Update 07.07.2026 - 12:44 Uhr

Tanz inklusive: Belgier sticheln nach 4:1 in Richtung Trump

Mit einem Tanz und einer spitzen Botschaft reagiert Belgien genüsslich auf den Anruf des US-Präsidenten bei FIFA-Boss Infantino vor dem Spiel gegen die USA. Im Netz ist zum Sperren-Wirbel viel los.

Ja, bitte? Wer ist am Apparat? Romelu Lukaku gibt die Antwort auf dem Platz. Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
Ja, bitte? Wer ist am Apparat? Romelu Lukaku gibt die Antwort auf dem Platz.

Der belgische Fußball-Verband (RBFA) hat den Achtelfinal-Triumph über die USA in den sozialen Medien mit einer Spitze in Richtung Donald Trump gefeiert. Nach dem 4:1 postete der Verband bei X ein Bild von Torschütze Romelu Lukaku mit einer Hand am Ohr. Dazu hieß es: „Macht das mal rückgängig.“ Viele deuteten das als Anspielung auf US-Präsident Donald Trump, der mit einem Anruf bei FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung der Rot-Sperre von Folarin Balogun gebeten hatte. Der Anruf und die daraufhin tatsächlich aufgehobene Sperre hatten für große Empörung gesorgt.

https://x.com/BelRedDevils/status/2074315204704240101

Lukaku und Co. hatten schon während des Spiels auf dem Platz mit einer kleinen Showeinlage den Takt vorgegeben. Nach dem 4:1 in der Nachspielzeit führten sie beim Torjubel einen Tanz auf, der nach dem berühmten „Trump-Dance“ aussah und deshalb durchaus als Imitation des US-Präsidenten verstanden werden konnte. In den sozialen Medien verbreitete sich der Clip, teils mit Musik unterlegt, auf zahlreichen Kanälen. Zudem griffen etliche Internet-Memes den belgischen Sieg humorvoll auf.

Schon vor der Partie hatte es in sozialen Medien viele hämische Beiträge zum besagten Trump-Anruf bei Infantino gegeben. Besonders oft geteilt wurde dabei ein KI-Video, das Balogun im Streitgespräch mit einem Schiedsrichter zeigt, der ihn gerade über die Rote Karte informiert. „Nein, Bruder, ich habe die Trump-Karte - ich gewinne“, antwortet Balogun im Video.

https://x.com/HaterReport/status/2073863464565518421

In Deutschland forderten viele X-Nutzer scherzhaft, auch Bundeskanzler Friedrich Merz möge bitte sein Glück bei Infantino versuchen, um Jonathan Tahs Tor gegen Paraguay nachträglich anerkennen zu lassen, damit auch Deutschland wieder bei der WM mitspielen dürfe.

Auch der frühere Nationaltorwart Oliver Kahn meldete sich via Instagram augenzwinkernd an die Netz-Welt und hatte einen Vorschlag an die FIFA. Kahn forderte, die Gelbe Karte für Michael Ballack aus dem WM-Halbfinale 2002 zu annullieren. Ballack hatte das DFB-Team damals gegen Gastgeber Südkorea ins WM-Finale geschossen, verpasste die Finalpartie gegen Brasilien aber wegen einer Gelbsperre. Das Finale könne dann auch gleich wiederholt werden, ergänzte Kahn scherzhaft. Das DFB-Team verlor das Spiel mit 0:2, Kahn unterlief damals ein folgenschwerer Fehler zur brasilianischen Führung.

Versöhnliche Töne zwischen Balogun und Garcia

Nach dem Achtelfinale gab es aber auch versöhnliche Töne. Balogun unterhielt sich mit Belgiens Trainer Rudi Garcia über die Ausnahmesituation, die es in den 30 Stunden vor Anpfiff für beide Seiten zu bewältigen gab. „Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn“, sagte Garcia über die Unterredung auf dem Rasen.

Balogun hatte beim 2:0-Erfolg des US-Teams im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Doch nachdem Trump bei Infantino angerufen hatte, annullierte der Fußball-Weltverband kurzerhand die Sperre, ohne dafür eine echte inhaltliche Begründung zu nennen. So durfte der Stürmer gegen Belgien spielen.

© dpa-infocom, dpa:260707-930-345331/2

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