "40 Jahre hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit" verliehen. "Die Vita von Werner Guzik würde die Veranstaltung sprengen", so Gebele. Guziks Nachfolger Lothar Rauscher würdigte ebenfalls die Verdienste seines Vorgängers.
Guzik hatte im Alter von 18 Jahren beim FC Schwarzenfeld mit dem Handball angefangen und über 500 Spiele für seinen Stammverein bestritten. Seit 1966 ist das Ehrenmitglied Nr. 418 des Deutschen Handballbundes als Schiedsrichter aktiv, pfiff im A- und B-Kader des BHV, und leitete dabei auch zahlreiche Spiele mit internationaler Beteiligung.
Die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Bezirk Ostbayern durch BHV-Präsident Georg Clarke, der Guzik als "Gesicht des Ehrenamts in Ostbayern" bezeichnete, ist die Krönung einer beispiellosen Karriere als Funktionär im Handball. (zyz)
Ehrungen
Ehrungen des Bayerischen Handballverbandes
BHV-Verdienstnadel Gold mit Jahreszahl 50: Charlotte Wald (SV Tennenlohe)
BHV-Verdienstnadel Gold mit Jahreszahl 40: Edda Wagner (HC Forchheim)
BHV-Verdienstnadel Gold mit Jahreszahl 30: Jörg Döring (TS Herzogenaurach)
BHV-Verdienstnadel Gold mit Jahreszahl 20: Stefan Schückher (HC Erlangen)
BHV-Verdienstnadel Silber (10 Jahre): Heiner Fleischmann (HSG Nabburg/Schwarzenfeld), Magdalena Werner (DJK/SpVgg Rohr)
BHV-Verdienstnadel Bronze (5 Jahre): Maximilian Schaller (HG Amberg), Benjamin Termer (HC Sulzbach)
Ehrungen des Bayerischen Landessportverbandes
BLSV-Ehrennadel in Gold mit goldenen Lorbeeren (40 Jahre): Werner Guzik (HSG Nabburg/Schwarzenfeld)
BLSV-Ehrennadel in Silber mit Gold (15 Jahre): Robert Torunsky (HG Amberg)
BLSV-Ehrennadel in Silber mit Gold (10 Jahre): Lothar Rauscher (HC Forchheim)





















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