Sulzbach-Rosenberg
27.11.2025 - 12:33 Uhr
OnetzPlus

HC Sulzbach vs. HG Amberg: Die Trainer vor dem Prestige-Derby im Schlagabtausch

Vor dem heiß erwarteten Handball-Derby zwischen dem HC Sulzbach und der HG Amberg stellen sich die Trainer Michael Klose und Christof Heiduk den Fragen von Oberpfalz-Medien – und geben Einblicke in Stimmung, Erwartungen und Derbyfaktoren.

ONETZ: Die Stimmung dürfte wieder großartig werden – zwei Fanlager, die sich nichts schenken. Welche Rolle spielt so ein Umfeld für euch? Muss man die eigene Mannschaft da manchmal eher ein bisschen runterkühlen, statt hochzupushen?

Klose: "Das Umfeld ist natürlich enorm wichtig und auch was besonderes. Wir haben heuer viele Spieler in den eigenen Reihen, welche noch nie vor so einem großenund frenetischen Publikum gespielt haben. Wichtig hier ist es auch zu betonen, dass zwischen den beiden Lagern eine Rivalität herrscht und keine Feindschaft."

Heiduk: Die Stimmung in so einem Spiel ist überragend – das haben manche Zweit- oder Drittliga-Vereine nicht, dass sie vor so einer Kulisse spielen dürfen. Runterkühlen oder hochpushen muss man die Spieler aber nicht. Sie wissen genau, was ein Derby bedeutet. Jeder hat sich diesen großen Rahmen auf seine Art verdient. Am Ende muss jeder seinen Weg finden, damit umzugehen – und natürlich pusht einen die Atmosphäre trotzdem.

ONETZ: Wie ist die Stimmung aktuell bei dir und in der Mannschaft? Wirkt alles noch entspannt – oder merkt man schon, dass das kein gewöhnliches Samstagsspiel ist?

Klose: "Stimmung ist sehr gut bei uns. Alle Spieler sind enorm heiß aufs Derby. Natürlich ist es kein Spiel wie jedes andere, aber meine Spieler wirken bis jetzt schon sehr fokussiert. So lange sie nicht meine Nervosität besitzen, bin ich guter Dinge!"

Heiduk: Die Stimmung in der Mannschaft ist aktuell etwas getrübt, weil wir in den letzten zwei Wochen unsere Leistung nicht komplett abrufen konnten und Niederlagen einstecken mussten. Natürlich merkt man, dass es kein gewöhnliches Spiel ist. Für uns war in den bisherigen Trainingseinheiten aber wichtig, erstmal den Fokus auf die Mannschaft zu legen und nicht auf das Spiel selbst.

ONETZ: Gibt es beim Gegner einen Spieler, auf den man besonders achten muss, weil er sonst richtig wehtun kann – und was macht ihn so gefährlich?

Klose: "Natürlich muss man hier die Rohrbach-Brüder nennen, aber das kommt ja auch nicht von irgendwo. Christopher hat hier in den letzten Jahren eine Top-Arbeit in Amberg gemacht, die Spieler um die beiden herum sehr weiterentwickelt und ein starkes Team geformt."

Heiduk: Beim Gegner gibt es natürlich Spieler, auf die man achten muss. Auf dem linken Flügel ist das Fabian Wedel, der mit seiner Schnelligkeit und Wurfeffizienz zu den besten der Liga auf dieser Position gehört. Am Kreis ist Tommy Weiß gefährlich – er ist schwer zu verteidigen. Auch da hoffen wir auf gute taktische Lösungen, um gegen seine Sperren arbeiten zu können. Grundsätzlich kann aber jeder gefährlich werden. Einzelne herauszupicken ist schwierig. Wir bereiten uns als geschlossenes Team auf Sulzbach vor und kennen die Stärken und Schwächen der Spieler.

ONETZ: In Ambergs Kader stehen einige Spieler, die früher in Sulzbach aktiv waren. Wer hat aus deiner Sicht eher einen Vorteil davon – die Spieler, weil sie ihre alte Mannschaft gut kennen, oder die alte Mannschaft, weil sie genau wissen, wie die ehemaligen Kollegen ticken?

Klose: "Wir kennen Amberg natürlich genauso gut wie Amberg uns kennt. Ob und welcher Vorteil hier genutzt wird, werden wir am Spieltag sehen."

Heiduk: In Ambergs Kader stehen Spieler, die früher in Sulzbach waren – genauso wie es in Sulzbach Akteure gibt, die früher in der JSG Amberg/Sulzbach gespielt haben. Einen klaren Vorteil daraus abzuleiten ist schwierig. Sulzbach hat sich stark verjüngt und viele Spieler aus dem Umland geholt, deshalb ist der Bezug zu den früheren Sulzbachern nicht mehr so stark. Bei uns in Amberg sieht es etwas anders aus: Bis auf ein bis zwei externe Spieler sind es größtenteils Rückholaktionen. Dadurch haben wir vielleicht den ein oder anderen kleinen Kniff mehr in der Hinterhand.

ONETZ: Worauf wird es am Ende eher ankommen: Tagesform, Fehlervermeidung, Nervenstärke – oder etwas ganz anderes, das man vielleicht gar nicht planen kann?

Klose: "Auf eine gesunde Mischung von allem. Natürlich haben wir die rote Wand, welche uns ordentlich nach vorne peitscht, trotzdem haben wir eine junge Mannschaft. Hier kann natürlich Amberg von der Erfahrung profitieren, weshalb sie auch leichter Favorit sind. "

Heiduk: Es wird sicher etwas auf die Tagesform ankommen. Die Nervenstärke hängt für mich stark mit der Fehlerzahl zusammen. Nervosität kann man keinem Spieler absprechen – es ist eben kein alltägliches Spiel. Am Ende wird die Mannschaft gewinnen, die weniger Fehler macht und den größeren Teamgeist zeigt.

ONETZ: Und zuletzt – dein Ergebnistipp. Gern präzise, gern mutig.

Klose: "Amberg hat die letzten beiden Spiele verloren und wird nun noch motivierter sein. Ich habe absolutes Vertrauen in mein Team, werde mich aber an keine Prognose wagen, da das Derby seine eigenen Gesetze hat."

Heiduk: Einen präzisen Tipp gebe ich ungern ab – ich finde, da gehört kein Mut dazu. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft gewinnt, die 60 Minuten als Team durchzieht und sich nicht von der hitzigen Stimmung beeinflussen lässt. Wir hoffen natürlich, dass es diesmal endlich für einen Derbysieg reicht und wir uns nicht selbst im Weg stehen.

Hintergrund:

Fakten zum Derby

  • Wann: Samstag, 29. November, 18.30 Uhr in der Krötenseehalle in Sulzbach.
  • Ausgangslage: HC Sulzbach nach acht Partien punktgleicher Tabellenführer mit 13:3 Punkten, die HG Amberg auf Rang vier mit 12:4 Punkten.
  • Letztes Treffen: Das Rückspiel der Vorsaison entschied der HC Sulzbach auswärts mit 38:33 für sich.
  • Die Negativ-Serie: Die HG Amberg wartet nun schon fast 25 Jahre auf einen Pflichtspielsieg gegen den Nachbarn.
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