Fußball-Nationalspieler Jonathan Tah hat der veröffentlichte Brief des Leipziger Jungstars Yan Diomande an seine im Alter von 15 Jahren gestorbene Schwester tief beeindruckt. „Das war sehr bewegend“, sagte der 30 Jahre alte Tah zur Lektüre der Worte des 19 Jahre alten Flügelstürmers aus der Elfenbeinküste im Magazin „The Players' Tribune“.
Diomande äußerte sich zu dem schmerzlichen Verlust in einem Brief, weil er über den Schicksalsschlag nicht sprechen könne. „Oft heißt es, wir sind nur die Fußballer“, sagte Tah bei der Pressekonferenz vor der Partie am Abend (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Toronto zwischen der DFB-Auswahl und dem Team aus Afrika, in dem Diomande sportlich einer der Schlüsselspieler ist.
Tah begrüßt es, als Fußballer die menschliche Seite zu zeigen
Er finde es grundsätzlich gut, „wenn man die Background-Stories von den Menschen“ mitbekomme, die alle nur als Fußballer in den Stadien kennen würden. „Jeder, der mentale Rückschläge als Sportler oder Fußballer innerhalb einer Mannschaft erlebt und teilt, der weiß auf jeden Fall, dass er innerhalb der Mannschaft diesen Rückhalt und diesen Support hat von allen, die um ihn herum sind“, sagte der Bayern-Profi.
„Ich denke, dass es auch hilft, mit solchen Situationen umzugehen“, äußerte Tah, der durch seinen Vater ivorische Wurzeln hat, was das zweite WM-Spiel für ihn zu einem ganz Besonderen mache. „Deswegen finde ich es schön, dass er es teilt und seine menschliche Seite zeigt und man nicht immer nur den Fußballer sieht“, sagte er über Diomande.
„Liebe Roxane, erinnerst du dich...“
Der Brief von Diomande beginnt mit: „Liebe Roxane, erinnerst du dich...“ Darin heißt es: „Ich werde beweisen, dass du recht hattest. Noch bevor ich überhaupt echte Fußballschuhe hatte, hast du allen gesagt: "Mein Bruder wird der Beste der Welt werden".“ Das treibt den Jungprofi tagtäglich an: „Ich werde das erreichen, was du vorhergesagt hast, das schwöre ich.“
Er schreibe das, „weil ich möchte, dass du weißt: Ich werde dafür sorgen, dass deine Erinnerung weiterlebt“. Diomandes Schwester starb dem Brief zufolge wenige Wochen vor seinem Debüt im März 2025 in Spanien für Leganés. Jemand habe ihr auf einer Party etwas ins Getränk getan, sie sei nie wieder aufgewacht. Vor ihrem Tod habe er noch Gefühle gehabt. „Heute fühle ich nichts mehr. Es ist, als wäre ich gar kein Mensch mehr. Seit deinem Tod bin ich einfach leer.“ Er berichtete auch von Glücksmomenten mit seiner Schwester.
Der Fußballplatz sei der einzige Ort, „an dem ich mich noch zu Hause fühle“, schreibt Diomande. „Dort bin ich ruhig, und dort kann ich mit dir sprechen. Ich wünschte nur, du wärst noch hier.“
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